haftgrund on soup http://haftgrund.soup.io/ haftgrund on soup http://haftgrund.soup.io/ http://c.asset.soup.io/asset/0696/9308_8221.jpeg 96 96 Wiener Büchereien: Consultingsprech {"tags":["Bibliotheken","B\u00fcchereien","B\u00fcchereien-Wien","B\u00fcchereikonzept","Consulting","Jargon"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/hYT8U4KgaYg/\"\u003EWiener B\u00fcchereien: Consultingsprech\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/hYT8U4KgaYg/","body":"\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDie Phrase \u2026 ist das Warenzeichen, das den Gedanken verkehrsf\u00e4hig macht so wie die Floskel, als Ornament, ihm den Liebhaberwert verleiht.\u003Cbr /\u003E(\u003Ca href=\"http://www.archive.org/stream/GesammelteSchriftenBd.2/BenjaminGs2_djvu.txt\"\u003EWalter Benjamin, Schriften II/I S. 337\u003C/a\u003E)\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDie Leitung der B\u00fcchereien hat im Namen des \u201cVorbereitungsteams\u201d \u00fcber die n\u00e4chsten Vorhaben der geplanten \u201cOrganisationsentwicklung\u201d der B\u00fcchereien \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/\"\u003E\u003Cstrong\u003E\u003Cspan\u003Eberichtet\u003C/span\u003E\u003C/strong\u003E\u003C/a\u003E.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuf den ersten Blick ist zu erkennen, dass diese an alle Bediensteten verschickte Mail in einer ihnen weitgehend fremden Sprache formuliert wurde. Genauer gesagt, wird ein Regionaldialekt des weltweit gebrauchten Consulter-Pidgin verwendet, und zwar jener, welchen die Firma \u003Ca href=\"http://www.conecta.com/\"\u003EConecta\u003C/a\u003E, die sich gerne als die \u003Ca href=\"http://www.oeagg.at/download/wiener-schule.pdf\"\u003E\u201cWiener Schule der Organisationsberatung\u201d \u003C/a\u003Ebezeichnet, im Umgang mit ihren KundInnen und in ihren Publikationen pflegt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEs ist erstaunlich, dass sich das Vorbereitungsteam von MA 13 und B\u00fcchereien gleich zu Beginn des Organisationsentwicklungs-Prozesses diesem Sprachgebrauch der Consulter unterwerfen. Damit ist der Begriffsrahmen auch f\u00fcr die Bediensteten vorgegeben, in dem sie ihre Reflexionen \u00fcber den Arbeitsprozess formulieren k\u00f6nnen, beziehungsweise an den ihre Aussagen angepasst werden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEine solche Vorgehensweise ist bei den Consulterfirmen bekanntlich die Regel, kann aber als Merkmal dienen, wie weit die Consulter bereit sind, auf die Bed\u00fcrfnisse der Bediensteten einzugehen \u2013 und es ist ein Grundbed\u00fcrfnis des Menschen, \u00fcber seine eigenen Angelegenheiten in der selbst gew\u00e4hlten Sprache zu reden und sich in den ihm ad\u00e4quat erscheinenden Sprachformen auszudr\u00fccken. Nicht zuletzt deshalb, weil nur so die Authentizit\u00e4t gewahrt bleibt und damit die Chance besteht, dass gemeinsam erarbeitete Probleml\u00f6sungen in einer Sprach- und Denkumwelt formuliert werden, die nicht als Fremdes daher kommt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAllerdings wird das scheinbar Selbstverst\u00e4ndliche \u2013 Verst\u00e4ndlichkeit und Freundlichkeit gegen\u00fcber den Klienten \u2013 von kaum einer Consultingfirma erbracht. Was seinen Grund hat:\u003C/p\u003E\n\u003Cp class=\"kasten\"\u003E\u201cDieses jargonhafte leere Gerede ist \u2018Schutz nach au\u00dfen\u2019, da es sich den gew\u00f6hnlichen Sterblichen entzieht \u2026 Damit veranlasst es die gro\u00dfe Mehrheit \u2026 zu glauben, dass die Probleme ihre Verstehens- und erst recht ihre Interventionsf\u00e4higkeit bei weitem \u00fcbersteigen und daher der kleinen Zahl der Wissenden, den Experten, \u00fcberlassen werden m\u00fcssen, deren Diskurs und Praxis auf diese Weise legitimiert werden.\u201d (S\u00e9bastian Guex im Vorwort zu \u003Ca href=\"http://katalog.buechereien.wien.at/index.asp?DB=BIB_SYS\u0026amp;startmedinr=0564772\"\u003EAlessandro Pelizzaris \u201cDie \u00d6konomisierung des Politischen\u201d\u003C/a\u003E)\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg class=\"alignleft size-medium wp-image-4472\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/schl\u00fcssel-240x211.jpg\" height=\"211\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EAngesicht der bisherigen Erfahrungen mit Consultern und angesichts des nicht nur berufsbedingt vorhandenen \u00fcberdurchschnittlichen Sprachgef\u00fchls bei den BibliothekarInnen, ist es nicht verwunderlich, dass erste Reaktionen recht unwirsch ausfielen. Wie in dem bereits \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/\"\u003Eangegebenen Link\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E im Anschluss an die Projektdarstellung nachzulesen ist.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWenn die Consulting-Firma und die Leitung von MA 13 und B\u00fcchereien tats\u00e4chlich in einen offenen Dialog mit den B\u00fcchereibediensteten treten wollen, dann d\u00fcrfen sie sich nicht hinter diesem Consulterjargon verstecken, sondern m\u00fcssen ihre Anliegen und Fragen so formulieren, dass die Angesprochenen das Gef\u00fchl haben k\u00f6nnen, hinter den Aussagen stecken Menschen, die ehrlich spielen, und nicht Worth\u00fclsenproduzenten, die ihre wahre Absicht zu verschleiern beabsichtigen.\u003C/p\u003E\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/hYT8U4KgaYg\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote> <p>Die Phrase … ist das Warenzeichen, das den Gedanken verkehrsfähig macht so wie die Floskel, als Ornament, ihm den Liebhaberwert verleiht.<br />(<a href="http://www.archive.org/stream/GesammelteSchriftenBd.2/BenjaminGs2_djvu.txt">Walter Benjamin, Schriften II/I S. 337</a>)</p> </blockquote> <p>Die Leitung der Büchereien hat im Namen des “Vorbereitungsteams” über die nächsten Vorhaben der geplanten “Organisationsentwicklung” der Büchereien <a href="http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/"><strong><span>berichtet</span></strong></a>.</p> <p>Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass diese an alle Bediensteten verschickte Mail in einer ihnen weitgehend fremden Sprache formuliert wurde. Genauer gesagt, wird ein Regionaldialekt des weltweit gebrauchten Consulter-Pidgin verwendet, und zwar jener, welchen die Firma <a href="http://www.conecta.com/">Conecta</a>, die sich gerne als die <a href="http://www.oeagg.at/download/wiener-schule.pdf">“Wiener Schule der Organisationsberatung” </a>bezeichnet, im Umgang mit ihren KundInnen und in ihren Publikationen pflegt.</p> <p>Es ist erstaunlich, dass sich das Vorbereitungsteam von MA 13 und Büchereien gleich zu Beginn des Organisationsentwicklungs-Prozesses diesem Sprachgebrauch der Consulter unterwerfen. Damit ist der Begriffsrahmen auch für die Bediensteten vorgegeben, in dem sie ihre Reflexionen über den Arbeitsprozess formulieren können, beziehungsweise an den ihre Aussagen angepasst werden.</p> <p>Eine solche Vorgehensweise ist bei den Consulterfirmen bekanntlich die Regel, kann aber als Merkmal dienen, wie weit die Consulter bereit sind, auf die Bedürfnisse der Bediensteten einzugehen – und es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, über seine eigenen Angelegenheiten in der selbst gewählten Sprache zu reden und sich in den ihm adäquat erscheinenden Sprachformen auszudrücken. Nicht zuletzt deshalb, weil nur so die Authentizität gewahrt bleibt und damit die Chance besteht, dass gemeinsam erarbeitete Problemlösungen in einer Sprach- und Denkumwelt formuliert werden, die nicht als Fremdes daher kommt.</p> <p>Allerdings wird das scheinbar Selbstverständliche – Verständlichkeit und Freundlichkeit gegenüber den Klienten – von kaum einer Consultingfirma erbracht. Was seinen Grund hat:</p> <p class="kasten">“Dieses jargonhafte leere Gerede ist ‘Schutz nach außen’, da es sich den gewöhnlichen Sterblichen entzieht … Damit veranlasst es die große Mehrheit … zu glauben, dass die Probleme ihre Verstehens- und erst recht ihre Interventionsfähigkeit bei weitem übersteigen und daher der kleinen Zahl der Wissenden, den Experten, überlassen werden müssen, deren Diskurs und Praxis auf diese Weise legitimiert werden.” (Sébastian Guex im Vorwort zu <a href="http://katalog.buechereien.wien.at/index.asp?DB=BIB_SYS&amp;startmedinr=0564772">Alessandro Pelizzaris “Die Ökonomisierung des Politischen”</a>)</p> <p><img class="alignleft size-medium wp-image-4472" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/schlüssel-240x211.jpg" height="211" alt="" width="240" />Angesicht der bisherigen Erfahrungen mit Consultern und angesichts des nicht nur berufsbedingt vorhandenen überdurchschnittlichen Sprachgefühls bei den BibliothekarInnen, ist es nicht verwunderlich, dass erste Reaktionen recht unwirsch ausfielen. Wie in dem bereits <span><a href="http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/">angegebenen Link</a></span> im Anschluss an die Projektdarstellung nachzulesen ist.</p> <p>Wenn die Consulting-Firma und die Leitung von MA 13 und Büchereien tatsächlich in einen offenen Dialog mit den Büchereibediensteten treten wollen, dann dürfen sie sich nicht hinter diesem Consulterjargon verstecken, sondern müssen ihre Anliegen und Fragen so formulieren, dass die Angesprochenen das Gefühl haben können, hinter den Aussagen stecken Menschen, die ehrlich spielen, und nicht Worthülsenproduzenten, die ihre wahre Absicht zu verschleiern beabsichtigen.</p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/hYT8U4KgaYg" height="1" width="1" />Thu, 10 May 2012 13:31:00 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/252741914/Wiener-B-chereien-Consultingsprechurn:www-soup-io:1:252741914regularbibliothekenbüchereienbüchereien-wienbüchereikonzeptconsultingjargon Verwaltungsklarheit zum Wochenende {"tags":["Bibliotheken","B\u00fcchereien","B\u00fcchereien-Wien","Geb\u00fchren"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/LJfIL7iME8A/\"\u003EVerwaltungsklarheit zum Wochenende\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/LJfIL7iME8A/","body":"\u003Cp\u003EUm einer allf\u00e4lligen Erschleichung eines erm\u00e4\u00dfigten B\u00fcchereiausweises durch eine f\u00fcr Illegalit\u00e4ten aller Art besonders anf\u00e4llige Personengruppe \u2013 Stichwort: Downloads! \u2013 einen verwaltungstechnisch eleganten Riegel vorzuschieben, hat das Verwaltungsreferat der Wiener B\u00fcchereien weisungsgem\u00e4\u00df einen fast selbsterkl\u00e4renden Ordnungsrahmen erstellt:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Enachdem es bei der Einschreibung von Lehrlingen und StudentInnen im Zusammenhang mit der Familienbeihilfe immer noch zu Problemen bzw. Unklarheiten kommt, gibt es im Laufe der n\u00e4chsten Woche diesbez\u00fcgliche \u00c4nderungen in Bibliotheca:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"buero\" class=\"alignright size-full wp-image-4405\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/buero.jpg\" height=\"316\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EStudentInnen und Lehrlinge unter 24 k\u00f6nnen als \u201cLehrlinge 18-23\u2033 oder \u201cStudentInnen 18-23\u2033 eingeschrieben werden.\u003Cbr /\u003E Lehrlinge oder StudentInnen, die das 24. Lebensjahr vollendet haben (mit dem 24. Geburtstag), aber trotzdem noch Familienbeihilfe beziehen und dies auch nachweisen, k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig mit der Benutzergruppe \u201cErm\u00e4\u00dfigt\u201d und dem Benutzerkennzeichen \u201cErm.: Familienbeihilfe\u201d eingeschrieben werden.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/LJfIL7iME8A\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Um einer allfälligen Erschleichung eines ermäßigten Büchereiausweises durch eine für Illegalitäten aller Art besonders anfällige Personengruppe – Stichwort: Downloads! – einen verwaltungstechnisch eleganten Riegel vorzuschieben, hat das Verwaltungsreferat der Wiener Büchereien weisungsgemäß einen fast selbsterklärenden Ordnungsrahmen erstellt:</p> <blockquote> <p>nachdem es bei der Einschreibung von Lehrlingen und StudentInnen im Zusammenhang mit der Familienbeihilfe immer noch zu Problemen bzw. Unklarheiten kommt, gibt es im Laufe der nächsten Woche diesbezügliche Änderungen in Bibliotheca:</p> <p><img class="alignright size-full wp-image-4405" title="buero" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/buero.jpg" height="316" alt="" width="240" /></p> <p>StudentInnen und Lehrlinge unter 24 können als “Lehrlinge 18-23″ oder “StudentInnen 18-23″ eingeschrieben werden.<br /> Lehrlinge oder StudentInnen, die das 24. Lebensjahr vollendet haben (mit dem 24. Geburtstag), aber trotzdem noch Familienbeihilfe beziehen und dies auch nachweisen, können zukünftig mit der Benutzergruppe “Ermäßigt” und dem Benutzerkennzeichen “Erm.: Familienbeihilfe” eingeschrieben werden.</p> </blockquote> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/LJfIL7iME8A" height="1" width="1" />Fri, 04 May 2012 16:54:46 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/251495839/Verwaltungsklarheit-zum-Wochenendeurn:www-soup-io:1:251495839regularbibliothekenbüchereienbüchereien-wiengebühren Das religiöse Gespräch zum Wochenende {"tags":["Fallobst"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/LWrXdKolRsI/\"\u003EDas religi\u00f6se Gespr\u00e4ch zum Wochenende\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/LWrXdKolRsI/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://zeit.de\" title=\"Die Zeit 19/2012 S. 58\"\u003E\u003Cstrong\u003EZEIT: \u003C/strong\u003E\u003C/a\u003EWie k\u00f6nnen Sie \u00fcber Sachen nachdenken, die unsichtbar sind?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003E\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Randall\"\u003ELisa Randall\u003C/a\u003E\u003C/strong\u003E: Ich kann eine Gleichung aufschreiben.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003EZEIT:\u003C/strong\u003E Das klingt ziemlich abstrakt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ERandall:\u003C/strong\u003E Wenn Sie an Gott denken, obwohl Sie ihn nicht sehen k\u00f6nnen, wie stellen Sie sich ihn dann vor?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003EMax Rauner\u003C/strong\u003E): Fragen wir mal meinen Kollegen Tobias H\u00fcrter, der ist Christ.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003ETobias H\u00fcrter\u003C/strong\u003E): \u00bbDu sollst dir kein Bild machen\u00ab, sagt das Alte Testament.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ERandall:\u003C/strong\u003E Na also. Nur in der Wissenschaft erwarten Sie, dass es von allem ein Bild gibt. Wie sieht aber die Liebe aus? Es gibt so viele Dinge, f\u00fcr die wir kein Bild haben. Tobias, Sie h\u00e4tten mir gleich sagen sollen, dass Sie religi\u00f6s sind.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003ERauner\u003C/strong\u003E): Sein Vater ist Priester.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003EH\u00fcrter\u003C/strong\u003E): Ja, katholischer Priester.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ERandall:\u003C/strong\u003E Wie geht das denn? Ist er verheiratet?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003EH\u00fcrter\u003C/strong\u003E): Ja.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ERandall:\u003C/strong\u003E Aber er ist doch katholisch.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003EH\u00fcrter\u003C/strong\u003E): Als er meine Mutter kennenlernte, hat er beim Papst um seine Entlassung aus dem Klerus ersucht. Aber Priester ist er geblieben. Das kann nicht einmal der Papst so einfach zur\u00fccknehmen. Denn die Priesterweihe ist ein Sakrament und unumst\u00f6\u00dflich \u2013 im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003ERauner\u003C/strong\u003E): Sind Sie eigentlich getauft?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ERandall:\u003C/strong\u003E Ich bin j\u00fcdisch, aber wir waren nie religi\u00f6s. Und Sie?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003ERauner\u003C/strong\u003E): Ungetauft.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZEIT (\u003Cstrong\u003EH\u00fcrter\u003C/strong\u003E): Gut, dass wir das gekl\u00e4rt haben.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp class=\"kleingedruckt\"\u003Eaus:\u00a0Die Zeit 19/2012 S. 58\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/LWrXdKolRsI\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p><a href="http://zeit.de" title="Die Zeit 19/2012 S. 58"><strong>ZEIT: </strong></a>Wie können Sie über Sachen nachdenken, die unsichtbar sind?</p> <p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Randall">Lisa Randall</a></strong>: Ich kann eine Gleichung aufschreiben.</p> <p><strong>ZEIT:</strong> Das klingt ziemlich abstrakt.</p> <p><strong>Randall:</strong> Wenn Sie an Gott denken, obwohl Sie ihn nicht sehen können, wie stellen Sie sich ihn dann vor?</p> <p>ZEIT (<strong>Max Rauner</strong>): Fragen wir mal meinen Kollegen Tobias Hürter, der ist Christ.</p> <p>ZEIT (<strong>Tobias Hürter</strong>): »Du sollst dir kein Bild machen«, sagt das Alte Testament.</p> <p><strong>Randall:</strong> Na also. Nur in der Wissenschaft erwarten Sie, dass es von allem ein Bild gibt. Wie sieht aber die Liebe aus? Es gibt so viele Dinge, für die wir kein Bild haben. Tobias, Sie hätten mir gleich sagen sollen, dass Sie religiös sind.</p> <p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Sein Vater ist Priester.</p> <p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Ja, katholischer Priester.</p> <p><strong>Randall:</strong> Wie geht das denn? Ist er verheiratet?</p> <p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Ja.</p> <p><strong>Randall:</strong> Aber er ist doch katholisch.</p> <p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Als er meine Mutter kennenlernte, hat er beim Papst um seine Entlassung aus dem Klerus ersucht. Aber Priester ist er geblieben. Das kann nicht einmal der Papst so einfach zurücknehmen. Denn die Priesterweihe ist ein Sakrament und unumstößlich – im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien.</p> <p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Sind Sie eigentlich getauft?</p> <p><strong>Randall:</strong> Ich bin jüdisch, aber wir waren nie religiös. Und Sie?</p> <p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Ungetauft.</p> <p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Gut, dass wir das geklärt haben.</p> </blockquote> <p> </p> <p class="kleingedruckt">aus: Die Zeit 19/2012 S. 58</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/LWrXdKolRsI" height="1" width="1" />Fri, 04 May 2012 10:04:15 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/251458659/Das-religi-se-Gespr-ch-zum-Wochenendeurn:www-soup-io:1:251458659regularfallobst Volkswirtschaftsfrömmigkeit und das Backrohr der Wirklichkeit {"tags":["Fallobst"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/VgfZlCKgNAs/\"\u003EVolkswirtschaftsfr\u00f6mmigkeit und das Backrohr der Wirklichkeit\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/VgfZlCKgNAs/","body":"\u003Cp\u003EAus \u003Ca href=\"http://www.suhrkamp.de/buecher/der_implex-dietmar_dath_42264.html\"\u003EDath/Kirchner \u201cImplex\u003C/a\u003E\u201d 616f. (lesbarer gemacht):\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Col\u003E\n\u003Cli\u003EGegessen wird, was auf den Tisch, n\u00e4mlich auf den Markt kommt.\u00a0\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003ENur Experten wissen, wie es gekocht wurde.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EWer sich nicht durch die Geschichte der \u003Cstrong\u003EVolkswirtschaftsfr\u00f6mmigkeit\u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E\u003C/strong\u003E samt Klassik, Neoklassik, Grenznutzentheorie, Ordoliberalismus, Spieltheorie und Humpelpumpel gefressen hat, ist nicht berechtigt, auch nur festzustellen, da\u00df der Vorstand der Deutschen Bahn nicht wei\u00df, da\u00df man Leute im Sommer nicht in den Waggons von Fernz\u00fcgen backen darf, im Winter nicht auf verschneiter Strecke stehenlassen mu\u00df, wenn man ein bi\u00dfchen weniger knapp plant.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EDenn es geht nicht um Wissen, es geht um Glauben: Man soll schlucken, da\u00df M\u00e4rkte effektiv sind, eine Theorie, die seit ihrer Erfindung mehr Augenschein gegen sich hat als die abwegigsten Erwartungen esoterischer Sektie\u00adrer.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EAn der dennoch eisern festgehalten wird, durch die schlimm\u00adsten Engp\u00e4sse hindurch, weil sie zwar keine Wahrheit ausdr\u00fcckt, aber Interessen bedient.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EUnd da\u00df jedesmal, wenn alle diese Wahnvorstellungen ihre Fadenschei\u00adnigkeit wieder an der Wirklichkeit Schiffbruch erleiden sehen, wieder irgendeine Intervention l\u00e4stiger Staaten. Demokratien, Verwaltungen, kurz: \u00f6ffentlicher Einrichtungen, die zu privatisieren man vers\u00e4umt hat, die Schuld tr\u00e4gt.\u00a0\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EDie Manich\u00e4er waren Opportunisten dagegen; keine Nachricht kann die Selbstgewi\u00dfheit der Gl\u00e4ubigen er\u00adsch\u00fcttern, sie sind im Recht, sie sind humorlos, sie sind unbelehrbar!\u003C/li\u003E\n\u003C/ol\u003E\n\u003Cdiv\u003E\u00a0\u003C/div\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Chr /\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Csup\u003E1)\u00a0\u003C/sup\u003EZur \u201cVolkswirtschaftsfr\u00f6mmigkeit\u201d bringen Darth und Kirchner einen Einschub, den ich wegen der besseren Lesbarkeit hier extra und gek\u00fcrzt bringe:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWas \u201eVerwissenschaftlichung von Erzeugung und Handel\u201d genannt wird und sonstige Tatsachen der \u201eknowledge economy\u201d sind genau die akkumulationsf\u00f6rderlichen, verkehrsformenpr\u00e4genden Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung, f\u00fcr deren hinrei\u00adchende Aufschl\u00fcsselung Marx in den Grundrissen drei, vier Abs\u00e4tze braucht.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/VgfZlCKgNAs\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Aus <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/der_implex-dietmar_dath_42264.html">Dath/Kirchner “Implex</a>” 616f. (lesbarer gemacht):</p> <blockquote><ol> <li>Gegessen wird, was auf den Tisch, nämlich auf den Markt kommt. </li> <li>Nur Experten wissen, wie es gekocht wurde.</li> <li>Wer sich nicht durch die Geschichte der <strong>Volkswirtschaftsfrömmigkeit<sup>1)</sup></strong> samt Klassik, Neoklassik, Grenznutzentheorie, Ordoliberalismus, Spieltheorie und Humpelpumpel gefressen hat, ist nicht berechtigt, auch nur festzustellen, daß der Vorstand der Deutschen Bahn nicht weiß, daß man Leute im Sommer nicht in den Waggons von Fernzügen backen darf, im Winter nicht auf verschneiter Strecke stehenlassen muß, wenn man ein bißchen weniger knapp plant.</li> <li>Denn es geht nicht um Wissen, es geht um Glauben: Man soll schlucken, daß Märkte effektiv sind, eine Theorie, die seit ihrer Erfindung mehr Augenschein gegen sich hat als die abwegigsten Erwartungen esoterischer Sektie­rer.</li> <li>An der dennoch eisern festgehalten wird, durch die schlimm­sten Engpässe hindurch, weil sie zwar keine Wahrheit ausdrückt, aber Interessen bedient.</li> <li>Und daß jedesmal, wenn alle diese Wahnvorstellungen ihre Fadenschei­nigkeit wieder an der Wirklichkeit Schiffbruch erleiden sehen, wieder irgendeine Intervention lästiger Staaten. Demokratien, Verwaltungen, kurz: öffentlicher Einrichtungen, die zu privatisieren man versäumt hat, die Schuld trägt. </li> <li>Die Manichäer waren Opportunisten dagegen; keine Nachricht kann die Selbstgewißheit der Gläubigen er­schüttern, sie sind im Recht, sie sind humorlos, sie sind unbelehrbar!</li> </ol> <div> </div> </blockquote> <hr /> <p><sup>1) </sup>Zur “Volkswirtschaftsfrömmigkeit” bringen Darth und Kirchner einen Einschub, den ich wegen der besseren Lesbarkeit hier extra und gekürzt bringe:</p> <blockquote> <p>Was „Verwissenschaftlichung von Erzeugung und Handel” genannt wird und sonstige Tatsachen der „knowledge economy” sind genau die akkumulationsförderlichen, verkehrsformenprägenden Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung, für deren hinrei­chende Aufschlüsselung Marx in den Grundrissen drei, vier Absätze braucht.</p> </blockquote><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/VgfZlCKgNAs" height="1" width="1" />Thu, 03 May 2012 16:48:43 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/251321166/Volkswirtschaftsfr-mmigkeit-und-das-Backrohr-der-Wirklichkeiturn:www-soup-io:1:251321166regularfallobst Büchereien-Zukunft: Ein Startschuss mit Quasteln {"tags":["Bibliotheken","Betriebsdemokratie","BibliothekarInnen","B\u00fcchereien","B\u00fcchereien-Wien","B\u00fcchereikonzept"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/RDxFCbSLa-c/\"\u003EB\u00fcchereien-Zukunft: Ein Startschuss mit Quasteln\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/RDxFCbSLa-c/","body":"\u003Cp\u003EWie \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/\"\u003E\u003Cspan\u003Eberichtet\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E, werden sich die Wiener B\u00fcchereien demn\u00e4chst ihrer Zukunft widmen. Als Startschuss daf\u00fcr kann jene Mitteilung der B\u00fcchereienleitung angesehen werden, in welcher f\u00fcr \u201ceinen Prozess zur zukunftstr\u00e4chtigen Strategiepr\u00e4zisierung\u201d die Prozess-Firma und der Prozessbeginn genannt wurden. Weiters wurde eine 10-k\u00f6pfige Vorbereitungsgruppe angek\u00fcndigt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"raketenstart\" class=\"alignright size-full wp-image-4367\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/raketenstart.jpg\" height=\"327\" alt=\"\" width=\"206\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEinige Tage sp\u00e4ter\u00a0 brachte eine Mitarbeiterin der B\u00fcchereien\u00a0 von einem bereits nominierten Mitglied der Vorbereitungsgruppe in Erfahrung, dass in der ersten Projektphase insgesamt 12 Interviews mit MitarbeiterInnen bzw. Gruppen von MitarbeiterInnen geplant seien.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWeiters erfuhr sie, dass zwei Personalvertreter am Prozess teilnehmen werden. Und ein Wochenende sp\u00e4ter meldete sich auch eine aus den Zweigstellen nominierte Vertreterin, dass sie vom Bibliothekarischen Leiter ernannt worden sei.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Recherchen der oben erw\u00e4hnten Mitarbeiterin ergaben auch, dass der Vorbereitungsgruppe die Aufgabe zugewiesen sei, sowohl \u201cdas Projektdesign\u201d als auch die InterviewpartnerInnen zu bestimmen und den Interviewleitfaden zu diskutieren.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAus all dem ist ersichtlich, dass Informationen, \u00fcber welche die Leitung der B\u00fcchereien bereits verf\u00fcgt, erst durch die Initiative einer Kollegin allen Bediensteten zug\u00e4nglich wurde. Auch zeigt sich, dass es konkrete Vorstellungen (Interviews) und Vorbereitungen (Interviewleitfaden) f\u00fcr die Projektdurchf\u00fchrung gibt, die in der Erstinformation der Leitung nicht erw\u00e4hnt wurden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDas m\u00f6gen Kinkerlitzchen sein, sagt aber bereits etwas \u00fcber das \u201cInformationsdesign\u201d der Leitung aus. Es ist aber sowieso eine altbekannte Tatsache, dass nur bekanntgegeben wird, was gar nicht mehr zu verschweigen ist.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"future\" class=\"alignleft size-full wp-image-4371\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/future.jpg\" height=\"297\" alt=\"\" width=\"248\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEntscheidender ist aber etwas anderes: Weder die neue Abteilungsleitung, noch die Leitung der B\u00fcchereien gaben bisher bekannt, was \u003Cstrong\u003ESIE selber\u003C/strong\u003E f\u00fcr Vorstellungen \u00fcber die Zukunft der B\u00fcchereien haben. Was wollen \u003Cstrong\u003ESIE\u003C/strong\u003E erreichen?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd schlie\u00dflich: Was wird den Bediensteten, welche in den letzten Jahren viele Umorientierungen und Neuorganisierungen, sowie erhebliche zus\u00e4tzliche Belastungen zum Nulltarif \u2013 und mitbestimmungslos \u2013 ausgesetzt waren, \u003Cstrong\u003Eangeboten\u003C/strong\u003E?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EOhne eine solche Deklaration der F\u00fchrungskr\u00e4fte, welche im Managementjargon gerne als \u201cKompetenzebenen\u201d bezeichnet werden, w\u00fcrde das Projekt, einen Entwicklungsplan der B\u00fcchereien auf die Beine zu stellen \u2013 so wie andere \u00e4hnliche Projekte zuvor \u2013 unweigerlich Schiffbruch erleiden und den Frust der Belegschaft steigern.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/RDxFCbSLa-c\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Wie <a href="http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/"><span>berichtet</span></a>, werden sich die Wiener Büchereien demnächst ihrer Zukunft widmen. Als Startschuss dafür kann jene Mitteilung der Büchereienleitung angesehen werden, in welcher für “einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung” die Prozess-Firma und der Prozessbeginn genannt wurden. Weiters wurde eine 10-köpfige Vorbereitungsgruppe angekündigt.</p> <p><img class="alignright size-full wp-image-4367" title="raketenstart" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/raketenstart.jpg" height="327" alt="" width="206" /></p> <p>Einige Tage später  brachte eine Mitarbeiterin der Büchereien  von einem bereits nominierten Mitglied der Vorbereitungsgruppe in Erfahrung, dass in der ersten Projektphase insgesamt 12 Interviews mit MitarbeiterInnen bzw. Gruppen von MitarbeiterInnen geplant seien.</p> <p>Weiters erfuhr sie, dass zwei Personalvertreter am Prozess teilnehmen werden. Und ein Wochenende später meldete sich auch eine aus den Zweigstellen nominierte Vertreterin, dass sie vom Bibliothekarischen Leiter ernannt worden sei.</p> <p>Die Recherchen der oben erwähnten Mitarbeiterin ergaben auch, dass der Vorbereitungsgruppe die Aufgabe zugewiesen sei, sowohl “das Projektdesign” als auch die InterviewpartnerInnen zu bestimmen und den Interviewleitfaden zu diskutieren.</p> <p>Aus all dem ist ersichtlich, dass Informationen, über welche die Leitung der Büchereien bereits verfügt, erst durch die Initiative einer Kollegin allen Bediensteten zugänglich wurde. Auch zeigt sich, dass es konkrete Vorstellungen (Interviews) und Vorbereitungen (Interviewleitfaden) für die Projektdurchführung gibt, die in der Erstinformation der Leitung nicht erwähnt wurden.</p> <p>Das mögen Kinkerlitzchen sein, sagt aber bereits etwas über das “Informationsdesign” der Leitung aus. Es ist aber sowieso eine altbekannte Tatsache, dass nur bekanntgegeben wird, was gar nicht mehr zu verschweigen ist.</p> <p><img class="alignleft size-full wp-image-4371" title="future" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/future.jpg" height="297" alt="" width="248" /></p> <p>Entscheidender ist aber etwas anderes: Weder die neue Abteilungsleitung, noch die Leitung der Büchereien gaben bisher bekannt, was <strong>SIE selber</strong> für Vorstellungen über die Zukunft der Büchereien haben. Was wollen <strong>SIE</strong> erreichen?</p> <p>Und schließlich: Was wird den Bediensteten, welche in den letzten Jahren viele Umorientierungen und Neuorganisierungen, sowie erhebliche zusätzliche Belastungen zum Nulltarif – und mitbestimmungslos – ausgesetzt waren, <strong>angeboten</strong>?</p> <p>Ohne eine solche Deklaration der Führungskräfte, welche im Managementjargon gerne als “Kompetenzebenen” bezeichnet werden, würde das Projekt, einen Entwicklungsplan der Büchereien auf die Beine zu stellen – so wie andere ähnliche Projekte zuvor – unweigerlich Schiffbruch erleiden und den Frust der Belegschaft steigern.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/RDxFCbSLa-c" height="1" width="1" />Wed, 25 Apr 2012 17:10:21 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/249541316/B-chereien-Zukunft-Ein-Startschuss-mit-Quastelnurn:www-soup-io:1:249541316regularbibliothekenbetriebsdemokratiebibliothekarinnenbüchereienbüchereien-wienbüchereikonzept Bücherverbrennung 1933 {"tags":["Bibliotheken","Kampfspuren","B\u00fccherverbrennungen","Nationalsozialismus"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/3Wtynu0WgLw/\"\u003EB\u00fccherverbrennung 1933\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/3Wtynu0WgLw/","body":"\u003Cp\u003EDer Jahrestag der B\u00fccherverbrennung j\u00e4hrt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEr bietet Anlass, der vielen damals aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EF\u00fcr zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast, in den Selbstmord getrieben zu werden. Die \u201eGl\u00fccklicheren\u201c k\u00f6nnen durch Flucht ihr \u201enacktes\u201c Leben retten, und einige wenige bleiben und verstummen.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003EB\u00fccherverbrennung \u2013 Exilliteratur\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EIn Petra \u00d6llingers virtueller Bibliothek finden Sie im Beitrag \u003Ca href=\"http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/\" title=\"Eine Zusammenstellung von Infos \u00fcber zweihundert AutorInnen der Exilliteratur\"\u003E\u201eB\u00fccherverbrennung \u2013 Exilliteratur\u201c\u003C/a\u003E eine \u003Cstrong\u003EZusammenstellung von \u00fcber 200 AutorInnen.\u003C/strong\u003E Jeder Eintrag ist mit einem oder mehreren weiterf\u00fchrenden Links versehen. Die Liste wird unter anderem von einem Verzeichnis mit Sekund\u00e4rliteratur erg\u00e4nzt.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003E\u201eWider dem undeutschen Geist\u201c\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EAm 30. J\u00e4nner 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Monat sp\u00e4ter setzt die \u003Ca href=\"http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/reichstagsbrandverordnung/index.html\" title=\"Die Reichstagsbrandverordnung setzt die Verfassung au\u00dfer Kraft\"\u003E Reichstagsbrandverordnung\u003C/a\u003E die B\u00fcrgerInnenrechte der Weimarer Verfassung au\u00dfer Kraft.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EBereits im M\u00e4rz 1933 kommt es im Zuge der \u201eAktion wider den undeutschen Geist\u201c zu ersten B\u00fccherverbrennungen. Bei der am 10. Mai vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund initiierten B\u00fccherverbrennung h\u00e4lt \u003Ca href=\"http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GoebbelsJoseph/index.html\" title=\"Kurzbiographie von Joseph Goebbels\"\u003EJoseph Goebbels\u003C/a\u003E in Berlin die \u201eFeuerrede\u201c.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003EDer Augenzeuge\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EErich K\u00e4stner ist Zeuge, wie seine B\u00fccher am Berliner Opernplatz in Flammen aufgehen und h\u00f6rt seinen Namen im zweiten Feuerspruch: \u003Cem\u003E\u201eGegen Dekadenz und moralischen Verfall! F\u00fcr Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich \u00fcbergebe der Flamme die Schriften von \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Mann\" title=\"Der Schriftsteller Heinrich Mann\"\u003EHeinrich Mann\u003C/a\u003E, \u003Ca href=\"http://blog.zvab.com/2008/04/28/ernst-glaeser-gefeiert-verfemt-vergessen-zur-karriere-eines-deutschen-schriftstellers/\" title=\"Der Schriftsteller Ernst Glaeser\"\u003EErnst Glaeser\u003C/a\u003E und \u003Ca href=\"http://www.erich-kaestner-museum.de/\" title=\"Der Schriftsteller Erich K\u00e4stner\"\u003EErich K\u00e4stner\u003C/a\u003E.\u201c\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/B\u00fccherverbrennung_1933.jpg\"\u003E\u003Cimg class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3478\" src=\"http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/B\u00fccherverbrennung_1933-117x150.jpg\" height=\"150\" alt=\"B\u00fccherverbrennung 1933 von Otto Gerhausen (1881-1936)\" width=\"117\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003E\u201eUnd im Jahre 1933 wurden meine B\u00fccher in Berlin, auf dem gro\u00dfen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit d\u00fcster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch f\u00fcr immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig der pers\u00f6nlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. [\u2026] Pl\u00f6tzlich rief eine schrille Frauenstimme: \u201aDort steht ja K\u00e4stner!\u2018 Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zw\u00e4ngte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verbl\u00fcffung \u00fcbertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die B\u00fccher flogen weiter ins Feuer.\u201c\u003C/em\u003E Erich K\u00e4stner: \u201eKennst du das Land, in dem die Kanonen bl\u00fchen?\u201c \u2013 Auszug aus dem Vorwort \u201eBei Durchsicht meiner B\u00fccher\u201c via \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland\" title=\"B\u00fccherverbrennung 1933 in Deutschland\"\u003EWikipedia.\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EIn ganz Deutschland brennen die Scheiterhaufen \u00fcber siebzig Mal. \u2013 \u201eDas war ein Vorspiel nur, dort wo man B\u00fccher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.\u201d Aus der Trag\u00f6die \u201eAlmansor\u201c von Heinrich Heine.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAm 1. November 1933 wird die Reichsschrifttumskammer als Instrument zur F\u00fchrung und \u00dcberwachung von AutorInnen, Verlagen und Buchhandel durch die NationalsozialistInnen gegr\u00fcndet.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003EScharfsinnige Worte aus dem Exil\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EAm 11. Dezember 1933 vertraut der Schriftsteller \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Schickele\"\u003ERen\u00e9 Schickele\u003C/a\u003E (1883 \u2013 1940) im franz\u00f6sischen Exil, seinem Tagebuch folgende Zeilen an: \u003Cem\u003E\u201eWenn es Goebbels gelingt, unsere Namen von den deutschen Tafeln zu l\u00f6schen, sind wir tot. Gespenster in der Diaspora, in der wasserarmen Provinz. Schon die n\u00e4chste Generation wird nichts mehr von uns wissen.\u201c\u003C/em\u003E Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Autor, einer der bedeutenden Wegbereiter des literarischen Expressionismus, bereits \u00fcber ein Jahr im franz\u00f6sischen Exil. Kurz bevor die Wehrmacht in Frankreich einmarschiert, stirbt er.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003EDie Verschollene\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EDie Lebensgeschichte von Maria Leitner steht f\u00fcr das Schicksal vieler Schriftstellerinnen in der Zeit des Nationalsozialismus.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESie wird 1889 in einer deutschsprachigen Familie in Ungarn geboren. Ab 1913 arbeitet sie als Journalistin in Budapest. Nach dem 1. Weltkrieg bzw. dem Ende der Ungarischen R\u00e4terepublik emigriert sie \u00fcber Wien nach Berlin.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAb 1925 durchquert sie drei Jahre lang den amerikanischen Kontinent. Bei ihrer literarischen Arbeit verl\u00e4sst sie sich nicht auf den Blick von au\u00dfen. Sie sammelt vielmehr in den unterschiedlichsten beruflichen T\u00e4tigkeiten, beispielsweise als Dienstm\u00e4dchen und Zigarettendreherin, ihre Erfahrungen vor Ort.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuf der schwarzen Liste der NazionalsozialistInnen befindlich, muss sie 1933 untertauchen und kommt als Emigrantin \u00fcber Prag nach Paris. Erst ab 1936 erh\u00e4lt sie wieder Auftr\u00e4ge, unter anderem bereist sie inkognito Deutschland und berichtet, wie sich das Land zum Krieg r\u00fcstet.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E1940, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris, wird sie von den franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden im Lager Camp de Gurs interniert. Ihr gelingt die Flucht nach Marseille, wo sie in extrem \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen im Untergrund lebt. Ihre Versuche, ein Visum f\u00fcr die Vereinigten Staaten zu erlangen, scheitern. Im Fr\u00fchjahr 1942 wird sie ein letztes Mal, verzweifelt und krank, im B\u00fcro des American Rescue Committee in Marseille gesehen. Danach verliert sich ihre Spur.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.heise.de/tp/artikel/31/31714/1.html\" title=\"Kein Platz in Amerika. Ein Artikel von Hans Schmid \u00fcber Maria Leitner, Teil 1\"\u003EHans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.\u003C/a\u003E \u00dcber Maria Leitner, die Pionierin der Undercover-Reportage, Teil 1.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.heise.de/tp/artikel/31/31715/1.html\" title=\"Kein Platz in Amerika, Teil 2. Ein Artikel von Hans Schmid \u00fcber Maria Leitner\"\u003EHans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.\u003C/a\u003E In geheimer Mission im Dritten Reich, Teil 2.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003EZensur und B\u00fccherverbrennung in \u00d6sterreich\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EDie \u201eReichspost \u2013 Unabh\u00e4ngiges Tagblatt f\u00fcr das christliche Volk\u201c berichtet ihren LeserInnen am \u003Ca href=\"http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt\u0026amp;datum=19330517\u0026amp;seite=1\u0026amp;zoom=33\" title=\"Reichspost vom 17. Mai 1933\"\u003E17. Mai 1933\u003C/a\u003E unter anderem Folgendes:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Cem\u003E\u201eMan kann in der Nationalsozialistischen Kunst und Literaturrevolution mancherlei kreuzende Str\u00f6mungen und Gegenstr\u00f6mungen beobachten. Die eine, die innerhalb kurzer Zeit die die deutsche Volksseele vergiftende Asphalt- und Zersetzungsliteratur fremdrassiger und einheimischer Provenienz weggeschwemmt hat, ist im Namen deutscher W\u00fcrde und Ehre w\u00e4rmstens zu begr\u00fc\u00dfen.\u201c\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EIn \u00d6sterreich leistet der austrofaschistische St\u00e4ndestaat bis zum \u201eAnschluss\u201c an das Deutsche Reich am 12. M\u00e4rz 1938 gr\u00fcndliche Vorarbeit.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDas Verbot der sozialdemokratischen Partei (1934) er\u00f6ffnet der \u201eZentralstelle f\u00fcr Volksbildung\u201c (ZV) im Unterrichtsministerium (BMU) neue M\u00f6glichkeiten und bringt erweiterte Aufgaben mit sich:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E \u003Cem\u003E\u201eDas bedeutete oder bedingte eine massenhafte S\u00e4uberung von B\u00fcchereien landauf, landab und seien es B\u00fcchersammlungen kleiner Freiwilliger Feuerwehren. Es mussten hunderte und aberhunderte sozialdemokratische Bildungseinrichtungen \u2013 hier B\u00fcchereien \u2013 die als Vereine existierten, aufgel\u00f6st und liquidiert werden. Es mussten Lokale geschlossen, Miet- und Personalvertr\u00e4ge gel\u00f6st und allf\u00e4lliges Verm\u00f6gen beschlagnahmt und verwertet werden. Volks- und Arbeiterb\u00fcchereien mussten gesichtet werden, und \u201aunerw\u00fcnschte\u2018, aber nicht zwangsweise \u201averbotene\u2018 Literatur war auszusondern.\u201c\u003C/em\u003E Gisela Kolar, Ein \u201eVorspiel\u201c: \u003Ca href=\"http://othes.univie.ac.at/1730/1/2008-10-15_9007493.pdf\" title=\"Die Wiener Arbeiterb\u00fcchereien im Austrofaschismus\"\u003EDie Wiener Arbeiterb\u00fcchereien im Austrofaschismus\u003C/a\u003E, Diplomarbeit, Wien 2008, S. 58.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDie einzige nationalsozialistische B\u00fccherverbrennung in \u00d6sterreich findet am 30. M\u00e4rz 1938 in Salzburg statt. Neben linken und j\u00fcdischen AutorInnen werden auch B\u00fccher katholischer, st\u00e4ndestaatlicher und legitimistischer Politiker ein Opfer der Flammen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ERund 66 Jahre nach der Befreiung von der NS-Diktatur im November 2011 wird in Salzburg zum Gedenken an die B\u00fccherverbrennung am Residenzplatz eine Tafel enth\u00fcllt.\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u00a0\u00a0\u003C/h3\u003E\n\u003Ch3\u003ENiemals vergessen!\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003EDas Leben und Werk der in der Zusammenstellung \u003Ca href=\"http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/\" title=\"Weiterf\u00fchrende Infos \u00fcber zweihundert AutorInnen der Exilliteratur \"\u003E\u201eB\u00fccherverbrennung \u2013 Exilliteratur\u201d\u003C/a\u003E bisher erfassten AutorInnen steht stellvertretend f\u00fcr viele weitere vom Nationalsozialismus verfolgter SchriftstellerInnen. \u2013 Ein Beitrag wider dem Vergessen. Vielleicht regt Sie die Liste der AutorInnen dazu an, den Kontakt zu einem / einer alten \u201eBekannten\u201c zu erneuern. Oder die Namen der AutorInnen animieren Sie, bisher Unbekanntes aus der Welt der Literatur zu erschlie\u00dfen.\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4260\"\u003E\u003Ca href=\"http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/\"\u003E\u003Cimg title=\"logo2\" class=\"alignright wp-image-4260\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/logo2-128x150.gif\" height=\"120\" alt=\"\" width=\"102\" /\u003E\u003C/a\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003EDieser Beitrag ist eine Zusammenfassung von Artikeln zum Thema B\u00fccherverbrennung / Exilliteratur auf der Site \u201c\u003Ca href=\"http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at\"\u003EDuftender Doppelpunkt\u201d \u2013 Infos aus Literatur und Wissenschaft\u003C/a\u003E\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie \u003Ca href=\"http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/\"\u003EListe der ExilautorInnen\u003C/a\u003E versteht sich als work in progress \u2013 Anregungen und Erg\u00e4nzungen nehmen wir gerne entgegen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"mailto:info@literaturblog-duftender-doppelpunkt.at\"\u003EGeorg Schober und Petra \u00d6llinger\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/3Wtynu0WgLw\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Der Jahrestag der Bücherverbrennung jährt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal.</p> <p>Er bietet Anlass, der vielen damals aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen.</p> <p>Für zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast, in den Selbstmord getrieben zu werden. Die „Glücklicheren“ können durch Flucht ihr „nacktes“ Leben retten, und einige wenige bleiben und verstummen.</p> <h3>  </h3> <h3>Bücherverbrennung – Exilliteratur</h3> <p>In Petra Öllingers virtueller Bibliothek finden Sie im Beitrag <a href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/" title="Eine Zusammenstellung von Infos über zweihundert AutorInnen der Exilliteratur">„Bücherverbrennung – Exilliteratur“</a> eine <strong>Zusammenstellung von über 200 AutorInnen.</strong> Jeder Eintrag ist mit einem oder mehreren weiterführenden Links versehen. Die Liste wird unter anderem von einem Verzeichnis mit Sekundärliteratur ergänzt.</p> <h3>  </h3> <h3>„Wider dem undeutschen Geist“</h3> <p>Am 30. Jänner 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Monat später setzt die <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/reichstagsbrandverordnung/index.html" title="Die Reichstagsbrandverordnung setzt die Verfassung außer Kraft"> Reichstagsbrandverordnung</a> die BürgerInnenrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft.</p> <p>Bereits im März 1933 kommt es im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu ersten Bücherverbrennungen. Bei der am 10. Mai vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund initiierten Bücherverbrennung hält <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GoebbelsJoseph/index.html" title="Kurzbiographie von Joseph Goebbels">Joseph Goebbels</a> in Berlin die „Feuerrede“.</p> <h3>  </h3> <h3>Der Augenzeuge</h3> <p>Erich Kästner ist Zeuge, wie seine Bücher am Berliner Opernplatz in Flammen aufgehen und hört seinen Namen im zweiten Feuerspruch: <em>„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Mann" title="Der Schriftsteller Heinrich Mann">Heinrich Mann</a>, <a href="http://blog.zvab.com/2008/04/28/ernst-glaeser-gefeiert-verfemt-vergessen-zur-karriere-eines-deutschen-schriftstellers/" title="Der Schriftsteller Ernst Glaeser">Ernst Glaeser</a> und <a href="http://www.erich-kaestner-museum.de/" title="Der Schriftsteller Erich Kästner">Erich Kästner</a>.“</em></p> <p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/Bücherverbrennung_1933.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3478" src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/Bücherverbrennung_1933-117x150.jpg" height="150" alt="Bücherverbrennung 1933 von Otto Gerhausen (1881-1936)" width="117" /></a></p> <blockquote> <p><em>„Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. […] Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: ‚Dort steht ja Kästner!‘ Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer.“</em> Erich Kästner: „Kennst du das Land, in dem die Kanonen blühen?“ – Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“ via <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland" title="Bücherverbrennung 1933 in Deutschland">Wikipedia.</a></p> </blockquote> <p>In ganz Deutschland brennen die Scheiterhaufen über siebzig Mal. – „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” Aus der Tragödie „Almansor“ von Heinrich Heine.</p> <p>Am 1. November 1933 wird die Reichsschrifttumskammer als Instrument zur Führung und Überwachung von AutorInnen, Verlagen und Buchhandel durch die NationalsozialistInnen gegründet.</p> <h3>  </h3> <h3>Scharfsinnige Worte aus dem Exil</h3> <p>Am 11. Dezember 1933 vertraut der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Schickele">René Schickele</a> (1883 – 1940) im französischen Exil, seinem Tagebuch folgende Zeilen an: <em>„Wenn es Goebbels gelingt, unsere Namen von den deutschen Tafeln zu löschen, sind wir tot. Gespenster in der Diaspora, in der wasserarmen Provinz. Schon die nächste Generation wird nichts mehr von uns wissen.“</em> Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Autor, einer der bedeutenden Wegbereiter des literarischen Expressionismus, bereits über ein Jahr im französischen Exil. Kurz bevor die Wehrmacht in Frankreich einmarschiert, stirbt er.</p> <h3>  </h3> <h3>Die Verschollene</h3> <p>Die Lebensgeschichte von Maria Leitner steht für das Schicksal vieler Schriftstellerinnen in der Zeit des Nationalsozialismus.</p> <p>Sie wird 1889 in einer deutschsprachigen Familie in Ungarn geboren. Ab 1913 arbeitet sie als Journalistin in Budapest. Nach dem 1. Weltkrieg bzw. dem Ende der Ungarischen Räterepublik emigriert sie über Wien nach Berlin.</p> <p>Ab 1925 durchquert sie drei Jahre lang den amerikanischen Kontinent. Bei ihrer literarischen Arbeit verlässt sie sich nicht auf den Blick von außen. Sie sammelt vielmehr in den unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, beispielsweise als Dienstmädchen und Zigarettendreherin, ihre Erfahrungen vor Ort.</p> <p>Auf der schwarzen Liste der NazionalsozialistInnen befindlich, muss sie 1933 untertauchen und kommt als Emigrantin über Prag nach Paris. Erst ab 1936 erhält sie wieder Aufträge, unter anderem bereist sie inkognito Deutschland und berichtet, wie sich das Land zum Krieg rüstet.</p> <p>1940, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris, wird sie von den französischen Behörden im Lager Camp de Gurs interniert. Ihr gelingt die Flucht nach Marseille, wo sie in extrem ärmlichen Verhältnissen im Untergrund lebt. Ihre Versuche, ein Visum für die Vereinigten Staaten zu erlangen, scheitern. Im Frühjahr 1942 wird sie ein letztes Mal, verzweifelt und krank, im Büro des American Rescue Committee in Marseille gesehen. Danach verliert sich ihre Spur.</p> <p><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31714/1.html" title="Kein Platz in Amerika. Ein Artikel von Hans Schmid über Maria Leitner, Teil 1">Hans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.</a> Über Maria Leitner, die Pionierin der Undercover-Reportage, Teil 1.</p> <p><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31715/1.html" title="Kein Platz in Amerika, Teil 2. Ein Artikel von Hans Schmid über Maria Leitner">Hans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.</a> In geheimer Mission im Dritten Reich, Teil 2.</p> <h3>  </h3> <h3>Zensur und Bücherverbrennung in Österreich</h3> <p>Die „Reichspost – Unabhängiges Tagblatt für das christliche Volk“ berichtet ihren LeserInnen am <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19330517&amp;seite=1&amp;zoom=33" title="Reichspost vom 17. Mai 1933">17. Mai 1933</a> unter anderem Folgendes:</p> <blockquote><p><em>„Man kann in der Nationalsozialistischen Kunst und Literaturrevolution mancherlei kreuzende Strömungen und Gegenströmungen beobachten. Die eine, die innerhalb kurzer Zeit die die deutsche Volksseele vergiftende Asphalt- und Zersetzungsliteratur fremdrassiger und einheimischer Provenienz weggeschwemmt hat, ist im Namen deutscher Würde und Ehre wärmstens zu begrüßen.“</em></p> </blockquote> <p>In Österreich leistet der austrofaschistische Ständestaat bis zum „Anschluss“ an das Deutsche Reich am 12. März 1938 gründliche Vorarbeit.</p> <p>Das Verbot der sozialdemokratischen Partei (1934) eröffnet der „Zentralstelle für Volksbildung“ (ZV) im Unterrichtsministerium (BMU) neue Möglichkeiten und bringt erweiterte Aufgaben mit sich:</p> <blockquote><p> <em>„Das bedeutete oder bedingte eine massenhafte Säuberung von Büchereien landauf, landab und seien es Büchersammlungen kleiner Freiwilliger Feuerwehren. Es mussten hunderte und aberhunderte sozialdemokratische Bildungseinrichtungen – hier Büchereien – die als Vereine existierten, aufgelöst und liquidiert werden. Es mussten Lokale geschlossen, Miet- und Personalverträge gelöst und allfälliges Vermögen beschlagnahmt und verwertet werden. Volks- und Arbeiterbüchereien mussten gesichtet werden, und ‚unerwünschte‘, aber nicht zwangsweise ‚verbotene‘ Literatur war auszusondern.“</em> Gisela Kolar, Ein „Vorspiel“: <a href="http://othes.univie.ac.at/1730/1/2008-10-15_9007493.pdf" title="Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus">Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus</a>, Diplomarbeit, Wien 2008, S. 58.</p> </blockquote> <p>Die einzige nationalsozialistische Bücherverbrennung in Österreich findet am 30. März 1938 in Salzburg statt. Neben linken und jüdischen AutorInnen werden auch Bücher katholischer, ständestaatlicher und legitimistischer Politiker ein Opfer der Flammen.</p> <p>Rund 66 Jahre nach der Befreiung von der NS-Diktatur im November 2011 wird in Salzburg zum Gedenken an die Bücherverbrennung am Residenzplatz eine Tafel enthüllt.</p> <h3>  </h3> <h3>Niemals vergessen!</h3> <p>Das Leben und Werk der in der Zusammenstellung <a href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/" title="Weiterführende Infos über zweihundert AutorInnen der Exilliteratur ">„Bücherverbrennung – Exilliteratur”</a> bisher erfassten AutorInnen steht stellvertretend für viele weitere vom Nationalsozialismus verfolgter SchriftstellerInnen. – Ein Beitrag wider dem Vergessen. Vielleicht regt Sie die Liste der AutorInnen dazu an, den Kontakt zu einem / einer alten „Bekannten“ zu erneuern. Oder die Namen der AutorInnen animieren Sie, bisher Unbekanntes aus der Welt der Literatur zu erschließen.</p> <div class="alignright size-thumbnail wp-image-4260"><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/"><img class="alignright wp-image-4260" title="logo2" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/logo2-128x150.gif" height="120" alt="" width="102" /></a> <p><em>Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung von Artikeln zum Thema Bücherverbrennung / Exilliteratur auf der Site “<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at">Duftender Doppelpunkt” – Infos aus Literatur und Wissenschaft</a></em></p> <p>Die <a href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/">Liste der ExilautorInnen</a> versteht sich als work in progress – Anregungen und Ergänzungen nehmen wir gerne entgegen.</p> <p><a href="mailto:info@literaturblog-duftender-doppelpunkt.at">Georg Schober und Petra Öllinger</a></p> </div> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/3Wtynu0WgLw" height="1" width="1" />Thu, 19 Apr 2012 08:59:10 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/247717537/B-cherverbrennung-1933urn:www-soup-io:1:247717537regularbibliothekenkampfspurenbücherverbrennungennationalsozialismus Wiener Büchereien: “zukunftsträchtige Strategiepräzisierung” und anderer Bullshit {"tags":["Bibliotheken","Fallobst"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ML7bUdRFYH0/\"\u003EWiener B\u00fcchereien: \u201czukunftstr\u00e4chtige Strategiepr\u00e4zisierung\u201d und anderer Bullshit\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ML7bUdRFYH0/","body":"\u003Cp\u003EKnapp vor Dienstschluss flatterte letzten Dienstag den Bediensteten der Wiener B\u00fcchereien eine Mail aus den H\u00e4nden ihrer Leitung in die Box, aus der sie erfahren, dass wieder einmal externe Berater ihnen sagen werden, wo es lang geht. Was vorerst mal hei\u00dft, ziemlich gro\u00dfer zus\u00e4tzlicher Aufwand f\u00fcr alle KollegInnen, die einbezogen werden bzw. f\u00fcr jene, welche deren Arbeit f\u00fcr diese Zeit zu \u00fcbernehmen haben. Was angesichts der selbst von der Leitung zugegebenen personellen Unterbesetzung in vielen Zweigstellen der B\u00fcchereien einigerma\u00dfen unverantwortlich ist. Dazu kommt, dass die bisherigen Beratungsprozesse durchaus noch in schlechter Erinnerung sind. Entweder war das Ergebnis reiner Nonsens oder es wurden Ma\u00dfnahmen gesetzt, welche die B\u00fcchereien f\u00fcr eine neoliberale Zurichtung sozusagen optimieren sollten. Ein gemeinsames Merkmal war, dass die von den beteiligten B\u00fcchereibediensteten ge\u00e4u\u00dferten \u00dcberlegungen und Vorschl\u00e4ge von den Unternehmensberatern zumeist nicht oder nur unzureichend verstanden wurden und in verst\u00fcmmelter Form, aber angereichert mit Management-Slang im Endbericht aufschienen. Die wenigen sinnvollen Sachen, die raus kamen (waren es insgesamt zwei oder drei?), h\u00e4tten mit viel weniger Aufwand und mit viel, viel weniger Kosten aus einigen strukturierten Gespr\u00e4chskreisen mit Leitung und Belegschaft rascher ermittelt werden k\u00f6nnen. Doch das w\u00e4re zu demokratisch gewesen und eventuell h\u00e4tte das Ergebnis doch anders ausgesehen, als zuvor schon ausgemacht. Denn die eigentliche Funktion dieser Beratungsprozesse ist in der Regel die quasi objektiv-wissenschaftliche Legitimierung unangenehmer (Spar)-Ma\u00dfnahmen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIm aktuellen Projekt geht es f\u00fcr die B\u00fcchereien um\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Ch3\u003Eeinen Prozess zur zukunftstr\u00e4chtigen Strategiepr\u00e4zisierung\u003C/h3\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWelche Strategie denn? Seit Jahr und Tag wird von der Belegschaft ein B\u00fcchereikonzept eingefordert und nun wird ein solches \u2013 \u201cStrategie\u201d \u2013 nicht erstellt, sondern \u201cpr\u00e4zisiert\u201d. Also eine Pr\u00e4zisierung des Nichts, daf\u00fcr aber \u201czukunftstr\u00e4chtig\u201d?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAusgew\u00e4hlt f\u00fcr die Durchf\u00fchrung dieser tr\u00e4chtigen Pr\u00e4zisierung wurde eine Firma, die\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Ch3\u003EErfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben\u003C/h3\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003Ehabe. Dazu werde zuallererst ein \u003Cem\u003EProjektvorbereitungsteam\u003C/em\u003E mit der \u003Cem\u003EVorbereitung des Projekts\u003C/em\u003E beginnen, ist weiters zu erfahren. Diesem 10k\u00f6pfigen Ensemble werden aus den Bereichen, wo die eigentliche Aufgabe der B\u00fcchereien\u00a0 erf\u00fcllt wird \u2013 in den Zweigstellen und der Hauptb\u00fccherei im Kontakt mit den BenutzerInnen -, sch\u00e4tzungsweise drei bis vier von ca. 150 dort T\u00e4tigen angeh\u00f6ren. Der Rest setzt sich aus Leitungspersonen und zentralen Referaten zusammen. Die Schieflage zwischen, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft, strategischem und operativem Bereich ist also gegeben. Da es vor diesem noch zu konstituierenden \u003Cem\u003EProjektvorbereitungsteam\u003C/em\u003E bereits ein \u003Cem\u003EProjekt\u003Cspan\u003Evorbereitungs\u003C/span\u003Evorbereitungsteam\u003C/em\u003E mit der Personalvertretung gegeben hat, sowie ein Projekt\u003Cspan\u003Evorbereitungs\u003C/span\u003E\u003Cspan\u003Evorbereitungs\u003C/span\u003Evorbereitungsteam ohne Personalvertretung, so ist klar, wer Bescheid wei\u00df und weiter Bescheid wissen wird und wer \u00fcberfahren werden wird. Unterscheidet sich aber eh nicht von allen dergleichen Projekten: oberhalb der sozusagen \u201cbeteiligungsorientierten\u201d Steuerungsgruppen wirken kleinere Steuerungsteams, welche die Steuerungsgruppe steuern, und hinterm Vorhang dirigiert w\u00e4hrend des gesamten Prozesses zumeist noch der innerste Kreis der Anschaffer, die bestimmen, was am Ende rauskommen darf und was nicht. Also der \u00fcbliche neoliberale Schmonzes.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDiesem Projektvorbereitungsteam wird nun bis zum Sommer das Ziel gesetzt,\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Ch3\u003Eeinen breit abgesicherten Rahmen f\u00fcr ein zweckm\u00e4\u00dfiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten.\u003C/h3\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u201cabzuleiten\u201d? Wovon denn? Wurscht, es muss ein Rahmen daraus werden, das ist klar. Ein abgesicherter Rahmen. Das ist gut. Ein breit abgesicherter Rahmen. Das ist \u00fcberhaupt optimal. Und drinnen soll was Zweckm\u00e4\u00dfiges hausen. Die eingangs angef\u00fchrte \u201czukunftstr\u00e4chtige Strategiepr\u00e4zisierung\u201d.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie B\u00fcchereibediensteten wissen nun Bescheid:\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003EAus dem Nirgendwo soll ein Rahmen abgeleitet werden, in dem die Pr\u00e4zisierung von etwas nicht Vorhandenem mit der Zukunft schwanger geht.\u003C/h3\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv class=\"kasten\"\u003E\n\u003Cp\u003EBetreff: Organisationsentwicklung B\u00fcchereien Wien\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ELiebe Kolleginnen und Kollegen!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWie wir bereits angek\u00fcndigt haben, planen wir mit Unterst\u00fctzung einer externen Beratungsfirma einen Prozess zur \u003Cstrong\u003Ezukunftstr\u00e4chtigen Strategiepr\u00e4zisierung\u003C/strong\u003E und Weiterentwicklung der Organisation der B\u00fcchereien. Nach einem sorgf\u00e4ltigen Auswahlverfahren haben wir uns f\u00fcr die Firma C/O/N/E/C/T/A \u003Ca href=\"http://www.conecta.com/\"\u003Ewww.conecta.com\u003C/a\u003E entschieden. Wir haben damit eine Beratung ausgew\u00e4hlt, die sowohl Erfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben als auch mit Bibliotheken und dem \u00f6ffentlichen Dienst mitbringt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIn Abstimmung mit der Personalvertretung informieren wir Sie nun \u00fcber den ersten Termin zum Entwicklungsvorhaben, der am 30.4. stattfindet. An diesem Termin wird ein Projektvorbereitungsteam erstmals zusammentreten und mit der Vorbereitung des eigentlichen Projektes beginnen. Diesem, aus 10 Personen bestehenden Projektvorbereitungsteam, geh\u00f6ren neben der Abteilungsleitung der MA 13 und der Leitung der B\u00fcchereien Wien auch die Personalvertretung und VertreterInnen aus Zweigstellen, Hauptb\u00fccherei und Zentrale an. Ziel ist es, bis zum Sommer unter Einbeziehung weiterer VertreterInnen unserer Organisation \u003Cstrong\u003Eeinen breit abgesicherten Rahmen f\u00fcr ein zweckm\u00e4\u00dfiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten\u003C/strong\u003E.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEin erstes Vorgespr\u00e4ch mit Herrn Dr. Prammer von Conecta fand am 16. April statt. Auf Grund dieses Gespr\u00e4ches sind wir sehr zuversichtlich und glauben, dass wir gemeinsam mit Ihnen ein spannendes Projekt durchf\u00fchren und gute Ergebnisse erzielen werden.\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cp class=\"kleingedruckt\"\u003E(fett gezeichnete W\u00f6rter hinzugef\u00fcgt)\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ML7bUdRFYH0\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Knapp vor Dienstschluss flatterte letzten Dienstag den Bediensteten der Wiener Büchereien eine Mail aus den Händen ihrer Leitung in die Box, aus der sie erfahren, dass wieder einmal externe Berater ihnen sagen werden, wo es lang geht. Was vorerst mal heißt, ziemlich großer zusätzlicher Aufwand für alle KollegInnen, die einbezogen werden bzw. für jene, welche deren Arbeit für diese Zeit zu übernehmen haben. Was angesichts der selbst von der Leitung zugegebenen personellen Unterbesetzung in vielen Zweigstellen der Büchereien einigermaßen unverantwortlich ist. Dazu kommt, dass die bisherigen Beratungsprozesse durchaus noch in schlechter Erinnerung sind. Entweder war das Ergebnis reiner Nonsens oder es wurden Maßnahmen gesetzt, welche die Büchereien für eine neoliberale Zurichtung sozusagen optimieren sollten. Ein gemeinsames Merkmal war, dass die von den beteiligten Büchereibediensteten geäußerten Überlegungen und Vorschläge von den Unternehmensberatern zumeist nicht oder nur unzureichend verstanden wurden und in verstümmelter Form, aber angereichert mit Management-Slang im Endbericht aufschienen. Die wenigen sinnvollen Sachen, die raus kamen (waren es insgesamt zwei oder drei?), hätten mit viel weniger Aufwand und mit viel, viel weniger Kosten aus einigen strukturierten Gesprächskreisen mit Leitung und Belegschaft rascher ermittelt werden können. Doch das wäre zu demokratisch gewesen und eventuell hätte das Ergebnis doch anders ausgesehen, als zuvor schon ausgemacht. Denn die eigentliche Funktion dieser Beratungsprozesse ist in der Regel die quasi objektiv-wissenschaftliche Legitimierung unangenehmer (Spar)-Maßnahmen.</p> <p>Im aktuellen Projekt geht es für die Büchereien um</p> <blockquote> <h3>einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung</h3> </blockquote> <p>Welche Strategie denn? Seit Jahr und Tag wird von der Belegschaft ein Büchereikonzept eingefordert und nun wird ein solches – “Strategie” – nicht erstellt, sondern “präzisiert”. Also eine Präzisierung des Nichts, dafür aber “zukunftsträchtig”?</p> <p>Ausgewählt für die Durchführung dieser trächtigen Präzisierung wurde eine Firma, die</p> <blockquote> <h3>Erfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben</h3> </blockquote> <p>habe. Dazu werde zuallererst ein <em>Projektvorbereitungsteam</em> mit der <em>Vorbereitung des Projekts</em> beginnen, ist weiters zu erfahren. Diesem 10köpfigen Ensemble werden aus den Bereichen, wo die eigentliche Aufgabe der Büchereien  erfüllt wird – in den Zweigstellen und der Hauptbücherei im Kontakt mit den BenutzerInnen -, schätzungsweise drei bis vier von ca. 150 dort Tätigen angehören. Der Rest setzt sich aus Leitungspersonen und zentralen Referaten zusammen. Die Schieflage zwischen, wie es so schön heißt, strategischem und operativem Bereich ist also gegeben. Da es vor diesem noch zu konstituierenden <em>Projektvorbereitungsteam</em> bereits ein <em>Projekt<span>vorbereitungs</span>vorbereitungsteam</em> mit der Personalvertretung gegeben hat, sowie ein Projekt<span>vorbereitungs</span><span>vorbereitungs</span>vorbereitungsteam ohne Personalvertretung, so ist klar, wer Bescheid weiß und weiter Bescheid wissen wird und wer überfahren werden wird. Unterscheidet sich aber eh nicht von allen dergleichen Projekten: oberhalb der sozusagen “beteiligungsorientierten” Steuerungsgruppen wirken kleinere Steuerungsteams, welche die Steuerungsgruppe steuern, und hinterm Vorhang dirigiert während des gesamten Prozesses zumeist noch der innerste Kreis der Anschaffer, die bestimmen, was am Ende rauskommen darf und was nicht. Also der übliche neoliberale Schmonzes.</p> <p>Diesem Projektvorbereitungsteam wird nun bis zum Sommer das Ziel gesetzt,</p> <blockquote> <h3>einen breit abgesicherten Rahmen für ein zweckmäßiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten.</h3> </blockquote> <p>“abzuleiten”? Wovon denn? Wurscht, es muss ein Rahmen daraus werden, das ist klar. Ein abgesicherter Rahmen. Das ist gut. Ein breit abgesicherter Rahmen. Das ist überhaupt optimal. Und drinnen soll was Zweckmäßiges hausen. Die eingangs angeführte “zukunftsträchtige Strategiepräzisierung”.</p> <p>Die Büchereibediensteten wissen nun Bescheid:</p> <h3>Aus dem Nirgendwo soll ein Rahmen abgeleitet werden, in dem die Präzisierung von etwas nicht Vorhandenem mit der Zukunft schwanger geht.</h3> <p> </p> <div class="kasten"> <p>Betreff: Organisationsentwicklung Büchereien Wien</p> <p>Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p> <p>Wie wir bereits angekündigt haben, planen wir mit Unterstützung einer externen Beratungsfirma einen Prozess zur <strong>zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung</strong> und Weiterentwicklung der Organisation der Büchereien. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren haben wir uns für die Firma C/O/N/E/C/T/A <a href="http://www.conecta.com/">www.conecta.com</a> entschieden. Wir haben damit eine Beratung ausgewählt, die sowohl Erfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben als auch mit Bibliotheken und dem öffentlichen Dienst mitbringt.</p> <p>In Abstimmung mit der Personalvertretung informieren wir Sie nun über den ersten Termin zum Entwicklungsvorhaben, der am 30.4. stattfindet. An diesem Termin wird ein Projektvorbereitungsteam erstmals zusammentreten und mit der Vorbereitung des eigentlichen Projektes beginnen. Diesem, aus 10 Personen bestehenden Projektvorbereitungsteam, gehören neben der Abteilungsleitung der MA 13 und der Leitung der Büchereien Wien auch die Personalvertretung und VertreterInnen aus Zweigstellen, Hauptbücherei und Zentrale an. Ziel ist es, bis zum Sommer unter Einbeziehung weiterer VertreterInnen unserer Organisation <strong>einen breit abgesicherten Rahmen für ein zweckmäßiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten</strong>.</p> <p>Ein erstes Vorgespräch mit Herrn Dr. Prammer von Conecta fand am 16. April statt. Auf Grund dieses Gespräches sind wir sehr zuversichtlich und glauben, dass wir gemeinsam mit Ihnen ein spannendes Projekt durchführen und gute Ergebnisse erzielen werden.</p> </div> <p class="kleingedruckt">(fett gezeichnete Wörter hinzugefügt)</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ML7bUdRFYH0" height="1" width="1" />Thu, 19 Apr 2012 00:08:23 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/247624043/Wiener-B-chereien-zukunftstr-chtige-Strategiepr-zisierungurn:www-soup-io:1:247624043regularbibliothekenfallobst Hindenburg vor Absturz? {"tags":["Kampfspuren","Bonn","Hindenburg"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/YcjnxqWKSAc/\"\u003EHindenburg vor Absturz?\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/YcjnxqWKSAc/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"klhindegruen\" class=\"alignright size-full wp-image-4174\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhindegruen.jpg\" height=\"231\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EAls General war er bekanntlich ein ziemlicher Aufschneider, der gro\u00dfe Schlachten lieber verschlief, w\u00e4hrend die Soldaten sinnlos verbluteten; kurzzeitig \u00fcbte er sich als Milit\u00e4rdiktator und war einer der Erfinder der \u201c\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Dolchsto%C3%9Flegende\"\u003EDolchsto\u00dflegende\u003C/a\u003E\u201c. Also ein ziemlicher \u003Ca href=\"http://www.ostarrichi.org/buch-127-1260-ungustl.html\"\u003EUngustl\u003C/a\u003E, wie wir in Wien sagen. \u003Cimg title=\"kl21933\" class=\"alignright size-full wp-image-4182\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/kl21933.jpg\" height=\"344\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EDoch es kommt schlimmer, denn die Rede ist von \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hindenburg\"\u003EPaul von \u003Cstrong\u003EHindenburg\u003C/strong\u003E\u003C/a\u003E, von Beruf Militarist, privat eher korrupt, politisch verhaltensauff\u00e4llig. Insbesondere durch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Mit diesem wurde er auch zeitgleich Ehrenb\u00fcrger von Bonn. Hitler ist es seit 1983 nicht mehr. Hindenburg aber schon. Wie es auch einen Hindenburgplatz in Bonn gibt und eine Hindenburgallee. Ganz sch\u00f6n viel naziaffiner Militarismus in einer so netten und friedlichen Stadt wie Bonn, sollte man meinen.\u003Cbr /\u003E Dies sieht auch der \u003Ca href=\"http://www.alfredkerger.de/\"\u003E\u003Cspan\u003E\u003Cstrong\u003EBonner B\u00fcrger und Aktionsk\u00fcnstler Alfred Kerger\u003C/strong\u003E\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E so. \u003Cimg title=\"klstatue\" class=\"alignright size-full wp-image-4176\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klstatue.jpg\" height=\"162\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EUnd startete eine Initiative zur Aberkennung der Ehrenb\u00fcrgerschaft f\u00fcr den Wegbereiter der Nationalsozialisten und zur Ent-Hindenburgisierung des Bonner Stadtbildes. Ein offenes Ohr findet er dabei bei \u003Ca href=\"http://www.juergen-nimptsch.de/\"\u003E\u003Cspan\u003EOberb\u00fcrgermeister J\u00fcrgen Nimptsch\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E (SPD) und bei \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/04/03/abgeordnetenwatch-de-frage-entfacht-in-bonn-diskussion-uber-ehrenburger-paul-von-hindenburg/\"\u003EJ\u00fcrgen Repschl\u00e4ger\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E von der Linkspartei. Auch der \u003Ca href=\"http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Bonner-Buerger-und-OB-Nimptsch-sprechen-sich-fuer-Aberkennung-der-Ehrenbuergerschaft-aus-article730576.html\"\u003E\u201c\u003Cspan\u003EBonner Generalanzeiger\u201d\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E berichtet dar\u00fcber und \u00fcbernimmt den Hinweis von Alfred Kerger, wie die Stadt M\u00fcnster sich unl\u00e4ngst ihres Hindenburgs entledigt hat:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EIn M\u00fcnster folgten die Politiker dem Urteil einer Expertenkommission, der unter anderem der M\u00fcnsteraner Professor und Historiker \u003Ca href=\"http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-sem/NZ-G/L2/Mitarbeiter/Thamer.html\"\u003EHans-Ulrich Thamer\u003C/a\u003E angeh\u00f6rte. \u201cHindenburg ist mit seiner Politik ein wichtiger und verh\u00e4ngnisvoller Teil der deutschen Geschichte. Die Erinnerung daran ist jedoch nicht geeignet, um mit seiner Ehrung durch einen Stra\u00dfennamen eine demokratische Identit\u00e4t zu begr\u00fcnden\u201d, sagt Thamer.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"klhipaphit\" class=\"alignnone size-full wp-image-4183\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhipaphit.jpg\" height=\"674\" alt=\"\" width=\"500\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ELaut Thamer ist es mittlerweile erwiesen, insbesondere nach der \u003Ca href=\"http://www.amazon.de/dp/3570550796/ref=rdr_ext_tmb#reader_3570550796\"\u003EHindenburg-Biografie des Stuttgarter Historikers Wolfram Pyta\u003C/a\u003E, dass Hindenburg aktiv auf die Aufl\u00f6sung der Weimarer Republik hingearbeitet hat. Dass Hindenburg Hitler zur Macht verholfen hat, sei nach dem neuesten Stand der Forschung kein Ausdruck von Alterssenilit\u00e4t und Fremdbestimmung gewesen, sondern eine bewusste Entscheidung. \u201cDie Historiker sind sich darin einig\u201d, sagt Thamer. Die Frage, wie man damit umgehe, sei eine politische. \u201cRepr\u00e4sentiert eine solche Figur ein politisch-kulturelles Wertesystem, das in der Gegenwart als akzeptabel gilt? Das ist eine bewusste politische Entscheidung einer Stadt.\u201d\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EMan sollte angesichts der historisch gesicherten Erkenntnisse \u00fcber die verh\u00e4ngnisvolle Rolle Hindenburgs auf dem Weg zum Nationalsozialismus annehmen, dass eine solcherart \u201cbewusste politische Entscheidung der Stadt\u201d zur Aberkennung der Ehrenb\u00fcrgerschaft von Hindenburg und die Umbenennung der Stra\u00dfen- und Platzbenennungen sehr schnell und einstimmig im Bonner Stadtrat durchzuf\u00fchren w\u00e4re. Ist aber nicht so. W\u00e4hrend die einen die Frage in Arbeitskreise auszulagern gedenken, machen die anderen aus ihrem, sagen wir mal, christlichen Weltbild keine M\u00f6rdergrube: Die vom \u201cChristopheruswerk\u201d produzierte Website \u201c\u003Ca href=\"http://charismatismus.wordpress.com/category/home/\"\u003EChristliches Forum\u201d\u003C/a\u003E ist schon im Fall M\u00fcnster \u003Ca href=\"http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/06/12-wissenschaftler-fur-hindenburgplatz-in-munster/\"\u003Eauf der Seite der Hindenburgfans\u003C/a\u003E gestanden und fragt nun besorgt: \u201c\u003Ca href=\"http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/03/wird-bonn-hindenburgs-ehrenburgerschaft-aberkennen/\"\u003EWird Bonn Hindenburgs Ehrenb\u00fcrgerschaft aberkennen?\u003C/a\u003E\u201d und f\u00fcgt dem Artikel auch gleich einen Link zu einem \u201c\u003Ca href=\"http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/03/wird-bonn-hindenburgs-ehrenburgerschaft-aberkennen/burgerbegehren-pro-hindenburgplatz-vordruck-5/\"\u003EB\u00fcrgerbegehren pro Hindenburgplatz\u003C/a\u003E\u201c(M\u00fcnster) bei. Ein deutlicher Hinweis darauf, was diese Militarismuschristen in Bonn zu veranstalten gedenken, falls sich die Stadt entschlie\u00dft, diese Restbest\u00e4nde aus einer unseligen Zeit zu entsorgen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"klhibzepp\" class=\"alignright size-full wp-image-4191\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhibzepp.jpg\" height=\"320\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuch \u003Ca href=\"http://www.pro-nrw.net/\"\u003Eaus einer Ecke, wo rechts nicht mehr viel Platz\u003C/a\u003E ist, t\u00f6nt es kampfbereit gegen Versuche,\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u201c\u003Ca href=\"http://bonn.pro-nrw.net/?p=1270#more-1270\"\u003Ejeglichen Bezug Bonns zum bislang einzigen Staatsoberhaupt der Deutschen mit direktdemokratischer Legitimation, zu Reichspr\u00e4sident Paul von Hindenburg, zu tilgen.\u003C/a\u003E\u201c\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EIm gleichen Beitrag werden die von den politischen Kumpanen dieses Mannes ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, sowie der im Nazigef\u00e4ngnis umgebrachte Ernst Th\u00e4lmann als \u201ckommunistische Hochverr\u00e4ter\u201d bezeichnet.\u003Cbr /\u003E Man sieht, brauner Schlamm ist in Bewegung.\u003C/p\u003E\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/YcjnxqWKSAc\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><img class="alignright size-full wp-image-4174" title="klhindegruen" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhindegruen.jpg" height="231" alt="" width="240" />Als General war er bekanntlich ein ziemlicher Aufschneider, der große Schlachten lieber verschlief, während die Soldaten sinnlos verbluteten; kurzzeitig übte er sich als Militärdiktator und war einer der Erfinder der “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dolchsto%C3%9Flegende">Dolchstoßlegende</a>“. Also ein ziemlicher <a href="http://www.ostarrichi.org/buch-127-1260-ungustl.html">Ungustl</a>, wie wir in Wien sagen. <img class="alignright size-full wp-image-4182" title="kl21933" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/kl21933.jpg" height="344" alt="" width="240" />Doch es kommt schlimmer, denn die Rede ist von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hindenburg">Paul von <strong>Hindenburg</strong></a>, von Beruf Militarist, privat eher korrupt, politisch verhaltensauffällig. Insbesondere durch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Mit diesem wurde er auch zeitgleich Ehrenbürger von Bonn. Hitler ist es seit 1983 nicht mehr. Hindenburg aber schon. Wie es auch einen Hindenburgplatz in Bonn gibt und eine Hindenburgallee. Ganz schön viel naziaffiner Militarismus in einer so netten und friedlichen Stadt wie Bonn, sollte man meinen.<br /> Dies sieht auch der <a href="http://www.alfredkerger.de/"><span><strong>Bonner Bürger und Aktionskünstler Alfred Kerger</strong></span></a> so. <img class="alignright size-full wp-image-4176" title="klstatue" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klstatue.jpg" height="162" alt="" width="240" />Und startete eine Initiative zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft für den Wegbereiter der Nationalsozialisten und zur Ent-Hindenburgisierung des Bonner Stadtbildes. Ein offenes Ohr findet er dabei bei <a href="http://www.juergen-nimptsch.de/"><span>Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch</span></a> (SPD) und bei <span><a href="http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/04/03/abgeordnetenwatch-de-frage-entfacht-in-bonn-diskussion-uber-ehrenburger-paul-von-hindenburg/">Jürgen Repschläger</a></span> von der Linkspartei. Auch der <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Bonner-Buerger-und-OB-Nimptsch-sprechen-sich-fuer-Aberkennung-der-Ehrenbuergerschaft-aus-article730576.html">“<span>Bonner Generalanzeiger”</span></a> berichtet darüber und übernimmt den Hinweis von Alfred Kerger, wie die Stadt Münster sich unlängst ihres Hindenburgs entledigt hat:</p> <blockquote> <p>In Münster folgten die Politiker dem Urteil einer Expertenkommission, der unter anderem der Münsteraner Professor und Historiker <a href="http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-sem/NZ-G/L2/Mitarbeiter/Thamer.html">Hans-Ulrich Thamer</a> angehörte. “Hindenburg ist mit seiner Politik ein wichtiger und verhängnisvoller Teil der deutschen Geschichte. Die Erinnerung daran ist jedoch nicht geeignet, um mit seiner Ehrung durch einen Straßennamen eine demokratische Identität zu begründen”, sagt Thamer.</p> <p><img class="alignnone size-full wp-image-4183" title="klhipaphit" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhipaphit.jpg" height="674" alt="" width="500" /></p> <p>Laut Thamer ist es mittlerweile erwiesen, insbesondere nach der <a href="http://www.amazon.de/dp/3570550796/ref=rdr_ext_tmb#reader_3570550796">Hindenburg-Biografie des Stuttgarter Historikers Wolfram Pyta</a>, dass Hindenburg aktiv auf die Auflösung der Weimarer Republik hingearbeitet hat. Dass Hindenburg Hitler zur Macht verholfen hat, sei nach dem neuesten Stand der Forschung kein Ausdruck von Alterssenilität und Fremdbestimmung gewesen, sondern eine bewusste Entscheidung. “Die Historiker sind sich darin einig”, sagt Thamer. Die Frage, wie man damit umgehe, sei eine politische. “Repräsentiert eine solche Figur ein politisch-kulturelles Wertesystem, das in der Gegenwart als akzeptabel gilt? Das ist eine bewusste politische Entscheidung einer Stadt.”</p> </blockquote> <p>Man sollte angesichts der historisch gesicherten Erkenntnisse über die verhängnisvolle Rolle Hindenburgs auf dem Weg zum Nationalsozialismus annehmen, dass eine solcherart “bewusste politische Entscheidung der Stadt” zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Hindenburg und die Umbenennung der Straßen- und Platzbenennungen sehr schnell und einstimmig im Bonner Stadtrat durchzuführen wäre. Ist aber nicht so. Während die einen die Frage in Arbeitskreise auszulagern gedenken, machen die anderen aus ihrem, sagen wir mal, christlichen Weltbild keine Mördergrube: Die vom “Christopheruswerk” produzierte Website “<a href="http://charismatismus.wordpress.com/category/home/">Christliches Forum”</a> ist schon im Fall Münster <a href="http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/06/12-wissenschaftler-fur-hindenburgplatz-in-munster/">auf der Seite der Hindenburgfans</a> gestanden und fragt nun besorgt: “<a href="http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/03/wird-bonn-hindenburgs-ehrenburgerschaft-aberkennen/">Wird Bonn Hindenburgs Ehrenbürgerschaft aberkennen?</a>” und fügt dem Artikel auch gleich einen Link zu einem “<a href="http://charismatismus.wordpress.com/2012/04/03/wird-bonn-hindenburgs-ehrenburgerschaft-aberkennen/burgerbegehren-pro-hindenburgplatz-vordruck-5/">Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz</a>“(Münster) bei. Ein deutlicher Hinweis darauf, was diese Militarismuschristen in Bonn zu veranstalten gedenken, falls sich die Stadt entschließt, diese Restbestände aus einer unseligen Zeit zu entsorgen.</p> <p><img class="alignright size-full wp-image-4191" title="klhibzepp" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/klhibzepp.jpg" height="320" alt="" width="240" /></p> <p>Auch <a href="http://www.pro-nrw.net/">aus einer Ecke, wo rechts nicht mehr viel Platz</a> ist, tönt es kampfbereit gegen Versuche,</p> <blockquote> <p>“<a href="http://bonn.pro-nrw.net/?p=1270#more-1270">jeglichen Bezug Bonns zum bislang einzigen Staatsoberhaupt der Deutschen mit direktdemokratischer Legitimation, zu Reichspräsident Paul von Hindenburg, zu tilgen.</a>“</p> </blockquote> <p>Im gleichen Beitrag werden die von den politischen Kumpanen dieses Mannes ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, sowie der im Nazigefängnis umgebrachte Ernst Thälmann als “kommunistische Hochverräter” bezeichnet.<br /> Man sieht, brauner Schlamm ist in Bewegung.</p><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/YcjnxqWKSAc" height="1" width="1" />Mon, 16 Apr 2012 12:32:24 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/246816569/Hindenburg-vor-Absturzurn:www-soup-io:1:246816569regularkampfspurenbonnhindenburg Bonner Mahnmal – geerdet {"tags":["Kampfspuren","Bonn","B\u00fccherverbrennungen","Mahnmal"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/aieKbekIwnY/\"\u003EBonner Mahnmal \u2013 geerdet\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/aieKbekIwnY/","body":"\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"Rathausstiege_erobert\" class=\"size-full wp-image-4016\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Rathausstiege_erobert.jpg\" height=\"382\" alt=\"\" width=\"509\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003E\"Eine Art Rathauseroberung\" - Das K\u00fcnstlerpaar Horst Hoheisel und Andreas Knitz. In der Mitte Wolfgang Deuling\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\u003Cp\u003EWie \u003Ca href=\"http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/\"\u003E\u003Cspan\u003Eberichtet\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E, hat es bislang kein Mahnmal zur Erinnerung an die Ereignisse am 10. Mai 1933 gegeben, als wie in vielen anderen deutschen St\u00e4dten auch in der Universit\u00e4tsstadt Bonn die B\u00fccher brannten. Angez\u00fcndet von akademischem P\u00f6bel in Gestalt von waffentragenden Studenten und \u003Ca href=\"http://www.zeit.de/2003/20/A-Buchverbrennungg/komplettansicht\"\u003Erednerisch begleitet\u003C/a\u003E von Professoren, wie dem Germanistikprofessor und Theoretiker des \"\u003Ca href=\"http://www.fraenger.net/per_naumann.html\"\u003Egesunkenen Kulturguts\u003C/a\u003E\" \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Naumann\"\u003E\u003Cspan\u003EHans Naumann\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003ESo verbrenne denn, akademische Jugend deutscher Nation, heute zur mittern\u00e4chtigen Stunde an allen Universit\u00e4ten des Reichs, \u2013 verbrenne, was du gewi\u00df bisher nicht angebetet hast, aber was doch auch dich wie uns alle verf\u00fchren konnte und bedrohte.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWir sch\u00fctteln eine Fremdherrschaft ab, wir heben eine Besetzung auf. Von einer Besetzung des deutschen Geistes wollen wir uns befrein.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u00dcber die Initiative zur Errichtung eines Gedenkmals an diese wohl dunkelsten Stunde des Bonner Geisteslebens berichtet der Bonner \u003Ca href=\"http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Bronzene-Lesezeichen-im-Pflaster-article721085.html\"\u003E\u003Cspan\u003EGeneralanzeiger\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003ESchon vor zwei Jahren hat der ehemalige B\u00fcroleiter des fr\u00fcheren SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-J\u00fcrgen Wischnewski mit Blick auf den 80. Jahrestag der B\u00fccherverbrennung 2013 die Initiative f\u00fcr die Errichtung eines Mahnmals auf dem Markt ergriffen. Jetzt stimmte der Bonner Stadtrat der Umsetzung von Wolfgang Deulings Pl\u00e4nen zu, dort ein w\u00fcrdiges Mahnmal zu errichten.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"BonnerRat\" class=\"size-full wp-image-4023\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Bonnrat.jpg\" height=\"281\" alt=\"\" width=\"509\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EBonner Rat, 1. M\u00e4rz 2012: Einhelligkeit f\u00fcr das Mahnmal\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\u003Cp\u003EDer von einer Jury ausgew\u00e4hlte Entwurf f\u00fcr das Mahnmal wurde vom K\u00fcnstlerduo Andreas Knitz aus Ravensburg und Horst Hoheisel aus Kassel erstellt: \u003Cimg title=\"buchklein\" class=\"alignleft size-full wp-image-4027\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/buchklein.jpg\" height=\"102\" alt=\"\" width=\"120\" /\u003E\u003Cimg title=\"buecherkl\" class=\"alignleft size-full wp-image-4032\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/buecherkl.jpg\" height=\"102\" alt=\"\" width=\"101\" /\u003E\u00dcber den Marktplatz sollen bronzene Lesezeichen mit Titel und Name des Autoren der von den Nazi verbrannten B\u00fcchern in das Pflaster verlegt werden. Die zun\u00e4chst wie zuf\u00e4llig auftauchenden Lesezeichen verdichten sich, je n\u00e4her sie dem Rathaus kommen. Denn vor der Rathaustreppe (siehe erstes Bild) hatte im Mai 1933 die Bonner Studentenschaft zur B\u00fccherverbrennungsaktion mit der Bezeichnung \"Kundgebung wider den undeutschen Geist\" aufgerufen. Mit der prinzipiellen Zustimmung des Bonner Stadtrats war der Weg zwar prinzipiell geebnet, doch die Finanzierung blieb noch weiterhin strittig. Auch gab es gegen einzelne Aspekte Einw\u00e4nde der Verwaltung. Als im wahrsten Sinne \"Stolperstein\" erwies sich die Lage und die Art der Anbringung der B\u00fccherkiste, die einmal im Jahr ge\u00f6ffnet werden sollte. Zu diesem Zweck fand dieser Tage eine Begehung des Platzes statt, wor\u00fcber wiederum der \u003Ca href=\"http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Keine-Bedenken-gegen-das-Denkmal-article727132.html\"\u003E\u003Cspan\u003EGeneralanzeiger\u003C/span\u003E \u003C/a\u003Eberichtete:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"Kiste\" class=\"alignright size-full wp-image-4026\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Kiste.jpg\" height=\"360\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003E\"Der Standort eignet sich gut f\u00fcr unser Mahnmal\", sagte Knitz nach der Ortsbegehung. Auch zeigte er sich \u00fcber das anschlie\u00dfende Gespr\u00e4ch mit der Bonner Kulturverwaltung sehr zufrieden. \"Anf\u00e4ngliche Bedenken hinsichtlich der B\u00fccherkiste konnten wir ausr\u00e4umen. Das Mahnmal wird jetzt so umgesetzt, wie wir es geplant haben,\" freute sich Knitz. Er gab sich au\u00dferdem zuversichtlich, dass das Kunstwerk p\u00fcnktlich zum 80. Jahrestag der B\u00fccherverbrennung am 13. Mai 2013 eingeweiht werden kann.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"Begehung\" class=\"size-full wp-image-4035 \" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Begehung.jpg\" height=\"350\" alt=\"\" width=\"509\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EVerwaltung, K\u00fcnstler und Initiatoren in reger Verhandlung\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E \u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"Besitzung\" class=\" wp-image-4036\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Besitzung.jpg\" height=\"382\" alt=\"\" width=\"509\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EAlle technischen Fragen gel\u00f6st. Erfolgreicher Abschluss in der Bonner Fr\u00fchlingssonne.\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/aieKbekIwnY\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <div class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-4016" title="Rathausstiege_erobert" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Rathausstiege_erobert.jpg" height="382" alt="" width="509" /><p class="wp-caption-text">"Eine Art Rathauseroberung" - Das Künstlerpaar Horst Hoheisel und Andreas Knitz. In der Mitte Wolfgang Deuling</p></div><p>Wie <a href="http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/"><span>berichtet</span></a>, hat es bislang kein Mahnmal zur Erinnerung an die Ereignisse am 10. Mai 1933 gegeben, als wie in vielen anderen deutschen Städten auch in der Universitätsstadt Bonn die Bücher brannten. Angezündet von akademischem Pöbel in Gestalt von waffentragenden Studenten und <a href="http://www.zeit.de/2003/20/A-Buchverbrennungg/komplettansicht">rednerisch begleitet</a> von Professoren, wie dem Germanistikprofessor und Theoretiker des "<a href="http://www.fraenger.net/per_naumann.html">gesunkenen Kulturguts</a>" <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Naumann"><span>Hans Naumann</span></a>:</p> <blockquote> <p>So verbrenne denn, akademische Jugend deutscher Nation, heute zur mitternächtigen Stunde an allen Universitäten des Reichs, – verbrenne, was du gewiß bisher nicht angebetet hast, aber was doch auch dich wie uns alle verführen konnte und bedrohte.</p> <p>Wir schütteln eine Fremdherrschaft ab, wir heben eine Besetzung auf. Von einer Besetzung des deutschen Geistes wollen wir uns befrein.</p> </blockquote> <p>Über die Initiative zur Errichtung eines Gedenkmals an diese wohl dunkelsten Stunde des Bonner Geisteslebens berichtet der Bonner <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Bronzene-Lesezeichen-im-Pflaster-article721085.html"><span>Generalanzeiger</span></a>:</p> <blockquote> <p>Schon vor zwei Jahren hat der ehemalige Büroleiter des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Wischnewski mit Blick auf den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung 2013 die Initiative für die Errichtung eines Mahnmals auf dem Markt ergriffen. Jetzt stimmte der Bonner Stadtrat der Umsetzung von Wolfgang Deulings Plänen zu, dort ein würdiges Mahnmal zu errichten.</p> </blockquote> <div class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-4023" title="BonnerRat" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Bonnrat.jpg" height="281" alt="" width="509" /><p class="wp-caption-text">Bonner Rat, 1. März 2012: Einhelligkeit für das Mahnmal</p></div><p>Der von einer Jury ausgewählte Entwurf für das Mahnmal wurde vom Künstlerduo Andreas Knitz aus Ravensburg und Horst Hoheisel aus Kassel erstellt: <img class="alignleft size-full wp-image-4027" title="buchklein" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/buchklein.jpg" height="102" alt="" width="120" /><img class="alignleft size-full wp-image-4032" title="buecherkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/buecherkl.jpg" height="102" alt="" width="101" />Über den Marktplatz sollen bronzene Lesezeichen mit Titel und Name des Autoren der von den Nazi verbrannten Büchern in das Pflaster verlegt werden. Die zunächst wie zufällig auftauchenden Lesezeichen verdichten sich, je näher sie dem Rathaus kommen. Denn vor der Rathaustreppe (siehe erstes Bild) hatte im Mai 1933 die Bonner Studentenschaft zur Bücherverbrennungsaktion mit der Bezeichnung "Kundgebung wider den undeutschen Geist" aufgerufen. Mit der prinzipiellen Zustimmung des Bonner Stadtrats war der Weg zwar prinzipiell geebnet, doch die Finanzierung blieb noch weiterhin strittig. Auch gab es gegen einzelne Aspekte Einwände der Verwaltung. Als im wahrsten Sinne "Stolperstein" erwies sich die Lage und die Art der Anbringung der Bücherkiste, die einmal im Jahr geöffnet werden sollte. Zu diesem Zweck fand dieser Tage eine Begehung des Platzes statt, worüber wiederum der <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Keine-Bedenken-gegen-das-Denkmal-article727132.html"><span>Generalanzeiger</span> </a>berichtete:</p> <blockquote> <p><img class="alignright size-full wp-image-4026" title="Kiste" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Kiste.jpg" height="360" alt="" width="240" />"Der Standort eignet sich gut für unser Mahnmal", sagte Knitz nach der Ortsbegehung. Auch zeigte er sich über das anschließende Gespräch mit der Bonner Kulturverwaltung sehr zufrieden. "Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Bücherkiste konnten wir ausräumen. Das Mahnmal wird jetzt so umgesetzt, wie wir es geplant haben," freute sich Knitz. Er gab sich außerdem zuversichtlich, dass das Kunstwerk pünktlich zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung am 13. Mai 2013 eingeweiht werden kann.</p> </blockquote> <p> </p> <div class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-4035 " title="Begehung" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Begehung.jpg" height="350" alt="" width="509" /><p class="wp-caption-text">Verwaltung, Künstler und Initiatoren in reger Verhandlung</p></div> <div class="wp-caption alignnone"><img class=" wp-image-4036" title="Besitzung" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/Besitzung.jpg" height="382" alt="" width="509" /><p class="wp-caption-text">Alle technischen Fragen gelöst. Erfolgreicher Abschluss in der Bonner Frühlingssonne.</p></div><img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/aieKbekIwnY" height="1" width="1" />Sun, 01 Apr 2012 11:25:21 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/242578112/Bonner-Mahnmal-geerdeturn:www-soup-io:1:242578112regularkampfspurenbonnbücherverbrennungenmahnmal Nur eine geschlossene Bücherei ist eine gute Bücherei {"tags":["Bibliotheken","Bestandsaufbau","BibliothekarInnen","B\u00fcchereien-Wien","B\u00fcchereikonzept"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/5dZsegIDAR8/\"\u003ENur eine geschlossene B\u00fccherei ist eine gute B\u00fccherei\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/5dZsegIDAR8/","body":"\u003Cdiv class=\"cspc-wrapper\"\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cp\u003EZahlreiche Kommentare auf der \u003Ca href=\"http://www.buechereien.wien.at/de/tipps/gaestebuch/tadel\"\u003E\u201cTadel\u201d-Seite\u003C/a\u003E der Wiener B\u00fcchereien betreffen die \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/2125/ideen-auf-dem-markt-2/\"\u003EReduktion der \u00d6ffnungszeiten der B\u00fccherei am Schuhmeierplatz\u003C/a\u003E um zwei Tage. \u00dcber den Grund dieser Reduktion gab es, wie berichtet, unterschiedliche Begr\u00fcndungen. Dank der feudalen Weisungsrecht im Wiener Magistrat wurde die Leitung der B\u00fcchereien darauf verpflichtet, diese \u00d6ffnungszeitenreduktion als eigene Idee zu vertreten, obwohl es zahlreiche Hinweise gibt, dass diese \u201cIdee\u201d ihnen von oben knallhart vor den Latz geknallt wurde. Diese Haltung manifestiert sich auch in den Antworten auf die erw\u00e4hnten zahlreichen Beschwerden \u00fcber diese Sache. Sie besteht in der Regel aus wenigen Textbausteinen, die nichts erkl\u00e4ren, deren Inhalt im Grunde aber nichts als ein \u201cKusch\u201d im h\u00f6heren Auftrag ist. Nun gibt es wieder einen l\u00e4ngeren, sehr differenzierten und zutreffenden Kommentar mit Namensnennung. Dieser und die Antwort des Bibliothekarischen Leiters scheinen mir wert zu sein, auch hier wiedergegeben zu werden. Im Anschluss noch einige Bemerkungen dazu.\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cdiv class=\"cspc-column\"\u003E\n\u003Cdiv\u003EMein Name ist Susanne Rainer\n\u003Cp\u003EIch bin emp\u00f6rt \u00fcber die teilweise Schlie\u00dfung der B\u00fccherei am Schuhmeierplatz. Als langj\u00e4hrige Kundin kann ich die Handlungsweise und willk\u00fcrliche Ma\u00dfnahme auch nicht nachvollziehen. In der n\u00e4heren Umgebung dieser Zweigstelle befinden sich einige Schulen, auch Volksschulen deren Kinder nicht einfach in andere B\u00fcchereien umsteigen (abwandern) k\u00f6nnen. Ein paar Stra\u00dfen\u00fcberquerungen kann man einem Volksschulkind durchaus alleine zutrauen, aber mit der Stra\u00dfenbahn allein in eine andere Zweigstelle ohne Begleitung? Dazu sind die meisten Eltern heutzutage berufst\u00e4tig und zeitlich eingeschr\u00e4nkt. Ich bin seit 23 Jahren Kundin der B\u00fccherei am Schuhmeierplatz und wurde dort immer zuvorkommend und kompetent betreut. Auch bei meinen Kindern wurde dort erst die Lust am Lesen geweckt und sp\u00e4ter wurde ihnen in fachspezifischen Bereichen immer hervorragend geholfen. Auch schreibe ich erst jetzt , weil ich sachliche Kritik besser finde wie verausgejammert. Wenn man sich die Situation am Schuhmeierplatz konkret anschaut: Die Mitarbeiter werden im wahrsten Sinne des Wortes verheizt, sie machen die selbe Arbeit in der halben Zeit. Diese Vorgehensweise kenne ich aus dem Pflege- und Sozialbereich. Menschen, die schwache und /oder hilflose Personen nicht im Stich lassen wollen, opfern sich auf. Was dabei rauskommt nennt man Burnout. Im Falle der B\u00fccherei Schuhmeierplatz sind die hilflosen Personen Kinder mit Migrationshintergrund, die vom Personal mit freundlichen, p\u00e4dagogischen und profesionellen Massnahmen zum Lesen und Lernen gef\u00fchrt werden. Das braucht Zeit, die einfach willk\u00fcrlich gestrichen worden ist. Au\u00dferdem sind die r\u00e4umlichen Voraussetzungen und sanit\u00e4ren Gegebenheiten f\u00fcr einen Lesekreis oder eine derartige Veranstaltung ungeeignet, schlicht weg zu klein. In der Sandleitengasse (Rosa-Luxemburggasse) sieht das mit dem Platz anders aus und diese B\u00fccherei hat im Umfeld nicht ganz so viele Schulen. Warum wurde diese L\u00f6sung angestrebt, und nicht die, die weniger Kunden betrifft? Personaleinsparungen, jemand geht in Pension und wird nicht mehr nachbesetzt? Wozu wird eine Pisa-Studie gemacht, \u00fcber das Ergebnis gejammert, wenn dann im Anschlu\u00df solche Ma\u00dfnahmen getroffen werden? Bildung passiert nur durch Engagement beherzter Menschen die Freude am Wissen vermitteln k\u00f6nnen. Das B\u00fcchereiteam am Schuhmeierplatz ist ein leuchtendes Beispiel daf\u00fcr. M\u00f6gen deren Vorgesetzte das zur Kenntnis nehmen und entsprechend entscheiden, die \u00d6ffnungszeiten wieder auf vier Tage erh\u00f6hen und neue Projekte in geeigneteren R\u00e4umlichkeiten abhalten.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen Rainer Susanne\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv class=\"cspc-column\"\u003E\n\u003Cdiv\u003ESehr geehrte Frau Rainer,\n\u003Cp\u003EDie \u00d6ffnungszeitenreduzierung in Kombination mit der personellen Zusammenf\u00fchrung der beiden im 16. Bezirk gelegenen B\u00fcchereizweigstellen erm\u00f6glicht eine Ausweitung unseres Angebots an lesef\u00f6rdernden Aktivit\u00e4ten.\u003Cbr /\u003E Ein wesentlicher Grund f\u00fcr unsere \u00dcberlegungen war der von Ihnen angef\u00fchrte Umstand, dass sich etliche Schulen in direkter Umgebung der B\u00fccherei am Schuhmeierplatz befinden. Aufgrund des doch sehr eingeschr\u00e4nkten Platzangebots war es nur sehr schwer m\u00f6glich, in der B\u00fccherei Schuhmeierplatz diese Schulklassen w\u00e4hrend der regul\u00e4ren \u00d6ffnungszeiten zu betreuen. Das ist jetzt an den f\u00fcr die Allgemeinheit geschlossenen Tagen m\u00f6glich und wird in einem sehr hohen Ausma\u00df genutzt, so sind die Besuche von Volksschulklassen, die Anzahl der lesef\u00f6rdernden Aktivit\u00e4ten f\u00fcr Volksschulen und auch die Anzahl der neu eingeschriebenen Kinder seit September 2011 deutlich angestiegen.\u003Cbr /\u003E Ich bin auch \u00fcberzeugt, dass die noch geplanten Veranstaltungen f\u00fcr Kleinkinder und f\u00fcr Frauen mit migrantischer Geschichte ebenfalls sehr erfolgreich sein werden.\u003Cbr /\u003E In der ersten Zeit der Umstellung war die Arbeitsbelastung f\u00fcr das Team der B\u00fccherei Schuhmeierplatz tats\u00e4chlich betr\u00e4chtlich und ich kann mich Ihrer wertsch\u00e4tzenden Ansicht \u00fcber die Arbeit der KollegInnen nur anschlie\u00dfen. Ich darf Ihnen aber versichern, dass wir das B\u00fcchereiteam nicht \u201cverheizen\u201d, sondern bei Bedarf jegliche Unterst\u00fctzung zukommen lassen.\u003Cbr /\u003E Ich w\u00fcrde mich jedenfalls sehr freuen, wenn Sie und Ihre Kinder an den beiden verbliebenen allgemeinen \u00d6ffnungstagen die B\u00fccherei Schuhmeierplatz weiterhin besuchen w\u00fcrden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMit den besten Gr\u00fc\u00dfen\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMag. Markus Feigl\u003Cbr /\u003E Bibliothekarischer Leiter der B\u00fcchereien Wien\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150233393802758\u0026amp;set=a.10150233393447758.328079.100760082757\u0026amp;type=3\u0026amp;theater\"\u003E\u003Cimg title=\"uni1\" class=\"aligncenter wp-image-3809\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/uni1.jpg\" height=\"390\" alt=\"\" width=\"230\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv\u003E\u003C/div\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cp\u003EBemerkenswert an der Antwort ist erstens, dass von Volksschulkindern zwar erwartet wird, weiter entfernte und verkehrstechnisch kompliziert zu erreichende andere B\u00fcchereien zu benutzen, beaufsichtigten\u00a0 Volksschulklassen bei Lesef\u00f6rderungsprojekten eine weitere Anreise aber nicht zugemutet wird.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZweitens, um Lesef\u00f6rderungsma\u00dfnahmen zu verst\u00e4rken, reduziert man die M\u00f6glichkeit, diese auch anzuwenden. Nach dieser Logik ist nur eine geschlossene B\u00fccherei eine lesef\u00f6rdernde B\u00fccherei.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDrittens zeigen alle Hinweise darauf hin, dass vor allem die mittleren und kleineren Zweigstellen der Wiener B\u00fcchereien ausschlie\u00dflich als Kinder- und Jugendb\u00fcchereien gef\u00fchrt werden sollen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWomit viertens ein Bankrott des B\u00fcchereiwesens eingel\u00e4utet wird. Um massive Defizite im Kindergarten- und Schulwesen zu reduzieren, werden die B\u00fcchereien mit Ausnahme von Hauptb\u00fccherei und wenigen gro\u00dfen Zweigstellen zusehends als verl\u00e4ngerte Schulb\u00fcchereien gef\u00fchrt und tendentiell die Angebote f\u00fcr Erwachsene reduziert. Diese Tendenz \u00e4u\u00dfert sich im ungen\u00fcgenden Angebot auf den Auswahllisten f\u00fcr die Zweigstellen und in der heuer vorgenommenen Ausweitung der sogenannten \u201cSerienbestellungen\u201d \u2013 ein Buchtitel wird ohne Einspruchm\u00f6glichkeit f\u00fcr alle Zweigstellen angekauft. Was die M\u00f6glichkeit einschr\u00e4nkt, die eigenen, m\u00fchsam aufgebauten Spezialbest\u00e4nde zu pflegen. Gleichzeitig scheint niemand daf\u00fcr zust\u00e4ndig zu sein, dass die sogenannten \u201cSt\u00fctzpunkt\u201d-B\u00fcchereien einen entsprechenden Basisbestand an Weltliteratur und Sachb\u00fcchern haben. Im Gegenteil, durch die Pflicht, weniger gelesene Titel zu makulieren, gibt es inzwischen erhebliche L\u00fccken in den Medienbest\u00e4nden, was bei gr\u00f6\u00dferen B\u00fcchereien besonders peinlich ist. Da es f\u00fcr die \u201cSt\u00fctzpunkt\u201d-B\u00fcchereien leichter ist, statt zeitaufw\u00e4ndiger Grundbestandspflege ausschlie\u00dflich Mainstream-Titel anzuschaffen, die hohe Entlehnzahlen garantieren, reduziert sich die inhaltliche Bandbreite der B\u00fcchereien faktisch von Monat zu Monat. Die B\u00fcchereien mutieren unter der Hand zu Kinder- und Bestseller-Shops.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EF\u00fcnftens ist es fraglich, ob der Bibliothekarischen Leitung dieses Problem \u00fcberhaupt bewusst ist. Nach Aussagen von MitarbeiterInnen aus der Zentrale und der Hauptb\u00fccherei eher nicht. F\u00fcr diese Einsch\u00e4tzung spricht auch jenes Papier, das vor geraumer Zeit allen Ernstes als Konzept-Entwurf pr\u00e4sentiert worden war. Und nach heftiger Kritik von Seiten der KollegInnenschaft nunmehr vor sich hin ruht. Daf\u00fcr wurden letzte Woche Modelle von Uniformen f\u00fcr B\u00fcchereibedienstete pr\u00e4sentiert.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESechstens ist es sehr anma\u00dfend zu behaupten, das B\u00fcchereipersonal werde nicht \u201cverheizt\u201d, obwohl es nunmehr mit reduziertem Personalstand zwei B\u00fcchereien statt einer bespielen muss. Dazu kommt noch die Pflicht, zeitintensive sowie pers\u00f6nlich stark beanspruchende Lesef\u00f6rderungsprojekte zu maximieren. Wenn nach einem dreiviertel Jahr seit dieser Mehrfachbelastung eine B\u00fcchereibenutzerin ihre Beobachtung mitteilt, dass die Situation der B\u00fcchereiangestellten offensichtlich die Gefahr eines Burn-Outs in sich birgt, ist das vom Leiter der betreffenden Institution auch ernst zu nehmen, und darf nicht\u00a0 mit einigen Floskeln abgetan werden.\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv\u003E \u003C/div\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/5dZsegIDAR8\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <div class="cspc-wrapper"> <div> <p>Zahlreiche Kommentare auf der <a href="http://www.buechereien.wien.at/de/tipps/gaestebuch/tadel">“Tadel”-Seite</a> der Wiener Büchereien betreffen die <a href="http://haftgrund.net/2125/ideen-auf-dem-markt-2/">Reduktion der Öffnungszeiten der Bücherei am Schuhmeierplatz</a> um zwei Tage. Über den Grund dieser Reduktion gab es, wie berichtet, unterschiedliche Begründungen. Dank der feudalen Weisungsrecht im Wiener Magistrat wurde die Leitung der Büchereien darauf verpflichtet, diese Öffnungszeitenreduktion als eigene Idee zu vertreten, obwohl es zahlreiche Hinweise gibt, dass diese “Idee” ihnen von oben knallhart vor den Latz geknallt wurde. Diese Haltung manifestiert sich auch in den Antworten auf die erwähnten zahlreichen Beschwerden über diese Sache. Sie besteht in der Regel aus wenigen Textbausteinen, die nichts erklären, deren Inhalt im Grunde aber nichts als ein “Kusch” im höheren Auftrag ist. Nun gibt es wieder einen längeren, sehr differenzierten und zutreffenden Kommentar mit Namensnennung. Dieser und die Antwort des Bibliothekarischen Leiters scheinen mir wert zu sein, auch hier wiedergegeben zu werden. Im Anschluss noch einige Bemerkungen dazu.</p> </div> <div> <div class="cspc-column"> <div>Mein Name ist Susanne Rainer <p>Ich bin empört über die teilweise Schließung der Bücherei am Schuhmeierplatz. Als langjährige Kundin kann ich die Handlungsweise und willkürliche Maßnahme auch nicht nachvollziehen. In der näheren Umgebung dieser Zweigstelle befinden sich einige Schulen, auch Volksschulen deren Kinder nicht einfach in andere Büchereien umsteigen (abwandern) können. Ein paar Straßenüberquerungen kann man einem Volksschulkind durchaus alleine zutrauen, aber mit der Straßenbahn allein in eine andere Zweigstelle ohne Begleitung? Dazu sind die meisten Eltern heutzutage berufstätig und zeitlich eingeschränkt. Ich bin seit 23 Jahren Kundin der Bücherei am Schuhmeierplatz und wurde dort immer zuvorkommend und kompetent betreut. Auch bei meinen Kindern wurde dort erst die Lust am Lesen geweckt und später wurde ihnen in fachspezifischen Bereichen immer hervorragend geholfen. Auch schreibe ich erst jetzt , weil ich sachliche Kritik besser finde wie verausgejammert. Wenn man sich die Situation am Schuhmeierplatz konkret anschaut: Die Mitarbeiter werden im wahrsten Sinne des Wortes verheizt, sie machen die selbe Arbeit in der halben Zeit. Diese Vorgehensweise kenne ich aus dem Pflege- und Sozialbereich. Menschen, die schwache und /oder hilflose Personen nicht im Stich lassen wollen, opfern sich auf. Was dabei rauskommt nennt man Burnout. Im Falle der Bücherei Schuhmeierplatz sind die hilflosen Personen Kinder mit Migrationshintergrund, die vom Personal mit freundlichen, pädagogischen und profesionellen Massnahmen zum Lesen und Lernen geführt werden. Das braucht Zeit, die einfach willkürlich gestrichen worden ist. Außerdem sind die räumlichen Voraussetzungen und sanitären Gegebenheiten für einen Lesekreis oder eine derartige Veranstaltung ungeeignet, schlicht weg zu klein. In der Sandleitengasse (Rosa-Luxemburggasse) sieht das mit dem Platz anders aus und diese Bücherei hat im Umfeld nicht ganz so viele Schulen. Warum wurde diese Lösung angestrebt, und nicht die, die weniger Kunden betrifft? Personaleinsparungen, jemand geht in Pension und wird nicht mehr nachbesetzt? Wozu wird eine Pisa-Studie gemacht, über das Ergebnis gejammert, wenn dann im Anschluß solche Maßnahmen getroffen werden? Bildung passiert nur durch Engagement beherzter Menschen die Freude am Wissen vermitteln können. Das Büchereiteam am Schuhmeierplatz ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Mögen deren Vorgesetzte das zur Kenntnis nehmen und entsprechend entscheiden, die Öffnungszeiten wieder auf vier Tage erhöhen und neue Projekte in geeigneteren Räumlichkeiten abhalten.</p> <p>Mit herzlichen Grüßen Rainer Susanne</p> </div> </div> <div class="cspc-column"> <div>Sehr geehrte Frau Rainer, <p>Die Öffnungszeitenreduzierung in Kombination mit der personellen Zusammenführung der beiden im 16. Bezirk gelegenen Büchereizweigstellen ermöglicht eine Ausweitung unseres Angebots an lesefördernden Aktivitäten.<br /> Ein wesentlicher Grund für unsere Überlegungen war der von Ihnen angeführte Umstand, dass sich etliche Schulen in direkter Umgebung der Bücherei am Schuhmeierplatz befinden. Aufgrund des doch sehr eingeschränkten Platzangebots war es nur sehr schwer möglich, in der Bücherei Schuhmeierplatz diese Schulklassen während der regulären Öffnungszeiten zu betreuen. Das ist jetzt an den für die Allgemeinheit geschlossenen Tagen möglich und wird in einem sehr hohen Ausmaß genutzt, so sind die Besuche von Volksschulklassen, die Anzahl der lesefördernden Aktivitäten für Volksschulen und auch die Anzahl der neu eingeschriebenen Kinder seit September 2011 deutlich angestiegen.<br /> Ich bin auch überzeugt, dass die noch geplanten Veranstaltungen für Kleinkinder und für Frauen mit migrantischer Geschichte ebenfalls sehr erfolgreich sein werden.<br /> In der ersten Zeit der Umstellung war die Arbeitsbelastung für das Team der Bücherei Schuhmeierplatz tatsächlich beträchtlich und ich kann mich Ihrer wertschätzenden Ansicht über die Arbeit der KollegInnen nur anschließen. Ich darf Ihnen aber versichern, dass wir das Büchereiteam nicht “verheizen”, sondern bei Bedarf jegliche Unterstützung zukommen lassen.<br /> Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn Sie und Ihre Kinder an den beiden verbliebenen allgemeinen Öffnungstagen die Bücherei Schuhmeierplatz weiterhin besuchen würden.</p> <p>Mit den besten Grüßen</p> <p>Mag. Markus Feigl<br /> Bibliothekarischer Leiter der Büchereien Wien</p> <p> </p> <p><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150233393802758&amp;set=a.10150233393447758.328079.100760082757&amp;type=3&amp;theater"><img class="aligncenter wp-image-3809" title="uni1" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/uni1.jpg" height="390" alt="" width="230" /></a></p> </div> </div> <div></div> </div> <div> <p>Bemerkenswert an der Antwort ist erstens, dass von Volksschulkindern zwar erwartet wird, weiter entfernte und verkehrstechnisch kompliziert zu erreichende andere Büchereien zu benutzen, beaufsichtigten  Volksschulklassen bei Leseförderungsprojekten eine weitere Anreise aber nicht zugemutet wird.</p> <p>Zweitens, um Leseförderungsmaßnahmen zu verstärken, reduziert man die Möglichkeit, diese auch anzuwenden. Nach dieser Logik ist nur eine geschlossene Bücherei eine lesefördernde Bücherei.</p> <p>Drittens zeigen alle Hinweise darauf hin, dass vor allem die mittleren und kleineren Zweigstellen der Wiener Büchereien ausschließlich als Kinder- und Jugendbüchereien geführt werden sollen.</p> <p>Womit viertens ein Bankrott des Büchereiwesens eingeläutet wird. Um massive Defizite im Kindergarten- und Schulwesen zu reduzieren, werden die Büchereien mit Ausnahme von Hauptbücherei und wenigen großen Zweigstellen zusehends als verlängerte Schulbüchereien geführt und tendentiell die Angebote für Erwachsene reduziert. Diese Tendenz äußert sich im ungenügenden Angebot auf den Auswahllisten für die Zweigstellen und in der heuer vorgenommenen Ausweitung der sogenannten “Serienbestellungen” – ein Buchtitel wird ohne Einspruchmöglichkeit für alle Zweigstellen angekauft. Was die Möglichkeit einschränkt, die eigenen, mühsam aufgebauten Spezialbestände zu pflegen. Gleichzeitig scheint niemand dafür zuständig zu sein, dass die sogenannten “Stützpunkt”-Büchereien einen entsprechenden Basisbestand an Weltliteratur und Sachbüchern haben. Im Gegenteil, durch die Pflicht, weniger gelesene Titel zu makulieren, gibt es inzwischen erhebliche Lücken in den Medienbeständen, was bei größeren Büchereien besonders peinlich ist. Da es für die “Stützpunkt”-Büchereien leichter ist, statt zeitaufwändiger Grundbestandspflege ausschließlich Mainstream-Titel anzuschaffen, die hohe Entlehnzahlen garantieren, reduziert sich die inhaltliche Bandbreite der Büchereien faktisch von Monat zu Monat. Die Büchereien mutieren unter der Hand zu Kinder- und Bestseller-Shops.</p> <p>Fünftens ist es fraglich, ob der Bibliothekarischen Leitung dieses Problem überhaupt bewusst ist. Nach Aussagen von MitarbeiterInnen aus der Zentrale und der Hauptbücherei eher nicht. Für diese Einschätzung spricht auch jenes Papier, das vor geraumer Zeit allen Ernstes als Konzept-Entwurf präsentiert worden war. Und nach heftiger Kritik von Seiten der KollegInnenschaft nunmehr vor sich hin ruht. Dafür wurden letzte Woche Modelle von Uniformen für Büchereibedienstete präsentiert.</p> <p>Sechstens ist es sehr anmaßend zu behaupten, das Büchereipersonal werde nicht “verheizt”, obwohl es nunmehr mit reduziertem Personalstand zwei Büchereien statt einer bespielen muss. Dazu kommt noch die Pflicht, zeitintensive sowie persönlich stark beanspruchende Leseförderungsprojekte zu maximieren. Wenn nach einem dreiviertel Jahr seit dieser Mehrfachbelastung eine Büchereibenutzerin ihre Beobachtung mitteilt, dass die Situation der Büchereiangestellten offensichtlich die Gefahr eines Burn-Outs in sich birgt, ist das vom Leiter der betreffenden Institution auch ernst zu nehmen, und darf nicht  mit einigen Floskeln abgetan werden.</p> </div> <div> </div> </div> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/5dZsegIDAR8" height="1" width="1" />Wed, 21 Mar 2012 17:08:03 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/240759957/Nur-eine-geschlossene-B-cherei-ist-eineurn:www-soup-io:1:240759957regularbibliothekenbestandsaufbaubibliothekarinnenbüchereien-wienbüchereikonzept Unterstützung für das Lese-Zeichen {"tags":["Bibliotheken","Kampfspuren","10. Mai 1933","Bonn","B\u00fccherverbrennungen","Mahnmal","Nationalsozialismus"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/3fErEh6oPJ4/\"\u003EUnterst\u00fctzung f\u00fcr das Lese-Zeichen\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/3fErEh6oPJ4/","body":"\u003Cp\u003EDie Errichtung des \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/\"\u003ELese-Zeichens zur Erinnerung an die Bonner B\u00fccherverbrennung von 1933\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E ist im Bonner Stadtrat nun endg\u00fcltig und erfreulicherweise einstimmig beschlossen worden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"Montage3a\" class=\"size-full wp-image-3374\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/Montage3a.jpg\" height=\"853\" alt=\"\" width=\"480\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EEntwurfs-Montage. \u00a9 Andreas Knitz u. Horst Hoheisel\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EDa die Finanzierung vorwiegend auf Spendenbasis beruht, wird auch hier dazu aufgerufen:\u003C/p\u003E\n\u003Cp class=\"kasten\"\u003ESparkasse K\u00f6lnBonn 11 312, BLZ: 370 501 98,\u003Cbr /\u003E Postbank K\u00f6ln 11 890 501; BLZ: 370 100 50\u003Cbr /\u003E Volksbank Bonn Rhein-Sieg 2 003 753 010, BLZ: 380 601 86\u003Cbr /\u003E Stichwort: \u201cKulturamt, Erinnerungsmal B\u00fccherverbrennung\u201d \u003Cbr /\u003ESpenderInnen erhalten dann eine entsprechende Spendenbescheinigung von der Stadt Bonn\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Cimg title=\"Montage2b\" class=\"size-full wp-image-3377\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/Montage2b.jpg\" height=\"406\" alt=\"\" width=\"480\" /\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EEntwurfs-Montage. \u00a9 Andreas Knitz u. Horst Hoheisel\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EDass Wien ein \u003Cem\u003Esolches\u003C/em\u003E Mahnmal \u003Cem\u003Enicht\u003C/em\u003E ben\u00f6tigt, ist bekanntlich nicht der Widerst\u00e4ndigkeit der WienerInnen gegen die Barbarei zu verdanken.\u003Cbr /\u003EWie \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/3135/boykott-durch-schweigen-der-bonner-general-anzeiger-und-die-bucherverbrennung/\"\u003E\u003Cspan\u003Eberichtet\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E, ist dem Organ des katholischen B\u00fcrgertums ein gewisses Bedauern anzumerken gewesen, dass solche Aktionen, wie die Vernichtung unliebsamer B\u00fccher, nicht auch in \u00d6sterreich stattfanden. Es brauchte nicht lange gewartet zu werden. Nicht mal ein Jahr sp\u00e4ter wurde in den Wiener Arbeiterb\u00fcchereien \u201c\u003Cem\u003Eeine Art Standrecht der B\u00fccherauswahl\u003C/em\u003E\u201c\u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E proklamiert und B\u00fccher von Heinrich Mann, Upton Sinclair, Emil Zola u.v.a. eliminiert \u2013 alles was nicht der \u201c\u003Cem\u003Edeutschen, christlichen und sozialen Staatsmaxime\u003C/em\u003E\u201c\u003Csup\u003E2)\u003C/sup\u003E der Austrofaschisten entsprach. \u00d6ffentliche Verbrennungen der B\u00fccher gab es zwar keine, aber die Wirkung war nicht un\u00e4hnlich jener in Deutschland.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EInsofern g\u00e4be es auch f\u00fcr WienerInnen einen guten Grund, sich an der Spendenaktion zu beteiligen, ein weiterer w\u00e4re vielleicht eine Art Abschlagszahlung f\u00fcr den bekanntlich in Bonn geborenen, aber von Wien vereinnahmten Ludwig van Beethoven \u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E_____________________\u003Cbr /\u003E\u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E Volksbildungsreferent Karl Lugmayer. Nach: Alfred Pfoser: Literatur und Austromarxismus. L\u00f6cker 1980. S. 214\u003Cbr /\u003E\u003Csup\u003E2)\u003C/sup\u003E a.a.O. S. 213\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/3fErEh6oPJ4\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E"} <p>Die Errichtung des <span><a href="http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/">Lese-Zeichens zur Erinnerung an die Bonner Bücherverbrennung von 1933</a></span> ist im Bonner Stadtrat nun endgültig und erfreulicherweise einstimmig beschlossen worden.</p> <p></p><div class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-3374" title="Montage3a" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/Montage3a.jpg" height="853" alt="" width="480" /><p class="wp-caption-text">Entwurfs-Montage. © Andreas Knitz u. Horst Hoheisel</p></div> <p>Da die Finanzierung vorwiegend auf Spendenbasis beruht, wird auch hier dazu aufgerufen:</p> <p class="kasten">Sparkasse KölnBonn 11 312, BLZ: 370 501 98,<br /> Postbank Köln 11 890 501; BLZ: 370 100 50<br /> Volksbank Bonn Rhein-Sieg 2 003 753 010, BLZ: 380 601 86<br /> Stichwort: “Kulturamt, Erinnerungsmal Bücherverbrennung” <br />SpenderInnen erhalten dann eine entsprechende Spendenbescheinigung von der Stadt Bonn</p> <p></p><div class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-3377" title="Montage2b" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/03/Montage2b.jpg" height="406" alt="" width="480" /><p class="wp-caption-text">Entwurfs-Montage. © Andreas Knitz u. Horst Hoheisel</p></div> <p>Dass Wien ein <em>solches</em> Mahnmal <em>nicht</em> benötigt, ist bekanntlich nicht der Widerständigkeit der WienerInnen gegen die Barbarei zu verdanken.<br />Wie <a href="http://haftgrund.net/3135/boykott-durch-schweigen-der-bonner-general-anzeiger-und-die-bucherverbrennung/"><span>berichtet</span></a>, ist dem Organ des katholischen Bürgertums ein gewisses Bedauern anzumerken gewesen, dass solche Aktionen, wie die Vernichtung unliebsamer Bücher, nicht auch in Österreich stattfanden. Es brauchte nicht lange gewartet zu werden. Nicht mal ein Jahr später wurde in den Wiener Arbeiterbüchereien “<em>eine Art Standrecht der Bücherauswahl</em>“<sup>1)</sup> proklamiert und Bücher von Heinrich Mann, Upton Sinclair, Emil Zola u.v.a. eliminiert – alles was nicht der “<em>deutschen, christlichen und sozialen Staatsmaxime</em>“<sup>2)</sup> der Austrofaschisten entsprach. Öffentliche Verbrennungen der Bücher gab es zwar keine, aber die Wirkung war nicht unähnlich jener in Deutschland.</p> <p>Insofern gäbe es auch für WienerInnen einen guten Grund, sich an der Spendenaktion zu beteiligen, ein weiterer wäre vielleicht eine Art Abschlagszahlung für den bekanntlich in Bonn geborenen, aber von Wien vereinnahmten Ludwig van Beethoven …</p> <p>_____________________<br /><sup>1)</sup> Volksbildungsreferent Karl Lugmayer. Nach: Alfred Pfoser: Literatur und Austromarxismus. Löcker 1980. S. 214<br /><sup>2)</sup> a.a.O. S. 213</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/3fErEh6oPJ4" height="1" width="1" /><p></p><p></p>Thu, 08 Mar 2012 23:50:32 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/236991910/Unterst-tzung-f-r-das-Lese-Zeichenurn:www-soup-io:1:236991910regularbibliothekenkampfspuren10. mai 1933bonnbücherverbrennungenmahnmalnationalsozialismus Wiener Magistrat: Quasseln mit Subtext {"tags":["Kampfspuren","Magistrat","Nulllohnrunde","SP\u00d6","Verwaltung","Wien"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/DYG1DgmQGrw/\"\u003EWiener Magistrat: Quasseln mit Subtext\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/DYG1DgmQGrw/","body":"\u003Cp\u003EDie Wiener Gemeindebediensteten fanden heute im Intranet von der Personalstadtr\u00e4tin Frauenberger (SP\u00d6) und dem Magistratsdirektor Hechtner (kann nur SP\u00d6 sein) unten stehenden Text vor. Der Versuch, den\u00a0Inhalt in seiner schlichten Einfachheit zu lesen und aufzunehmen, scheiterte daran, dass sich fast bei jedem Wort der entsprechende Subtext einmengte und am Ende ein Konglomerat entstand, das w\u00fctend macht. Hier die Wiedergabe in der Realwahrnehmung von Angestellten der Gemeinde Wien:\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cp\u003ELiebe Mitarbeiterinnen \u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003Eund Mitarbeiter\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEs \u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003Eist uns besonders wichtig\u003Cspan\u003Eunbezahlte Bereitschaften\u003C/span\u003E, uns jetzt \u003Cspan\u003EReallohnverlust\u003C/span\u003Ean Sie zu wenden, da in den Medien\u003Cspan\u003EPrivatisierungen\u003C/span\u003E vermehrt Mitarbeiterinnen \u003Cspan\u003EPensionsk\u00fcrzungen\u003C/span\u003Eund Mitarbeiter \u003Cspan\u003EK\u00fcndigung wegen Krankheit\u003C/span\u003Eder Stadt Wien\u003Cspan\u003EHierarchisierungswahn \u003C/span\u003Ein einem negativen \u003Cspan\u003EArbeitszeitverl\u00e4ngerung\u003C/span\u003ELicht dargestellt werden. \u003Cbr /\u003EVor allem in der medialen Debatte\u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003E der letzten Tage \u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003Escheinen manche \u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003EIhre Leistungen\u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003E nicht entsprechend \u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003Ew\u00fcrdigen zu wollen\u003Cspan\u003ENulllohnrunde\u003C/span\u003E. \u003Cbr /\u003EWir aber \u003Cspan\u003EMisstrauenskultur\u003C/span\u003Ewollen uns f\u00fcr Ihre Arbeit \u003Cspan\u003Eunbezahlte Bereitschaften\u003C/span\u003Eund Ihren Einsatz \u003Cspan\u003EPersonalreduktion\u003C/span\u003Ef\u00fcr die Stadt einfach bedanken!\u003Cspan\u003E\u00dcberwachungen, Kontrollen, Misstrauenskultur\u201d\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/DYG1DgmQGrw\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Die Wiener Gemeindebediensteten fanden heute im Intranet von der Personalstadträtin Frauenberger (SPÖ) und dem Magistratsdirektor Hechtner (kann nur SPÖ sein) unten stehenden Text vor. Der Versuch, den Inhalt in seiner schlichten Einfachheit zu lesen und aufzunehmen, scheiterte daran, dass sich fast bei jedem Wort der entsprechende Subtext einmengte und am Ende ein Konglomerat entstand, das wütend macht. Hier die Wiedergabe in der Realwahrnehmung von Angestellten der Gemeinde Wien:</p> <div> <p>Liebe Mitarbeiterinnen <span>Nulllohnrunde</span>und Mitarbeiter</p> <p>Es <span>Nulllohnrunde</span>ist uns besonders wichtig<span>unbezahlte Bereitschaften</span>, uns jetzt <span>Reallohnverlust</span>an Sie zu wenden, da in den Medien<span>Privatisierungen</span> vermehrt Mitarbeiterinnen <span>Pensionskürzungen</span>und Mitarbeiter <span>Kündigung wegen Krankheit</span>der Stadt Wien<span>Hierarchisierungswahn </span>in einem negativen <span>Arbeitszeitverlängerung</span>Licht dargestellt werden. <br />Vor allem in der medialen Debatte<span>Nulllohnrunde</span> der letzten Tage <span>Nulllohnrunde</span>scheinen manche <span>Nulllohnrunde</span>Ihre Leistungen<span>Nulllohnrunde</span> nicht entsprechend <span>Nulllohnrunde</span>würdigen zu wollen<span>Nulllohnrunde</span>. <br />Wir aber <span>Misstrauenskultur</span>wollen uns für Ihre Arbeit <span>unbezahlte Bereitschaften</span>und Ihren Einsatz <span>Personalreduktion</span>für die Stadt einfach bedanken!<span>Überwachungen, Kontrollen, Misstrauenskultur”</span></p> </div> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/DYG1DgmQGrw" height="1" width="1" />Tue, 28 Feb 2012 15:25:15 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/235059445/Wiener-Magistrat-Quasseln-mit-Subtexturn:www-soup-io:1:235059445regularkampfspurenmagistratnulllohnrundespÖverwaltungwien Boykott durch Schweigen? Der Bonner General-Anzeiger und die Bücherverbrennung {"tags":["Bibliotheken","Kampfspuren","10. Mai 1933","Bonn","B\u00fccherverbrennungen","Mahnmal"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/Kt148QJPDxo/\"\u003EBoykott durch Schweigen? Der Bonner General-Anzeiger und die B\u00fccherverbrennung\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/Kt148QJPDxo/","body":"\u003Cp\u003EIn \u201c\u003Ca href=\"http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/\"\u003E\u003Cstrong\u003ELese-Zeichen im Rathausplatz in Bonn\u003C/strong\u003E\u003C/a\u003E\u201d wurde \u00fcber ein Projekt zum 80. Jahrestag der B\u00fccherverbrennungen berichtet, welches in der Gestaltung vor allem durch eine mit zuk\u00fcnftigen Aktionen verbundenen Dynamik in seiner Weise wohl einzigartig und nachahmenswert ist. Die Errichtung dieses Mahnmals wurde im Kulturausschuss der Stadt Bonn im Juni 2010 beschlossen (\u003Cstrong\u003E\u003Ca href=\"http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/10/1011771.rtf\"\u003Ertf\u003C/a\u003E)\u003C/strong\u003E, was den \u003Ca href=\"http://www.general-anzeiger-bonn.de/\"\u003EBonner General-Anzeiger\u003C/a\u003E dazu veranlasste, einem Artikel, der einem anderen Thema gewidmet war, \u003Ca href=\"http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/kultur/Chef-des-Beethoven-Orchesters-praesentiert-sich-im-Kulturausschuss-article23560.html\"\u003Eeinen letzten Satz\u003C/a\u003E anzuh\u00e4ngen. Inzwischen hat es etliche Sitzungen des Bonner Kulturausschusses gegeben, in dem \u00fcber den Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals beraten und die Sieger gek\u00fcrt wurden. Auch die Frage der Finanzierung war immer wieder Thema. Die Tendenz lief einerseits in die Richtung, dass das Mahnmal alleine durch Spenden finanziert werden sollte (FDP), die \u003Ca href=\"http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771AA7.htm\"\u003ELinke beantragte\u003C/a\u003E, dass eine allf\u00e4llige Finanzierungsl\u00fccke durch die Stadt Bonn geschlossen werden sollte und die \u003Ca href=\"http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771AA8.htm\"\u003ESPD vertritt\u003C/a\u003E, dass die Stadt einen fixen Zuschuss von 15.000 \u20ac garantiere (bei gesch\u00e4tzten Kosten von 50.00 \u20ac).\u00a0 In der n\u00e4chsten \u003Ca href=\"http://www2.bonn.de/bo_ris/ris_sql/sum_sitzungen_result.asp?e_gre_id=1\u0026amp;e_search_tt=1\u0026amp;e_search_mm=3\u0026amp;e_search_jjjj=2012\u0026amp;e_gre_art=Gremien\u0026amp;e_caller=inc_agm_register_1_1\"\u003EStadtratssitzung vom 1. M\u00e4rz\u003C/a\u003E soll die endg\u00fcltige Realisierung des Mahnmals \u003Ca href=\"http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771NV5.htm\"\u003Ebeschlossen\u003C/a\u003E werden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuf der Suche nach Berichten \u00fcber diese Initiative fand ich beim marktbeherrschenden Bonner General-Anzeiger nur diesen einen oben zitierten Satz. Sonst nichts. Doch nicht immer war diese Zeitung zum Thema B\u00fccherverbrennung so schweigsam gewesen:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Flamme_empor_Bonner_General-Anzeiger_1933-05-11.jpg\" title=\"Bonner General-Anzeiger 11. Mai 1933\"\u003E\u003Cimg title=\"Flamme_empor_rahmen_rot\" class=\"wp-image-3149 \" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Flamme_empor_rahmen_rot.jpg\" height=\"318\" alt=\"\" width=\"486\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003EBonner General-Anzeiger 11. Mai 1933. (1221x1571, 0,7MB)\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cp class=\"kasten\"\u003E\u201cDie Holzscheite, leuchtend und gl\u00fchend, fielen auseinander, die Asche der B\u00fccher hob sich in dunkler Wolke empor, schwebte durch den milchigen Lichtkegel der Scheinwerfer und zerstob in der Nacht.\u003Cbr /\u003E W\u00e4hrend also als Symbol ein Teil der in Bonn gefundenen B\u00fccher, die aus fremdartigem Denken und F\u00fchlen entstanden, in Asche und Rauch sich wandelten, marschierten die Kolonnen, braun und feldgrau, marschierten die Chargen mit den bunten Fahnen, die Korporationsstudenten mit dem leuchtenden Couleur, die Studentinnen und Studenten wieder ab. Ihr Schritt verhallte in der dunklen Nacht. Und es war, als ziehe eine Truppe aus dem Gefecht, zum Kampf: deutsche Jugend wider den undeutschen Geist.\u201d (Bonner General-Anzeiger vom 11. Mai 1938)\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMan sollte eigentlich annehmen, dass diese in die Barbarei mehr als verwickelt gewesene Zeitung nunmehr alles daran setzen w\u00fcrde, als kleine Wiedergutmachung die Mahnmalinitiative durch entsprechende Berichterstattung aktiv zu unterst\u00fctzen und nicht nur f\u00fcr Spenden zu werben, sondern auch selbst einen Betrag zu leisten. Die Stille in der Berichterstattung klingt aber eher wie ein Boykott.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"Buecherverbrennung_Bonn\" class=\"alignright size-full wp-image-3154\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Buecherverbrennung_Bonn.jpg\" height=\"191\" alt=\"\" width=\"263\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAus dem Artikel und aus anderen Quellen geht auch hervor, dass nicht die verhetzte Studentenschaft alleine f\u00fcr die B\u00fccherverbrennungen verantwortlich war, sondern dass ein Teil des akademischen Personals der Bonner Uni mit Hassreden sozusagen \u00d6l ins Feuer go\u00df. Daher ist zu erwarten, dass die Bonner Universit\u00e4t sich dem Spendenaufruf anschlie\u00dft und selbst auch etwas beisteuert.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAbschlie\u00dfend ein kleiner Blick nach \u00d6sterreich. Wie wurde in diesem anderen Teil des \u201c\u003Ca href=\"http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt\u0026amp;datum=19330517\u0026amp;seite=2\u0026amp;zoom=33\"\u003Edeutschen Kulturkreises\u003C/a\u003E\u201d die Barbarei der B\u00fccherverbrennungen gesehen? Die dem Klerikalfaschismus zuneigende \u201c\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Reichspost_%28Zeitung%29\"\u003EReichspost\u003C/a\u003E\u201d bem\u00e4ngelte zwar den \u201ctheatralischen Beigeschmack\u201d, aber sonst \u2026:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cdiv class=\"wp-caption alignnone\"\u003E\u003Ca href=\"http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt\u0026amp;datum=19330517\u0026amp;seite=2\u0026amp;zoom=33\"\u003E\u003Cimg title=\"Reichspost_17.5.1933\" class=\"size-full wp-image-3166 \" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Reichspost_17.5.1933.jpg\" height=\"398\" alt=\"\" width=\"500\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cp class=\"wp-caption-text\"\u003Eaus: Alfred Pfoser, Literatur und Austromarxismus. Wien L\u00f6cker 1980\u003C/p\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EEin Jahr sp\u00e4ter wurden in Wien bereits die Arbeiterb\u00fcchereien \u201cges\u00e4ubert\u201d. Ein \u201cKulturkreis\u201d hatte sich wieder geschlossen.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/Kt148QJPDxo\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E"} <p>In “<a href="http://plan3t.info/2012/02/14/lese-zeichen-im-rathausplatz-von-bonn/"><strong>Lese-Zeichen im Rathausplatz in Bonn</strong></a>” wurde über ein Projekt zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennungen berichtet, welches in der Gestaltung vor allem durch eine mit zukünftigen Aktionen verbundenen Dynamik in seiner Weise wohl einzigartig und nachahmenswert ist. Die Errichtung dieses Mahnmals wurde im Kulturausschuss der Stadt Bonn im Juni 2010 beschlossen (<strong><a href="http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/10/1011771.rtf">rtf</a>)</strong>, was den <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/">Bonner General-Anzeiger</a> dazu veranlasste, einem Artikel, der einem anderen Thema gewidmet war, <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/kultur/Chef-des-Beethoven-Orchesters-praesentiert-sich-im-Kulturausschuss-article23560.html">einen letzten Satz</a> anzuhängen. Inzwischen hat es etliche Sitzungen des Bonner Kulturausschusses gegeben, in dem über den Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals beraten und die Sieger gekürt wurden. Auch die Frage der Finanzierung war immer wieder Thema. Die Tendenz lief einerseits in die Richtung, dass das Mahnmal alleine durch Spenden finanziert werden sollte (FDP), die <a href="http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771AA7.htm">Linke beantragte</a>, dass eine allfällige Finanzierungslücke durch die Stadt Bonn geschlossen werden sollte und die <a href="http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771AA8.htm">SPD vertritt</a>, dass die Stadt einen fixen Zuschuss von 15.000 € garantiere (bei geschätzten Kosten von 50.00 €).  In der nächsten <a href="http://www2.bonn.de/bo_ris/ris_sql/sum_sitzungen_result.asp?e_gre_id=1&amp;e_search_tt=1&amp;e_search_mm=3&amp;e_search_jjjj=2012&amp;e_gre_art=Gremien&amp;e_caller=inc_agm_register_1_1">Stadtratssitzung vom 1. März</a> soll die endgültige Realisierung des Mahnmals <a href="http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/10/1011771NV5.htm">beschlossen</a> werden.</p> <p>Auf der Suche nach Berichten über diese Initiative fand ich beim marktbeherrschenden Bonner General-Anzeiger nur diesen einen oben zitierten Satz. Sonst nichts. Doch nicht immer war diese Zeitung zum Thema Bücherverbrennung so schweigsam gewesen:</p> <p></p><div class="wp-caption alignnone"><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Flamme_empor_Bonner_General-Anzeiger_1933-05-11.jpg" title="Bonner General-Anzeiger 11. Mai 1933"><img class="wp-image-3149 " title="Flamme_empor_rahmen_rot" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Flamme_empor_rahmen_rot.jpg" height="318" alt="" width="486" /></a><p class="wp-caption-text">Bonner General-Anzeiger 11. Mai 1933. (1221x1571, 0,7MB)</p></div> <p class="kasten">“Die Holzscheite, leuchtend und glühend, fielen auseinander, die Asche der Bücher hob sich in dunkler Wolke empor, schwebte durch den milchigen Lichtkegel der Scheinwerfer und zerstob in der Nacht.<br /> Während also als Symbol ein Teil der in Bonn gefundenen Bücher, die aus fremdartigem Denken und Fühlen entstanden, in Asche und Rauch sich wandelten, marschierten die Kolonnen, braun und feldgrau, marschierten die Chargen mit den bunten Fahnen, die Korporationsstudenten mit dem leuchtenden Couleur, die Studentinnen und Studenten wieder ab. Ihr Schritt verhallte in der dunklen Nacht. Und es war, als ziehe eine Truppe aus dem Gefecht, zum Kampf: deutsche Jugend wider den undeutschen Geist.” (Bonner General-Anzeiger vom 11. Mai 1938)</p> <p>Man sollte eigentlich annehmen, dass diese in die Barbarei mehr als verwickelt gewesene Zeitung nunmehr alles daran setzen würde, als kleine Wiedergutmachung die Mahnmalinitiative durch entsprechende Berichterstattung aktiv zu unterstützen und nicht nur für Spenden zu werben, sondern auch selbst einen Betrag zu leisten. Die Stille in der Berichterstattung klingt aber eher wie ein Boykott.</p> <p><img class="alignright size-full wp-image-3154" title="Buecherverbrennung_Bonn" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Buecherverbrennung_Bonn.jpg" height="191" alt="" width="263" /></p> <p>Aus dem Artikel und aus anderen Quellen geht auch hervor, dass nicht die verhetzte Studentenschaft alleine für die Bücherverbrennungen verantwortlich war, sondern dass ein Teil des akademischen Personals der Bonner Uni mit Hassreden sozusagen Öl ins Feuer goß. Daher ist zu erwarten, dass die Bonner Universität sich dem Spendenaufruf anschließt und selbst auch etwas beisteuert.</p> <p>Abschließend ein kleiner Blick nach Österreich. Wie wurde in diesem anderen Teil des “<a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19330517&amp;seite=2&amp;zoom=33">deutschen Kulturkreises</a>” die Barbarei der Bücherverbrennungen gesehen? Die dem Klerikalfaschismus zuneigende “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichspost_%28Zeitung%29">Reichspost</a>” bemängelte zwar den “theatralischen Beigeschmack”, aber sonst …:</p> <p></p><div class="wp-caption alignnone"><a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19330517&amp;seite=2&amp;zoom=33"><img class="size-full wp-image-3166 " title="Reichspost_17.5.1933" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Reichspost_17.5.1933.jpg" height="398" alt="" width="500" /></a><p class="wp-caption-text">aus: Alfred Pfoser, Literatur und Austromarxismus. Wien Löcker 1980</p></div> <p>Ein Jahr später wurden in Wien bereits die Arbeiterbüchereien “gesäubert”. Ein “Kulturkreis” hatte sich wieder geschlossen.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/Kt148QJPDxo" height="1" width="1" /><p></p><p></p>Sat, 25 Feb 2012 21:32:15 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/234232373/Boykott-durch-Schweigen-Der-Bonner-General-Anzeigerurn:www-soup-io:1:234232373regularbibliothekenkampfspuren10. mai 1933bonnbücherverbrennungenmahnmal “Moses Heß in seiner Zeit” von Horst Lademacher wird neu aufgelegt {"tags":["Moses Hess"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/J-0-F8FjV2I/\"\u003E\u201cMoses He\u00df in seiner Zeit\u201d von Horst Lademacher wird neu aufgelegt\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/J-0-F8FjV2I/","body":"\u003Cp\u003EDas Bonner Stadtarchiv plant f\u00fcr 2012 eine Neuauflage von \u201c\u003Ca href=\"http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=023254165\"\u003EMoses He\u00df in seiner Zeit\u003C/a\u003E\u201d von \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Lademacher\"\u003EHorst Lademacher\u003C/a\u003E, dem wohl profundesten lebenden Hess-Experten. Wenn das Buch erschienen ist, wird es in einem geeigneten Rahmen unter der Schirmherrrschaft des Bonner Oberb\u00fcrgermeisters Niemptsch der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDiese 1977 erstmals ver\u00f6ffentlichte Untersuchung z\u00e4hlt zu den viel zitierten Standard-Werken der Literatur zu Moses Hess und hat nichts von seinem Informationsgehalt verloren. Im Gegenteil: es finden sich immer wieder Schnittstellen zu m\u00f6glichen und voraussichtlich sehr ergiebigen weiteren Forschungen \u00fcber den Zeitraum vom demokratisch-revolution\u00e4ren Aufbruch im Vorm\u00e4rz bis in die 2. Internationale \u2013 in all diesen Phasen kann man kaum an Moses Hess vorbei gehen, zu oft war er der erste, der gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen erkannte, Erkenntnisse, die ebenso oft von anderen \u00fcbernommen und weiter entwickelt oder aber auch verengt wurden.\u003Cbr /\u003E Eine bis heute wichtige Bedeutung hat Hess dar\u00fcber hinaus aber auch als fr\u00fchester Vertreter eines sozialistischen Zionismus \u2013 die Internationale Konferenz \u201c\u003Ca href=\"http://www.rosalux.de/news/38115/moses-hess-zwischen-sozialismus-und-zionismus.html\"\u003EMoses Hess zwischen Sozialismus und Zionismus\u003C/a\u003E\u201d in Jerusalem im M\u00e4rz 2012 kann als Beleg daf\u00fcr gelten.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/moseshess/widerhall/veranstaltung-in-bonn-moses-hess-in-seiner-zeit/\"\u003Emehr lesen\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/J-0-F8FjV2I\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Das Bonner Stadtarchiv plant für 2012 eine Neuauflage von “<a href="http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=023254165">Moses Heß in seiner Zeit</a>” von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Lademacher">Horst Lademacher</a>, dem wohl profundesten lebenden Hess-Experten. Wenn das Buch erschienen ist, wird es in einem geeigneten Rahmen unter der Schirmherrrschaft des Bonner Oberbürgermeisters Niemptsch der Öffentlichkeit vorgestellt.</p> <p>Diese 1977 erstmals veröffentlichte Untersuchung zählt zu den viel zitierten Standard-Werken der Literatur zu Moses Hess und hat nichts von seinem Informationsgehalt verloren. Im Gegenteil: es finden sich immer wieder Schnittstellen zu möglichen und voraussichtlich sehr ergiebigen weiteren Forschungen über den Zeitraum vom demokratisch-revolutionären Aufbruch im Vormärz bis in die 2. Internationale – in all diesen Phasen kann man kaum an Moses Hess vorbei gehen, zu oft war er der erste, der gesellschaftliche Veränderungen erkannte, Erkenntnisse, die ebenso oft von anderen übernommen und weiter entwickelt oder aber auch verengt wurden.<br /> Eine bis heute wichtige Bedeutung hat Hess darüber hinaus aber auch als frühester Vertreter eines sozialistischen Zionismus – die Internationale Konferenz “<a href="http://www.rosalux.de/news/38115/moses-hess-zwischen-sozialismus-und-zionismus.html">Moses Hess zwischen Sozialismus und Zionismus</a>” in Jerusalem im März 2012 kann als Beleg dafür gelten.</p> <p><a href="http://haftgrund.net/moseshess/widerhall/veranstaltung-in-bonn-moses-hess-in-seiner-zeit/">mehr lesen</a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/J-0-F8FjV2I" height="1" width="1" />Thu, 09 Feb 2012 22:35:22 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/230613471/Moses-He-in-seiner-Zeit-von-Horsturn:www-soup-io:1:230613471regularmoses hess Wenn ein Gespräch über Kisten {"tags":["Bibliotheken","Auslagerung","B\u00fcchereien-Wien","Ringleihe"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/NZu_EGUJJPU/\"\u003EWenn ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Kisten\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/NZu_EGUJJPU/","body":"\u003Ch3\u003E1. Die Auslagerung\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDie Ringleihe wird ab 2. Februar von der Fa. RASANT\u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E \u00fcbernommen. Das bedeutet: die Fa. RASANT wird die Kisten \u2013 wie bislang \u2013 abholen und anschlie\u00dfend firmenintern sortieren und wieder auf die Zweigstellen verteilen.\u003C/p\u003E\n\u003Cul\u003EDamit einhergehende \u00c4nderungen:\n\u003Cli\u003E\u003Cimg title=\"stapelkl\" class=\"alignright size-full wp-image-2909\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/stapelkl.jpg\" height=\"245\" alt=\"\" width=\"246\" /\u003EDie Dienstpost wird ab jetzt in Boxen verschickt, jede Zweigstelle erh\u00e4lt zwei Boxen, die immer in die Ringleihe zu geben sind, damit sowohl in der Zentrale als auch in der ZW jeweils eine zur Verf\u00fcgung steht. Dazu ist der Zettel in der Klarsichth\u00fclle jedes Mal zu wenden (damit die Fa. RASANT beim Sortieren erkennen kann, wohin die Box gesandt wird.) In der HB/Zentrale (ehemaliger Ringleihraum) wird es ein Regal mit den Boxen geben, damit f\u00fcr die Zweigstellen bestimmte Post dort einsortiert werden kann.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EDie Trennung von HB/01-Kiste und ZW/BW-Kiste ist strikt einzuhalten, damit es zu keinen Problemen bei der Sortierung/Lieferung kommt. Ebenso wichtig ist eine sorgf\u00e4ltige Etikettierung und eine klare Kennzeichnung der Vorbestellungen (siehe Anhang). Bitte die Vorbestellung nur mit dem ausgedruckten Zettel, der Leser und Abholzweigstelle zeigt, kennzeichnen \u2013 handgeschriebene Vermerke und die Verbuchungszettel auf die Abholzweigstelle sind nicht notwendig und f\u00fcr die Fa. RASANT irritierend. Exemplare, die f\u00fcr die Fa. RASANT nicht zuzuordnen sind, werden in die HB geschickt. Das Serviceteam wird sich interimistisch noch um diese Exemplare k\u00fcmmern (bis Ende April), ab diesem Termin werden sie dann nur noch in der HB gelagert, aber nicht mehr gesondert bearbeitet. Grunds\u00e4tzlich gilt beim Versenden von Dingen via Ringleihe: unbedingt genau beschriften!\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003ELeerkisten sind in Zukunft nicht mehr \u00fcber die HB zu beziehen, sondern \u00fcber die Fa. RASANT unter folgender Kontaktemailadresse:\u00a0ringleihe@rasant.at\u003Cbr /\u003E Auch Beschwerden k\u00f6nnen direkt an die Fa. RASANT gerichtet werden.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EBei Zweigstellensperren werden die Kisten bei der Fa. RASANT gelagert und nicht in der HB.\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EDiverses Material (Leserkarten usw.) wird weiter \u00fcber die Zentrale versandt, je nach Wunsch bitte an die jeweiligen Referenten wenden.\u003C/li\u003E\n\u003C/ul\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E2. Die Irrl\u00e4ufer\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Eerstes Feedback: ungew\u00f6hnlich viele Vorbestellungen, die in andere Zweigstellen geh\u00f6rt h\u00e4tten, sind bei uns gelandet, weil die Medien in unseren Bestand geh\u00f6ren \u2013 es d\u00fcrften also die Vormerkzettel beim Sortieren herausgefallen sein. Die Verz\u00f6gerung um 1 Woche ist schon nicht ideal, aber was, wenn es beim n\u00e4chsten mal wieder so ist?\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E3. Der spekulierende Leser\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWenn ich meinen Senf dazu geben d\u00fcrfte (bei uns hat es im gro\u00dfen und ganzen eh gepasst), die Leser seufzen meistens schon, wenn ich sage, dass eine Vorbestellung 7 \u2013 10 Tage (vorsichtig ausgedr\u00fcckt) dauert. Sehr oft spekulieren die Leser auch dann damit, wann das Medium denn dann in etwa da sein m\u00fcsste (vielleicht weil es f\u00fcr eine Arbeit gebraucht wird oder auch nur f\u00fcr den Urlaub)- und dann f\u00e4hrt des Medium ein paar Runden spazieren! Super, nicht wahr???\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E4. Das Gummiringerl eventuell\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Evorbestellungen von einer zweigstelle in eine andere brauchen nun eine woche, von montag bis montag und von donnerstag bis donnerstag.\u003Cbr /\u003E \u201cein paar runden\u201d f\u00e4hrt ein medium nur dann spazieren wenn es in einer falschen kiste auf die reise geschickt wurde. dann kann weder die fa. RASANT noch das serviceteam etwas dagegen tun.\u003Cbr /\u003E vormerkbelege sollten halt so in die medien eingelegt werden dass sie nicht rausfallen k\u00f6nnen, eventuell gummiringerl zur befestigung verwenden.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E5. Lost in Translation\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWas auf Deutsch hei\u00dft: Selber schuld!\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E6. Aller Anfang ist schwer\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Eschuldzuteilungen sind sinnlos. bisher haben wir bei gefundenen vormerkbelegen recherchiert und bereits gepackte kisten durchgesucht um beleg und medium wieder zusammenzuf\u00fchren und der anholzweigstelle zukommen zu lassen.\u003Cbr /\u003E auch unser team hat ab und zu die \u201cfalsche\u201d kiste erwischt, bei vormerkungen doppelt schlimm. die arbeiter der fa. RASANT wurden geschult und auf alle besonderheiten hingewiesen. es wird am anfang halt mehr fehler geben, aber versuchen wir doch alle der firma den start zu erleichtern.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E7. Die Erleichterung f\u00fcr wen\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Eder firma \u2013 die noch dazu schon bisher die ringleihe betreute!- den start erleichtern???\u003Cbr /\u003E und ich dachte wir arbeiten f\u00fcr die leserInnen der b\u00fcchereien wien und sollten diesen den zugang zu unseren medien erleichtern\u2026\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E8. Alle f\u00fcr die LeserInnen\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Edie firma RASANT transportierte bis 2.2. lediglich die medien, jetzt sortieren sie die medien. eine arbeit die bisher vom serviceteam erledigt wurde, da das volumen aber zu gro\u00df geworden ist, wurde die sortierung ausgelagert und RASANT hat den zuschlag bekommen.\u003Cbr /\u003E da wir alle f\u00fcr die leserInnen arbeiten ist gegenseitiges helfen durchaus im sinne der leserInnen.\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Ch3\u003E9. Beobachtung und Kompliment\u003C/h3\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\n\u003Cp\u003Eich schlage vor, dass wir die n\u00e4chste und \u00fcbern\u00e4chste Ringleihe beobachten \u2013 es sollte von meiner Seite keine Schuldzuweisung sein, aber sehr wohl ein Versuch, herauszufinden, ob es ein grundlegendes Problem gibt und gemeinsam eine L\u00f6sung daf\u00fcr zu finden.\u003Cbr /\u003E bitte auch als Kompliment an das bisherige Service-Team sehen, wo es nie so viele Irrl\u00e4ufer gab! :)\u003C/p\u003E\n\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"kistenkl\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2913\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/kistenkl.jpg\" height=\"223\" alt=\"\" width=\"486\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E____________________________\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E Name ge\u00e4ndert.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/NZu_EGUJJPU\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <h3>1. Die Auslagerung</h3> <blockquote> <p>Die Ringleihe wird ab 2. Februar von der Fa. RASANT<sup>1)</sup> übernommen. Das bedeutet: die Fa. RASANT wird die Kisten – wie bislang – abholen und anschließend firmenintern sortieren und wieder auf die Zweigstellen verteilen.</p> <ul>Damit einhergehende Änderungen: <li><img class="alignright size-full wp-image-2909" title="stapelkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/stapelkl.jpg" height="245" alt="" width="246" />Die Dienstpost wird ab jetzt in Boxen verschickt, jede Zweigstelle erhält zwei Boxen, die immer in die Ringleihe zu geben sind, damit sowohl in der Zentrale als auch in der ZW jeweils eine zur Verfügung steht. Dazu ist der Zettel in der Klarsichthülle jedes Mal zu wenden (damit die Fa. RASANT beim Sortieren erkennen kann, wohin die Box gesandt wird.) In der HB/Zentrale (ehemaliger Ringleihraum) wird es ein Regal mit den Boxen geben, damit für die Zweigstellen bestimmte Post dort einsortiert werden kann.</li> <li>Die Trennung von HB/01-Kiste und ZW/BW-Kiste ist strikt einzuhalten, damit es zu keinen Problemen bei der Sortierung/Lieferung kommt. Ebenso wichtig ist eine sorgfältige Etikettierung und eine klare Kennzeichnung der Vorbestellungen (siehe Anhang). Bitte die Vorbestellung nur mit dem ausgedruckten Zettel, der Leser und Abholzweigstelle zeigt, kennzeichnen – handgeschriebene Vermerke und die Verbuchungszettel auf die Abholzweigstelle sind nicht notwendig und für die Fa. RASANT irritierend. Exemplare, die für die Fa. RASANT nicht zuzuordnen sind, werden in die HB geschickt. Das Serviceteam wird sich interimistisch noch um diese Exemplare kümmern (bis Ende April), ab diesem Termin werden sie dann nur noch in der HB gelagert, aber nicht mehr gesondert bearbeitet. Grundsätzlich gilt beim Versenden von Dingen via Ringleihe: unbedingt genau beschriften!</li> <li>Leerkisten sind in Zukunft nicht mehr über die HB zu beziehen, sondern über die Fa. RASANT unter folgender Kontaktemailadresse:<a href="mailto: ringleihe@rasant.at"> ringleihe@rasant.at</a><br /> Auch Beschwerden können direkt an die Fa. RASANT gerichtet werden.</li> <li>Bei Zweigstellensperren werden die Kisten bei der Fa. RASANT gelagert und nicht in der HB.</li> <li>Diverses Material (Leserkarten usw.) wird weiter über die Zentrale versandt, je nach Wunsch bitte an die jeweiligen Referenten wenden.</li> </ul> </blockquote> <h3>2. Die Irrläufer</h3> <blockquote> <p>erstes Feedback: ungewöhnlich viele Vorbestellungen, die in andere Zweigstellen gehört hätten, sind bei uns gelandet, weil die Medien in unseren Bestand gehören – es dürften also die Vormerkzettel beim Sortieren herausgefallen sein. Die Verzögerung um 1 Woche ist schon nicht ideal, aber was, wenn es beim nächsten mal wieder so ist?</p> </blockquote> <h3>3. Der spekulierende Leser</h3> <blockquote> <p>Wenn ich meinen Senf dazu geben dürfte (bei uns hat es im großen und ganzen eh gepasst), die Leser seufzen meistens schon, wenn ich sage, dass eine Vorbestellung 7 – 10 Tage (vorsichtig ausgedrückt) dauert. Sehr oft spekulieren die Leser auch dann damit, wann das Medium denn dann in etwa da sein müsste (vielleicht weil es für eine Arbeit gebraucht wird oder auch nur für den Urlaub)- und dann fährt des Medium ein paar Runden spazieren! Super, nicht wahr???</p> </blockquote> <h3>4. Das Gummiringerl eventuell</h3> <blockquote> <p>vorbestellungen von einer zweigstelle in eine andere brauchen nun eine woche, von montag bis montag und von donnerstag bis donnerstag.<br /> “ein paar runden” fährt ein medium nur dann spazieren wenn es in einer falschen kiste auf die reise geschickt wurde. dann kann weder die fa. RASANT noch das serviceteam etwas dagegen tun.<br /> vormerkbelege sollten halt so in die medien eingelegt werden dass sie nicht rausfallen können, eventuell gummiringerl zur befestigung verwenden.</p> </blockquote> <h3>5. Lost in Translation</h3> <blockquote> <p>Was auf Deutsch heißt: Selber schuld!</p> </blockquote> <h3>6. Aller Anfang ist schwer</h3> <blockquote> <p>schuldzuteilungen sind sinnlos. bisher haben wir bei gefundenen vormerkbelegen recherchiert und bereits gepackte kisten durchgesucht um beleg und medium wieder zusammenzuführen und der anholzweigstelle zukommen zu lassen.<br /> auch unser team hat ab und zu die “falsche” kiste erwischt, bei vormerkungen doppelt schlimm. die arbeiter der fa. RASANT wurden geschult und auf alle besonderheiten hingewiesen. es wird am anfang halt mehr fehler geben, aber versuchen wir doch alle der firma den start zu erleichtern.</p> </blockquote> <h3>7. Die Erleichterung für wen</h3> <blockquote> <p>der firma – die noch dazu schon bisher die ringleihe betreute!- den start erleichtern???<br /> und ich dachte wir arbeiten für die leserInnen der büchereien wien und sollten diesen den zugang zu unseren medien erleichtern…</p> </blockquote> <h3>8. Alle für die LeserInnen</h3> <blockquote> <p>die firma RASANT transportierte bis 2.2. lediglich die medien, jetzt sortieren sie die medien. eine arbeit die bisher vom serviceteam erledigt wurde, da das volumen aber zu groß geworden ist, wurde die sortierung ausgelagert und RASANT hat den zuschlag bekommen.<br /> da wir alle für die leserInnen arbeiten ist gegenseitiges helfen durchaus im sinne der leserInnen.</p> </blockquote> <h3>9. Beobachtung und Kompliment</h3> <blockquote> <p>ich schlage vor, dass wir die nächste und übernächste Ringleihe beobachten – es sollte von meiner Seite keine Schuldzuweisung sein, aber sehr wohl ein Versuch, herauszufinden, ob es ein grundlegendes Problem gibt und gemeinsam eine Lösung dafür zu finden.<br /> bitte auch als Kompliment an das bisherige Service-Team sehen, wo es nie so viele Irrläufer gab! :)</p> </blockquote> <p><img class="aligncenter size-full wp-image-2913" title="kistenkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/kistenkl.jpg" height="223" alt="" width="486" /></p> <p>____________________________</p> <p><sup>1)</sup> Name geändert.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/NZu_EGUJJPU" height="1" width="1" />Mon, 06 Feb 2012 16:44:48 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/229569617/Wenn-ein-Gespr-ch-ber-Kistenurn:www-soup-io:1:229569617regularbibliothekenauslagerungbüchereien-wienringleihe Eine Axt, eine französische Geburtsurkunde und ein sowjetisierter Monat {"tags":["Fallobst"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/qYUYkqm9eRM/\"\u003EEine Axt, eine franz\u00f6sische Geburtsurkunde und ein sowjetisierter Monat\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/qYUYkqm9eRM/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"Moses-Hess-Geburtsurkunde_kl\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2798\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Moses-Hess-Geburtsurkunde_kl1.jpg\" height=\"327\" alt=\"\" width=\"480\" /\u003E\u003Cbr /\u003E\nMoses Hess\u2019 Geburtsurkunde. Franz\u00f6sische Bez\u00fcge und die m\u00f6glicherweise sowjetische Verwirrung um den Geburtsmonat. Weiterlesen:\u003C/p\u003E\n\u003Ch3\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/moseshess/leben/die-axt-am-tor-der-bonner-judengasse/\"\u003E\u201cDie Axt am Tor der Bonner Judengasse\u201d\u003C/a\u003E\u003C/h3\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/qYUYkqm9eRM\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><img class="aligncenter size-full wp-image-2798" title="Moses-Hess-Geburtsurkunde_kl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/02/Moses-Hess-Geburtsurkunde_kl1.jpg" height="327" alt="" width="480" /><br /> Moses Hess’ Geburtsurkunde. Französische Bezüge und die möglicherweise sowjetische Verwirrung um den Geburtsmonat. Weiterlesen:</p> <h3><a href="http://haftgrund.net/moseshess/leben/die-axt-am-tor-der-bonner-judengasse/">“Die Axt am Tor der Bonner Judengasse”</a></h3> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/qYUYkqm9eRM" height="1" width="1" />Wed, 01 Feb 2012 17:25:36 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/228213005/Eine-Axt-eine-franz-sische-Geburtsurkunde-undurn:www-soup-io:1:228213005regularfallobst Moses Hess’ Grabinschrift in Israel. Sterbehaus in Paris. {"tags":["Moses Hess"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/s6jge6e23Aw/\"\u003EMoses Hess\u2019 Grabinschrift in Israel. Sterbehaus in Paris.\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/s6jge6e23Aw/","body":"\u003Cp\u003EDie Rosa-Luxemburg-Stiftung in Deutschland \u003Ca href=\"http://www.rosalux.de/news/38115/moses-hess-zwischen-sozialismus-und-zionismus.html\"\u003Ek\u00fcndigt die Moses-Hess-Konferenz von 18. bis 20. M\u00e4rz in Jerusalem\u003C/a\u003E an, welches vom \u003Ca href=\"http://www.rosalux.co.il/de\"\u003EIsraelb\u00fcro der RLS\u003C/a\u003E in Kooperation mit dem \u003Ca href=\"http://en.leobaeck.org/\"\u003ELeo Baeck Institut Jerusalem\u003C/a\u003E, der \u003Ca href=\"http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/buber/profil/index.html\"\u003EMartin-Buber-Professur f\u00fcr J\u00fcdische Religionsphilosophie\u003C/a\u003E der Universit\u00e4t Frankfurt/Main und dem \u003Ca href=\"http://www.sussex.ac.uk/cgjs/\"\u003ECentre for German-Jewish Studies der University of Sussex\u003C/a\u003E durchgef\u00fchrt wird.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZwei aktuelle Fotos von Moses He\u00df\u2019 Grab, erstellt von der Direktorin des Israelb\u00fcros der RLS, Frau Dr.\u00a0 Angelika Timm:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://www.rosalux.de/typo3temp/pics/876b863ca9.jpg\" height=\"160\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://www.rosalux.de/typo3temp/pics/fb1b02aa1a.jpg\" height=\"160\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie hebr\u00e4ischen Inschriften auf dem Grabstein auf dem \u003Ca href=\"http://www.youtube.com/watch?v=z4RRmpbhrGs\u0026amp;feature=colike\"\u003EKinneret Cemetery\u003C/a\u003E beim \u003Ca href=\"http://en.wikipedia.org/wiki/Degania_Alef\"\u003EKibbutz Degania\u003C/a\u003E: lauten:\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cp\u003EAuf dem Grabstein:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003EMoses Hess Autor \u201eRom und Jerusalem\u201c\u003Cbr /\u003EEiner der V\u00e4ter des Weltsozialismus und Vorbote des Staates Israel \u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EVordermauer:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003EIhre Gebeine wurden durch die Histadrut \u00fcberf\u00fchrt und am 10. Oktober 1961 beigesetzt.\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAn der Seite des Grabes:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003EMoses Hess verstarb in Paris. Seine Freunde aus Deutschland beerdigten ihn auf dem j\u00fcdischen Friedhof in K\u00f6ln und gravierten auf dem Grabstein \u201eVater der deutschen Sozialdemokratie\u201c ein.\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EOriginalgr\u00f6\u00dfen der Bilder (von der Website der RLS):\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg\" title=\"http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg\"\u003Ehttp://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\u003Ca href=\"http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg\" title=\"http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg\"\u003Ehttp://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EHerzlichen Dank an Herrn Wolfgang H. Deuling f\u00fcr die Vermittlung der Fotos von Frau Dr. Angelika Timm, sowie f\u00fcr den Hinweis auf das Sterbehaus!\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDas Sterbehaus in der \u003Ca href=\"http://g.co/maps/tgksv\" title=\"Sterbehaus Moses Hess\"\u003ERue Doudeauville 79\u003C/a\u003E, 75018 Paris (via Streetview von Google-Earth):\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/rue-doudeauville-79.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"rue-doudeauville-79\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/rue-doudeauville-79_thumb.jpg\" height=\"480\" alt=\"rue-doudeauville-79\" width=\"475\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/s6jge6e23Aw\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Deutschland <a href="http://www.rosalux.de/news/38115/moses-hess-zwischen-sozialismus-und-zionismus.html">kündigt die Moses-Hess-Konferenz von 18. bis 20. März in Jerusalem</a> an, welches vom <a href="http://www.rosalux.co.il/de">Israelbüro der RLS</a> in Kooperation mit dem <a href="http://en.leobaeck.org/">Leo Baeck Institut Jerusalem</a>, der <a href="http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/buber/profil/index.html">Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie</a> der Universität Frankfurt/Main und dem <a href="http://www.sussex.ac.uk/cgjs/">Centre for German-Jewish Studies der University of Sussex</a> durchgeführt wird.</p> <p>Zwei aktuelle Fotos von Moses Heß’ Grab, erstellt von der Direktorin des Israelbüros der RLS, Frau Dr.  Angelika Timm:</p> <p><img src="http://www.rosalux.de/typo3temp/pics/876b863ca9.jpg" height="160" alt="" width="240" /></p> <p><img src="http://www.rosalux.de/typo3temp/pics/fb1b02aa1a.jpg" height="160" alt="" width="240" /></p> <p>Die hebräischen Inschriften auf dem Grabstein auf dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z4RRmpbhrGs&amp;feature=colike">Kinneret Cemetery</a> beim <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Degania_Alef">Kibbutz Degania</a>: lauten:</p> <div> <p>Auf dem Grabstein:</p> <p><em>Moses Hess Autor „Rom und Jerusalem“<br />Einer der Väter des Weltsozialismus und Vorbote des Staates Israel </em></p> <p>Vordermauer:</p> <p><em>Ihre Gebeine wurden durch die Histadrut überführt und am 10. Oktober 1961 beigesetzt.</em></p> <p>An der Seite des Grabes:</p> <p><em>Moses Hess verstarb in Paris. Seine Freunde aus Deutschland beerdigten ihn auf dem jüdischen Friedhof in Köln und gravierten auf dem Grabstein „Vater der deutschen Sozialdemokratie“ ein.</em></p> </div> <p>Originalgrößen der Bilder (von der Website der RLS):</p> <p><a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg" title="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg">http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5445.jpg</a><br /><a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg" title="http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg">http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Ausland/Nahost/147_5437.jpg</a></p> <p>Herzlichen Dank an Herrn Wolfgang H. Deuling für die Vermittlung der Fotos von Frau Dr. Angelika Timm, sowie für den Hinweis auf das Sterbehaus!</p> <p>Das Sterbehaus in der <a href="http://g.co/maps/tgksv" title="Sterbehaus Moses Hess">Rue Doudeauville 79</a>, 75018 Paris (via Streetview von Google-Earth):</p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/rue-doudeauville-79.jpg"><img title="rue-doudeauville-79" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/rue-doudeauville-79_thumb.jpg" height="480" alt="rue-doudeauville-79" width="475" /></a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/s6jge6e23Aw" height="1" width="1" />Mon, 30 Jan 2012 00:22:07 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/227814349/Moses-Hess-Grabinschrift-in-Israel-Sterbehaus-inurn:www-soup-io:1:227814349regularmoses hess Des Lebens Lauf im Westbahnhof {"tags":["Fallobst","WC","Westbahnhof"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/vRDmN-dU3k8/\"\u003EDes Lebens Lauf im Westbahnhof\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/vRDmN-dU3k8/","body":"\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens1.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"laufdeslebens1\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens1_thumb.jpg\" height=\"234\" alt=\"laufdeslebens1\" width=\"74\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\nEin Mann. Eine Frau.\u003Cbr /\u003E\nDie Frau links. Der Mann rechts.\u003Cbr /\u003E\nDazwischen eine strichlierte Linie.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens2.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"laufdeslebens2\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens2_thumb.jpg\" height=\"234\" alt=\"laufdeslebens2\" width=\"169\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\nDie strichlierte Linie nutzte nichts.\u003Cbr /\u003E\nNachwuchs.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens3.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"laufdeslebens3\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens3_thumb.jpg\" height=\"234\" alt=\"laufdeslebens3\" width=\"154\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Reise zum Alter hat begonnen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens4.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"laufdeslebens4\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens4_thumb.jpg\" height=\"234\" alt=\"laufdeslebens4\" width=\"183\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\nEinige mal hinauf,\u003Cbr /\u003E\neinige mal hinunter und schlie\u00dflich\u003Cbr /\u003E\nexit.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u00a0\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAm Westbahnhof ist das Exit gl\u00fccklicherweise nur das WC. Dort angekommen seh ich eine kleine Menschenschlange vor dem M\u00fcnzautomaten zur WC-Benutzung stehen. Jemand in Arbeitskleidung m\u00fcht sich am Automaten ab. Die Wartenden wirken nicht gl\u00fccklich.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMir f\u00e4llt ein, dass am anderen Ende, beim Ausgang zur inneren Mariahilferstra\u00dfe fr\u00fcher eine alte WC-Anlage gewesen ist. Auf dem Weg hin kommen mir Polizisten mit Schutzschildern entgegen, doch die Anlage besteht noch, ohne M\u00fcnzautomat, mit Zigarette rauchender Klofrau, Kronenzeitung lesend. Ich d\u00fcrfte gl\u00fccklich gewirkt haben.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/vRDmN-dU3k8\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens1.jpg"><img title="laufdeslebens1" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens1_thumb.jpg" height="234" alt="laufdeslebens1" width="74" /></a><br /> Ein Mann. Eine Frau.<br /> Die Frau links. Der Mann rechts.<br /> Dazwischen eine strichlierte Linie.</p> <p> </p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens2.jpg"><img title="laufdeslebens2" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens2_thumb.jpg" height="234" alt="laufdeslebens2" width="169" /></a><br /> Die strichlierte Linie nutzte nichts.<br /> Nachwuchs.</p> <p> </p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens3.jpg"><img title="laufdeslebens3" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens3_thumb.jpg" height="234" alt="laufdeslebens3" width="154" /></a></p> <p> </p> <p>Die Reise zum Alter hat begonnen.</p> <p> </p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens4.jpg"><img title="laufdeslebens4" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/laufdeslebens4_thumb.jpg" height="234" alt="laufdeslebens4" width="183" /></a><br /> Einige mal hinauf,<br /> einige mal hinunter und schließlich<br /> exit.</p> <p> </p> <p> </p> <p>Am Westbahnhof ist das Exit glücklicherweise nur das WC. Dort angekommen seh ich eine kleine Menschenschlange vor dem Münzautomaten zur WC-Benutzung stehen. Jemand in Arbeitskleidung müht sich am Automaten ab. Die Wartenden wirken nicht glücklich.</p> <p>Mir fällt ein, dass am anderen Ende, beim Ausgang zur inneren Mariahilferstraße früher eine alte WC-Anlage gewesen ist. Auf dem Weg hin kommen mir Polizisten mit Schutzschildern entgegen, doch die Anlage besteht noch, ohne Münzautomat, mit Zigarette rauchender Klofrau, Kronenzeitung lesend. Ich dürfte glücklich gewirkt haben.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/vRDmN-dU3k8" height="1" width="1" />Sat, 28 Jan 2012 21:52:23 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/227363044/Des-Lebens-Lauf-im-Westbahnhofurn:www-soup-io:1:227363044regularfallobstwcwestbahnhof Einschlägige Rathauslektüre {"tags":["Bibliotheken","B\u00fcchereien Wien","Oxonitsch"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/XB3XzujXK9o/\"\u003EEinschl\u00e4gige Rathauslekt\u00fcre\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/XB3XzujXK9o/","body":"\u003Cp\u003EIn \u003Cem\u003E\u003Cstrong\u003EBesprechungen\u003C/strong\u003E \u2013 Berichte und Rezensionen aus den B\u00fcchereien Wien Heft 1 Herbst/Winter 2011\u003C/em\u003E (bislang\u00a0 nur als Heft im Haptik-Modus in den Zweigstellen der Wiener B\u00fcchereien erh\u00e4ltlich) wird \u00fcber die\u00a0 RealLife-Er\u00f6ffnung der Wiener Virtuellb\u00fccherei berichtet.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EEr\u00f6ffnungen aller Art \u2013 das sind bekanntlich Chefsachen, bei denen zust\u00e4ndige Stadtr\u00e4tinnen oder andere Obige antanzen, ergreifende Worte von sich geben und symbolisch das zu Er\u00f6ffnende irgendwie in Gebrauch nehmen bzw. das Angebot erstnutzen. So hatte bei der Er\u00f6ffnung der neuen Hauptb\u00fccherei der B\u00fcrgermeister eine riesige Lesekarte \u00fcberreicht bekommen, ein Buch selbstverbuchungsautomatisch entlehnt und am n\u00e4chsten Tag durch einen Amtsdiener zur\u00fcckbringen lassen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/virtuell.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"Fototermin mit tR. Christian Oxonitsch zum Thema Erstentlehnung der Digitalen B\u00fccherei\" class=\"alignright\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/virtuell_thumb.jpg\" height=\"164\" alt=\"Fototermin mit tR. Christian Oxonitsch zum Thema Erstentlehnung der Digitalen B\u00fccherei\" width=\"244\" /\u003E\u003C/a\u003EBei der Er\u00f6ffnung der Virtuellen B\u00fccherei unterwarf sich diesmal der zust\u00e4ndige Stadtrat dem Ritual \u2013 die Wahl des Titel d\u00fcrfte sich aus dem Arbeitsumfeld ableiten lassen:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie Erstentlehnung t\u00e4tigte Stadtrat Christian Oxonitsch, indem er sich Henning Mankells Wallander-Krimi \u003Cstrong\u003EDer Feind im Schatten\u003C/strong\u003E auf seinen Laptop downloadete.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDer amtsdienende R\u00fcckgabeakt konnte diesmal entfallen, weil das E-Book nach zwei Wochen eh von selbst unbrauchbar wird.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://derstandard.at/1285199664103/Buecherei-Wien-sattelt-um-Virtuelle-Bibliothek-fuer-digitale-Medien\"\u003EBildquelle\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/XB3XzujXK9o\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>In <em><strong>Besprechungen</strong> – Berichte und Rezensionen aus den Büchereien Wien Heft 1 Herbst/Winter 2011</em> (bislang  nur als Heft im Haptik-Modus in den Zweigstellen der Wiener Büchereien erhältlich) wird über die  RealLife-Eröffnung der Wiener Virtuellbücherei berichtet.</p> <p>Eröffnungen aller Art – das sind bekanntlich Chefsachen, bei denen zuständige Stadträtinnen oder andere Obige antanzen, ergreifende Worte von sich geben und symbolisch das zu Eröffnende irgendwie in Gebrauch nehmen bzw. das Angebot erstnutzen. So hatte bei der Eröffnung der neuen Hauptbücherei der Bürgermeister eine riesige Lesekarte überreicht bekommen, ein Buch selbstverbuchungsautomatisch entlehnt und am nächsten Tag durch einen Amtsdiener zurückbringen lassen.</p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/virtuell.jpg"><img class="alignright" title="Fototermin mit tR. Christian Oxonitsch zum Thema Erstentlehnung der Digitalen Bücherei" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/virtuell_thumb.jpg" height="164" alt="Fototermin mit tR. Christian Oxonitsch zum Thema Erstentlehnung der Digitalen Bücherei" width="244" /></a>Bei der Eröffnung der Virtuellen Bücherei unterwarf sich diesmal der zuständige Stadtrat dem Ritual – die Wahl des Titel dürfte sich aus dem Arbeitsumfeld ableiten lassen:</p> <blockquote><p>Die Erstentlehnung tätigte Stadtrat Christian Oxonitsch, indem er sich Henning Mankells Wallander-Krimi <strong>Der Feind im Schatten</strong> auf seinen Laptop downloadete.</p></blockquote> <p>Der amtsdienende Rückgabeakt konnte diesmal entfallen, weil das E-Book nach zwei Wochen eh von selbst unbrauchbar wird.</p> <p><a href="http://derstandard.at/1285199664103/Buecherei-Wien-sattelt-um-Virtuelle-Bibliothek-fuer-digitale-Medien">Bildquelle</a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/XB3XzujXK9o" height="1" width="1" />Fri, 06 Jan 2012 11:07:40 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/213146829/Einschl-gige-Rathauslekt-reurn:www-soup-io:1:213146829regularbibliothekenbüchereien wienoxonitsch Das Ende einer Leihbibliothek durch ergreifendste Sensations-Novellen {"tags":["Bibliotheken","1846","Bibliothek","Frankreich","Heinrich B\u00f6rnstein","Revolution"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/iSwRZtByOPs/\"\u003EDas Ende einer Leihbibliothek durch ergreifendste Sensations-Novellen\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/iSwRZtByOPs/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/boernsteincoverkl.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"boernsteincoverkl\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/boernsteincoverkl_thumb.jpg\" height=\"244\" alt=\"boernsteincoverkl\" width=\"203\" /\u003E\u003C/a\u003E\u201eLeichter ging es mir mit der Gr\u00fcndung einer deutschen Leihbibliothek in Paris, die ich auch unternahm und durchf\u00fchrte. In ein Lesekabinet mu\u00df man selbst gehen, um die Zeitungen zu lesen, aber die B\u00fccher einer Leihbibliothek umzuwechseln, kann durch dienstbare Geister besorgt werden, und daher ist die Lage der Lokalit\u00e4t nicht so sehr von Wichtigkeit.\u201c\u003Cbr /\u003E\n\u201eDiese erste deutsche Leihibliothek in Paris bestand aus ungef\u00e4hr 10.000 B\u00e4nden, die ich nach sorgsamer Auswahl mir in Leipzig hatte zusammenstellen lassen; \u2013 die H\u00e4lfte davon waren Romane und \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/Henry_Boernsteinkl.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"Henry_Boernsteinkl\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/Henry_Boernsteinkl_thumb.jpg\" height=\"244\" alt=\"Henry_Boernsteinkl\" width=\"199\" /\u003E\u003C/a\u003EUnterhaltungslekture, die andere H\u00e4lfte bestand aus unseren deutschen Klassikern und aus popul\u00e4rwissenschaftlichen Werken, Reisebeschreibungen u. d. m. Das Unternehmen in der Rue Jean Jacques Rousseau No. 8 er\u00f6ffnet, gegen\u00fcber dem Hauptpostamte, also am centralsten Punkte der Weltstadt, fand eine sehr g\u00fcnstige Aufnahme und zahlreiche Abonnenten, und ein gew\u00e4hltes Publikum, darunter sogar mehrere Franzosen, ben\u00fctzte flei\u00dfig die Leihbibliothek, die wirklich einem lang gef\u00fchlten Bed\u00fcrfnisse der Deutschen in Paris entsprach. Ich f\u00fchrte diese Leihbibliothek mit steigendem Gl\u00fccke bis zur Februar-Revolution fort, dann hatten die Leute andere Dinge im Kopf, als Romane zu lesen; denn sie erlebten ja alle Tage die spannendsten und ergreifendsten Sensations-Novellen, und als ich 1849 Paris verlie\u00df und sich in damaliger, aufgeregter Zeit kein K\u00e4ufer f\u00fcr die B\u00fccher gefunden hatte, nahm ich sie, wie so viele andere \u00fcberfl\u00fcssige Dinge, nach Amerika mit \u2026.\u201c\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EHeinrich B\u00f6rnstein: F\u00fcnfundsiebzig Jahre in der Alten und Neuen Welt. Memoiren eines Unbedeutenden S. 345f (\u003Ca href=\"http://www.wienbibliothek.at/\"\u003EWien-Bibliothek)\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih1.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"leih1\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih1_thumb.jpg\" height=\"244\" alt=\"leih1\" width=\"224\" /\u003E\u00a0\u003C/a\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih2.jpg\"\u003E\u003Cimg title=\"leih2\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih2_thumb.jpg\" height=\"169\" alt=\"leih2\" width=\"244\" /\u003E\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\nZu B\u00f6rnstein und \u201cdas\u201d Pariser \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Vorw%C3%A4rts_%28Wochenblatt%29\"\u003EVorw\u00e4rts!\u003C/a\u003E siehe: \u003Ca href=\"http://www.zeit.de/1994/02/ein-ganz-besonderes-blatt/komplettansicht\"\u003E\u201cEin ganz besonderes Blatt!\u201d\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/iSwRZtByOPs\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/boernsteincoverkl.jpg"><img title="boernsteincoverkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/boernsteincoverkl_thumb.jpg" height="244" alt="boernsteincoverkl" width="203" /></a>„Leichter ging es mir mit der Gründung einer deutschen Leihbibliothek in Paris, die ich auch unternahm und durchführte. In ein Lesekabinet muß man selbst gehen, um die Zeitungen zu lesen, aber die Bücher einer Leihbibliothek umzuwechseln, kann durch dienstbare Geister besorgt werden, und daher ist die Lage der Lokalität nicht so sehr von Wichtigkeit.“<br /> „Diese erste deutsche Leihibliothek in Paris bestand aus ungefähr 10.000 Bänden, die ich nach sorgsamer Auswahl mir in Leipzig hatte zusammenstellen lassen; – die Hälfte davon waren Romane und <a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/Henry_Boernsteinkl.jpg"><img title="Henry_Boernsteinkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/Henry_Boernsteinkl_thumb.jpg" height="244" alt="Henry_Boernsteinkl" width="199" /></a>Unterhaltungslekture, die andere Hälfte bestand aus unseren deutschen Klassikern und aus populärwissenschaftlichen Werken, Reisebeschreibungen u. d. m. Das Unternehmen in der Rue Jean Jacques Rousseau No. 8 eröffnet, gegenüber dem Hauptpostamte, also am centralsten Punkte der Weltstadt, fand eine sehr günstige Aufnahme und zahlreiche Abonnenten, und ein gewähltes Publikum, darunter sogar mehrere Franzosen, benützte fleißig die Leihbibliothek, die wirklich einem lang gefühlten Bedürfnisse der Deutschen in Paris entsprach. Ich führte diese Leihbibliothek mit steigendem Glücke bis zur Februar-Revolution fort, dann hatten die Leute andere Dinge im Kopf, als Romane zu lesen; denn sie erlebten ja alle Tage die spannendsten und ergreifendsten Sensations-Novellen, und als ich 1849 Paris verließ und sich in damaliger, aufgeregter Zeit kein Käufer für die Bücher gefunden hatte, nahm ich sie, wie so viele andere überflüssige Dinge, nach Amerika mit ….“</p></blockquote> <p>Heinrich Börnstein: Fünfundsiebzig Jahre in der Alten und Neuen Welt. Memoiren eines Unbedeutenden S. 345f (<a href="http://www.wienbibliothek.at/">Wien-Bibliothek)</a></p> <p><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih1.jpg"><img title="leih1" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih1_thumb.jpg" height="244" alt="leih1" width="224" /> </a><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih2.jpg"><img title="leih2" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/01/leih2_thumb.jpg" height="169" alt="leih2" width="244" /></a><br /> Zu Börnstein und “das” Pariser <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vorw%C3%A4rts_%28Wochenblatt%29">Vorwärts!</a> siehe: <a href="http://www.zeit.de/1994/02/ein-ganz-besonderes-blatt/komplettansicht">“Ein ganz besonderes Blatt!”</a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/iSwRZtByOPs" height="1" width="1" />Tue, 03 Jan 2012 21:14:53 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/211165490/Das-Ende-einer-Leihbibliothek-durch-ergreifendste-Sensationsurn:www-soup-io:1:211165490regularbibliotheken1846bibliothekfrankreichheinrich börnsteinrevolution Klassenkampf, Destillierapparat und Nasszuckerung – Ludwig Gall, erster deutscher Socialist {"tags":["finden","lesen","Fr\u00fchsozialismus","Ludwig Gall"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/N1YjkhUMmpg/\"\u003EKlassenkampf, Destillierapparat und Nasszuckerung \u2013 Ludwig Gall, erster deutscher Socialist\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/N1YjkhUMmpg/","body":"\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Gall\"\u003ELudwig Lampert Gall\u003C/a\u003E, geboren am 28. Dezember, entweder 1790, 1791 oder 1794 (wie er selbst indirekt behauptet), wird gelegentlich als erster deutscher Sozialist genannt.\u003Cbr /\u003E\n\u003Cimg title=\"ludwiggall200\" class=\"alignright size-full wp-image-2308\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/ludwiggall200.jpg\" height=\"322\" alt=\"\" width=\"200\" /\u003EDa er heute m\u00f6glicherweise seinen 220. Geburtstag hat (oder 221. bzw.- 217.), ein paar aus verschiedenen Quellen abgekupferte Zeilen zu ihm:\u003Cbr /\u003E\nGall ist im Unterschied zu den sp\u00e4teren deutschen Sozialismusv\u00e4tern wie Moses Hess und den Marxengels nicht vom philosophisch oder politisch erarbeiteten Standpunkt zur Entwicklung seines sozialistischen Systems gekommen.\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EIhn f\u00fchrte das soziale Elend der napoleonischen Kriege, die Missernte von 1810 und die Wirtschaftskrise zur Betrachtung und Untersuchung der gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Zust\u00e4nde. Galls Bedeutung beruht darin, dass er den klassenm\u00e4\u00dfigen Gegensatz in der Gesellschaft erkannt und als erster den Begriff des arbeitslosen Einkommens formuliert hat. Seine Gedanken \u00fcber Erziehung sind sp\u00e4teren sozialistischen Ideen benachbart. Sein Hauptwerk wurde von Goethe rezensiert und ist nicht ohne Einfluss auf den Dichter geblieben. Manche Gedankeng\u00e4nge Goethes, namentlich in Wilhelm Meisters Wanderjahren, darf man auf Gall zur\u00fcckf\u00fchren.\u003Cbr /\u003E\nSo bedeutungsvoll uns heute die Gestalt Galls erscheint, auf seine Zeit und ihre politische Bewegung hat er keinen wesentlichen Einfluss ge\u00fcbt.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EFritz Br\u00fcgel und Benedikt Kautsky in der Einleitung zu \u201c\u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC04367721\"\u003EDer deutsche Sozialismus von Ludwig Gall bis Karl Marx\u201d\u003C/a\u003E (1931).(gek\u00fcrzt und paraphrasiert)\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAnl\u00e4\u00dflich seines heutigen Geburtstages muss man feststellen, dass sein Einfluss auf die politische Bewegung gar nicht so gering gewesen sein kann, dass sie nicht immer noch h\u00f6her als Galls heutige Wahrnehmung ist.\u003Cbr /\u003E\nIn dem genannten Werk wird ein Aufsatz von Hermann P\u00fcttmann aus dem \u201c\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_B%C3%BCrgerbuch\"\u003EDeutschen B\u00fcrgerbuch f\u00fcr 1846\u2033\u003C/a\u003E abgedruckt, in der bereits von Gall als einem geschrieben wird, der in Vergessenheit zu geraten droht:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDass der Sozialismus schon vor f\u00fcnfundzwanzig Jahren einen eifrigen Vertreter in Deutschland gefunden, d\u00fcrfte wenig bekannt sein. Ludwig Gall von Trier ist dieser Mann, der damals bereits sich mit der Lage der arbeitenden Klassen und ihrer Verbesserung durch gemeinschaftliches Wirken besch\u00e4ftigte. Es wird darum unsern Lesern nicht unangenehm sein, etwas N\u00e4heres von diesem \u00e4lteren Sozialisten zu erfahren.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EGalls Sozialismus, wie er ihn selbst beschreibt, zusammengefasst:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EWohin ich auch blicken mochte, \u00fcberall sah ich, da\u00df alle Bed\u00fcrfnisse des Lebens durch das Ergebnis menschlicher Arbeit befriedigt werden. Und doch sehen wir gerade die arbeitenden Klassen Mangel leiden an allem dem, was sie doch selbst hervorbringen; und umgekehrt, die nicht arbeitenden, aber geldreichen Klassen im Besitz eines \u00dcberflusses an allen denjenigen Dingen, die durch Arbeit hervorgebracht werde.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDas Verst\u00e4ndnis der Gesellschaft als Klassengesellschaft war damals, 1835, noch nicht common sense und begann sich gerade erst in die Schriften sozialkritischer Autoren hinein zu bewegen. Es lag zwar in der Luft, doch war Gall m\u00f6glicherweise der erste, der den Gedanken so formulierte, insbesondere weil er bereits in der Brosch\u00fcre \u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC00822213 \"\u003E\u201cWas k\u00f6nnte helfen?\u201d\u003C/a\u003E aus dem Jahr 1825 im Wesentlichen zu den gleichen Erkenntnissen gekommen war.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EInteressant ist folgender Absatz (aus 1835), bei dem einen wie von ungef\u00e4hr Marxens \u201cFetisch\u201d im ersten Kapitel des Kapitals einfallen mag, bei aller Unterschiedlichkeit in der Zuordnung:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDurch die Art, wie das Geld von seinen Besitzern gehandhabt, wird es also zu einem \u003Cstrong\u003ETalisman\u003C/strong\u003E, um sich, ohne zu arbeiten, in den Besitz der meisten und wertvollsten Produkte der Arbeit zu setzen; die Arbeitenden sich dienstbar, zu jedem Preise dienstbar zu machen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003E\u201cWoher die Erscheinung, dass die arbeitenden Klassen mit immer steigendem, l\u00e4ngst kaum zu ertragendem Elend k\u00e4mpfen?\u201d\u003C/em\u003E fragt Gall weiter \u2013 seine Antwort ist auch heute noch bemerkenswert:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie Quelle alles \u00dcbels liegt einzig darin, dass Millionen nichts haben als ihre Arbeitsf\u00e4higkeit, und dass der Wert dieser letzteren durch die Maschinenkr\u00e4fte bestimmt wird; darin, dass der arbeitende Mensch sich mit demselben Preise begn\u00fcgen muss, wof\u00fcr eine Maschine seine Arbeit liefern kann.\u003Cbr /\u003E\nSo die Ursache des Elends der benachteiligten Klassen bis zur Quelle verfolgend, fand ich sie in der Wertlosigkeit der menschlichen Arbeit im Verh\u00e4ltnis zu dem Alles beherrschenden Geldes.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Geldprivilegierten und die arbeitenden Klassen stehen sich, durch einander widerstrebende Interessen scharf geschieden, feindlich gegen\u00fcber; die Lage der Ersteren verbessert sich in demselben Verh\u00e4ltnis, als jene der Letzteren sich immer mehr verschlimmert, k\u00fcmmerlicher, elender wird.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"destillier240\" class=\"alignright size-full wp-image-2309\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/destillier240.jpg\" height=\"329\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EDiese im Grunde auch heute noch g\u00fcltigen S\u00e4tze finden sich in einer Brosch\u00fcre, die den in diesem Zusammenhang den doch etwas \u00fcberraschenden Titel tr\u00e4gt:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201cBeleuchtung der F\u00f6rster\u2019schen sogenannten Kritik der ger\u00fchmtesten Destillirger\u00e4the: nebst Vorschl\u00e4gen zu einem Wettbrennen zwischen denjenigen Apparaten, welche darauf Anspruch machen, die zweckm\u00e4\u00dfigsten zu seyn\u201d. (\u003Ca href=\"http://books.google.de/books?id=A-E6AAAAcAAJ\"\u003Edigitalisiert\u003C/a\u003E)\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDer Titel entspricht durchaus dem Inhalt, n\u00e4mlich der Darstellung einer von Gall erfundenen Destilliermethode \u2013 bis zur Seite 54. Ab da werden in einem Anhang, \u201cMein Wollen und mein Wirken\u201d die oben teilweise wiedergegebenen politischen Grunds\u00e4tze entwickelt und L\u00f6sungen vorgeschlagen, die in Produktions- und G\u00fcter-Assoziationen der arbeitenden Menschen (vor allem im l\u00e4ndlichen Bereich) gesehen werden. Allerdings ist der Abdruck dieser beiden auf den ersten Blick so gegens\u00e4tzlich wirkenden Aufs\u00e4tze in einer gemeinsamen Publikation nicht willk\u00fcrlich gew\u00e4hlt, sondern, wie Rudolf Singer in \u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC06533101\"\u003E\u201cLudwig Gall, der erste deutsche Socialist\u201d\u003C/a\u003E(1894) schreibt:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EGall hoffte n\u00e4mlich, durch die Verbesserung des Destillierapparats 15-20.000 Rthlr. zu sammeln und dann der \u201cAusf\u00fchrung seiner Ideen alle seine \u00fcbrigen Lebenstage zu widmen\u201d\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EGemeint war damit die Finanzierung einer Kommune, in welcher Galls Ideen einer Produktions-, Vereilungs- und Wohngemeinschaft praktiziert werden sollte. Doch dazu kam es nicht.\u003Cbr /\u003E\nSinger nennt als Galls Leistung, im Anschluss an Ricardo die Arbeit als Quelle allen Wertes zu verstehen und die Unterscheidung von Arbeitslohn und der Rente als\u00a0\u003Cstrong\u003Earbeitsloses\u00a0\u003C/strong\u003EEinkommen zu treffen (vor den Saint-Simonisten und vor Rodbertus).\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EIm Moselgebiet wurde er auch noch als \u201cRetter des Moselweins\u201d bezeichnet, als er angesichts von Missernten,in denen der Most zu viel S\u00e4ure und zu wenig Zucker enthielt, die Methode der \u201cNassverbesserung\u201d oder, wie Wikipedia meint, treffender \u201cNasszuckerung\u201d entwickelte. Dadurch konnten viele Winzer \u00fcberleben, der Ruf des Moselweins war aber nachhaltig ruiniert. Doch das ist eine andere Geschichte.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/N1YjkhUMmpg\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Gall">Ludwig Lampert Gall</a>, geboren am 28. Dezember, entweder 1790, 1791 oder 1794 (wie er selbst indirekt behauptet), wird gelegentlich als erster deutscher Sozialist genannt.<br /> <img class="alignright size-full wp-image-2308" title="ludwiggall200" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/ludwiggall200.jpg" height="322" alt="" width="200" />Da er heute möglicherweise seinen 220. Geburtstag hat (oder 221. bzw.- 217.), ein paar aus verschiedenen Quellen abgekupferte Zeilen zu ihm:<br /> Gall ist im Unterschied zu den späteren deutschen Sozialismusvätern wie Moses Hess und den Marxengels nicht vom philosophisch oder politisch erarbeiteten Standpunkt zur Entwicklung seines sozialistischen Systems gekommen.</p> <blockquote><p>Ihn führte das soziale Elend der napoleonischen Kriege, die Missernte von 1810 und die Wirtschaftskrise zur Betrachtung und Untersuchung der gesellschaftlichen und ökonomischen Zustände. Galls Bedeutung beruht darin, dass er den klassenmäßigen Gegensatz in der Gesellschaft erkannt und als erster den Begriff des arbeitslosen Einkommens formuliert hat. Seine Gedanken über Erziehung sind späteren sozialistischen Ideen benachbart. Sein Hauptwerk wurde von Goethe rezensiert und ist nicht ohne Einfluss auf den Dichter geblieben. Manche Gedankengänge Goethes, namentlich in Wilhelm Meisters Wanderjahren, darf man auf Gall zurückführen.<br /> So bedeutungsvoll uns heute die Gestalt Galls erscheint, auf seine Zeit und ihre politische Bewegung hat er keinen wesentlichen Einfluss geübt.</p></blockquote> <p>Fritz Brügel und Benedikt Kautsky in der Einleitung zu “<a href="http://permalink.obvsg.at/AC04367721">Der deutsche Sozialismus von Ludwig Gall bis Karl Marx”</a> (1931).(gekürzt und paraphrasiert)</p> <p>Anläßlich seines heutigen Geburtstages muss man feststellen, dass sein Einfluss auf die politische Bewegung gar nicht so gering gewesen sein kann, dass sie nicht immer noch höher als Galls heutige Wahrnehmung ist.<br /> In dem genannten Werk wird ein Aufsatz von Hermann Püttmann aus dem “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_B%C3%BCrgerbuch">Deutschen Bürgerbuch für 1846″</a> abgedruckt, in der bereits von Gall als einem geschrieben wird, der in Vergessenheit zu geraten droht:</p> <blockquote><p>Dass der Sozialismus schon vor fünfundzwanzig Jahren einen eifrigen Vertreter in Deutschland gefunden, dürfte wenig bekannt sein. Ludwig Gall von Trier ist dieser Mann, der damals bereits sich mit der Lage der arbeitenden Klassen und ihrer Verbesserung durch gemeinschaftliches Wirken beschäftigte. Es wird darum unsern Lesern nicht unangenehm sein, etwas Näheres von diesem älteren Sozialisten zu erfahren.</p></blockquote> <p>Galls Sozialismus, wie er ihn selbst beschreibt, zusammengefasst:</p> <blockquote><p>Wohin ich auch blicken mochte, überall sah ich, daß alle Bedürfnisse des Lebens durch das Ergebnis menschlicher Arbeit befriedigt werden. Und doch sehen wir gerade die arbeitenden Klassen Mangel leiden an allem dem, was sie doch selbst hervorbringen; und umgekehrt, die nicht arbeitenden, aber geldreichen Klassen im Besitz eines Überflusses an allen denjenigen Dingen, die durch Arbeit hervorgebracht werde.</p></blockquote> <p>Das Verständnis der Gesellschaft als Klassengesellschaft war damals, 1835, noch nicht common sense und begann sich gerade erst in die Schriften sozialkritischer Autoren hinein zu bewegen. Es lag zwar in der Luft, doch war Gall möglicherweise der erste, der den Gedanken so formulierte, insbesondere weil er bereits in der Broschüre <a href="http://permalink.obvsg.at/AC00822213 ">“Was könnte helfen?”</a> aus dem Jahr 1825 im Wesentlichen zu den gleichen Erkenntnissen gekommen war.</p> <p>Interessant ist folgender Absatz (aus 1835), bei dem einen wie von ungefähr Marxens “Fetisch” im ersten Kapitel des Kapitals einfallen mag, bei aller Unterschiedlichkeit in der Zuordnung:</p> <blockquote><p>Durch die Art, wie das Geld von seinen Besitzern gehandhabt, wird es also zu einem <strong>Talisman</strong>, um sich, ohne zu arbeiten, in den Besitz der meisten und wertvollsten Produkte der Arbeit zu setzen; die Arbeitenden sich dienstbar, zu jedem Preise dienstbar zu machen.</p></blockquote> <p><em>“Woher die Erscheinung, dass die arbeitenden Klassen mit immer steigendem, längst kaum zu ertragendem Elend kämpfen?”</em> fragt Gall weiter – seine Antwort ist auch heute noch bemerkenswert:</p> <blockquote><p>Die Quelle alles Übels liegt einzig darin, dass Millionen nichts haben als ihre Arbeitsfähigkeit, und dass der Wert dieser letzteren durch die Maschinenkräfte bestimmt wird; darin, dass der arbeitende Mensch sich mit demselben Preise begnügen muss, wofür eine Maschine seine Arbeit liefern kann.<br /> So die Ursache des Elends der benachteiligten Klassen bis zur Quelle verfolgend, fand ich sie in der Wertlosigkeit der menschlichen Arbeit im Verhältnis zu dem Alles beherrschenden Geldes.</p> <p>Die Geldprivilegierten und die arbeitenden Klassen stehen sich, durch einander widerstrebende Interessen scharf geschieden, feindlich gegenüber; die Lage der Ersteren verbessert sich in demselben Verhältnis, als jene der Letzteren sich immer mehr verschlimmert, kümmerlicher, elender wird.</p></blockquote> <p><img class="alignright size-full wp-image-2309" title="destillier240" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/destillier240.jpg" height="329" alt="" width="240" />Diese im Grunde auch heute noch gültigen Sätze finden sich in einer Broschüre, die den in diesem Zusammenhang den doch etwas überraschenden Titel trägt:</p> <blockquote><p>“Beleuchtung der Förster’schen sogenannten Kritik der gerühmtesten Destillirgeräthe: nebst Vorschlägen zu einem Wettbrennen zwischen denjenigen Apparaten, welche darauf Anspruch machen, die zweckmäßigsten zu seyn”. (<a href="http://books.google.de/books?id=A-E6AAAAcAAJ">digitalisiert</a>)</p></blockquote> <p>Der Titel entspricht durchaus dem Inhalt, nämlich der Darstellung einer von Gall erfundenen Destilliermethode – bis zur Seite 54. Ab da werden in einem Anhang, “Mein Wollen und mein Wirken” die oben teilweise wiedergegebenen politischen Grundsätze entwickelt und Lösungen vorgeschlagen, die in Produktions- und Güter-Assoziationen der arbeitenden Menschen (vor allem im ländlichen Bereich) gesehen werden. Allerdings ist der Abdruck dieser beiden auf den ersten Blick so gegensätzlich wirkenden Aufsätze in einer gemeinsamen Publikation nicht willkürlich gewählt, sondern, wie Rudolf Singer in <a href="http://permalink.obvsg.at/AC06533101">“Ludwig Gall, der erste deutsche Socialist”</a>(1894) schreibt:</p> <blockquote><p>Gall hoffte nämlich, durch die Verbesserung des Destillierapparats 15-20.000 Rthlr. zu sammeln und dann der “Ausführung seiner Ideen alle seine übrigen Lebenstage zu widmen”</p></blockquote> <p>Gemeint war damit die Finanzierung einer Kommune, in welcher Galls Ideen einer Produktions-, Vereilungs- und Wohngemeinschaft praktiziert werden sollte. Doch dazu kam es nicht.<br /> Singer nennt als Galls Leistung, im Anschluss an Ricardo die Arbeit als Quelle allen Wertes zu verstehen und die Unterscheidung von Arbeitslohn und der Rente als <strong>arbeitsloses </strong>Einkommen zu treffen (vor den Saint-Simonisten und vor Rodbertus).</p> <p>Im Moselgebiet wurde er auch noch als “Retter des Moselweins” bezeichnet, als er angesichts von Missernten,in denen der Most zu viel Säure und zu wenig Zucker enthielt, die Methode der “Nassverbesserung” oder, wie Wikipedia meint, treffender “Nasszuckerung” entwickelte. Dadurch konnten viele Winzer überleben, der Ruf des Moselweins war aber nachhaltig ruiniert. Doch das ist eine andere Geschichte.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/N1YjkhUMmpg" height="1" width="1" />Wed, 28 Dec 2011 14:20:31 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/204026233/Klassenkampf-Destillierapparat-und-Nasszuckerung-Ludwig-Gall-ersterurn:www-soup-io:1:204026233regularfindenlesenfrühsozialismusludwig gall Solche Freunde des Dichters {"tags":["politisch","Ezra Pound","Falter","Faschismus"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/TT1Q6a2Odc8/\"\u003ESolche Freunde des Dichters\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/TT1Q6a2Odc8/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"ezrapoundkl\" class=\"alignright size-full wp-image-2206\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/ezrapoundkl.jpg\" height=\"189\" alt=\"\" width=\"300\" /\u003EDie \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://falter.at\"\u003EFalter-Redaktion\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E hat wieder mal Lernbedarf offenbart. Denn sich zu wundern, dass ein rassistischer M\u00f6rder Mitglied einer \u003Ca href=\"http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/152484/index.html\"\u003E\u003Cspan\u003Eitalienischen Faschistengruppierun\u003C/span\u003Eg\u003C/a\u003E ist, die sich nach \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Ezra_Pound\"\u003E\u003Cspan\u003EEzra Pound\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E nennt, zeigt offenbar Defizite im Geschichtswissen. Dass Ezra Pound weniger wegen seiner Dichtkunst, sondern wegen seines rabiaten Antisemitismus und seiner Mussolini-Unterst\u00fctzung als Idol italienischer Faschisten passt, sollte sich eigentlich auch bis zur Falter-Redaktion herumgesprochen haben, die, wenn man den R\u00e4sonnements ihres Chefredakteurs folgt, sowas wie der Prototyp von Qualit\u00e4tsjournalismus ist. Da hei\u00dft es aber noch flei\u00dfig Geschichte lernen, vielleicht mal mit diesem \u003Ca href=\"http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13774306/Vordenker-des-Hasses.html\"\u003E\u003Cspan\u003ELink\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E anfangen. Und dann weiter googeln, vielleicht \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.poetenladen.de/zettelkasten/zettel1.html\"\u003Ehierher\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E, ehe man so eine uns\u00e4gliche Notiz verfasst. Kostet nur ein paar Minuten und eine Peinlichkeit bleibt erspart.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/TT1Q6a2Odc8\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><img class="alignright size-full wp-image-2206" title="ezrapoundkl" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/ezrapoundkl.jpg" height="189" alt="" width="300" />Die <span><a href="http://falter.at">Falter-Redaktion</a></span> hat wieder mal Lernbedarf offenbart. Denn sich zu wundern, dass ein rassistischer Mörder Mitglied einer <a href="http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/152484/index.html"><span>italienischen Faschistengruppierun</span>g</a> ist, die sich nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ezra_Pound"><span>Ezra Pound</span></a> nennt, zeigt offenbar Defizite im Geschichtswissen. Dass Ezra Pound weniger wegen seiner Dichtkunst, sondern wegen seines rabiaten Antisemitismus und seiner Mussolini-Unterstützung als Idol italienischer Faschisten passt, sollte sich eigentlich auch bis zur Falter-Redaktion herumgesprochen haben, die, wenn man den Räsonnements ihres Chefredakteurs folgt, sowas wie der Prototyp von Qualitätsjournalismus ist. Da heißt es aber noch fleißig Geschichte lernen, vielleicht mal mit diesem <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13774306/Vordenker-des-Hasses.html"><span>Link</span></a> anfangen. Und dann weiter googeln, vielleicht <span><a href="http://www.poetenladen.de/zettelkasten/zettel1.html">hierher</a></span>, ehe man so eine unsägliche Notiz verfasst. Kostet nur ein paar Minuten und eine Peinlichkeit bleibt erspart.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/TT1Q6a2Odc8" height="1" width="1" />Fri, 23 Dec 2011 23:09:25 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/203395587/Solche-Freunde-des-Dichtersurn:www-soup-io:1:203395587regularpolitischezra poundfalterfaschismus Social Media ist nicht sozialistisch. Die Kronenzeitung auch nicht. {"tags":["politisch","Angelika Feigl","Social Media","SP\u00d6","Werner Faymann"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/HmgehijOf30/\"\u003ESocial Media ist nicht sozialistisch. Die Kronenzeitung auch nicht.\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/HmgehijOf30/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EWird der Kanzler bald selbst twittern, \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/711513/Feigl_Sind-das-zu-buerokratisch-angegangen\"\u003EFrau Feigl\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E?\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003Efragte der letzte \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.falter.at/cover.php?region=1\u0026amp;nr=51/2011\"\u003EFalter\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E des Jahres.\u003Cbr /\u003E\nDie Antwort hat gute Chancen, bei den Spr\u00fcchen des Jahres mitzumischen:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"f2\" class=\"alignright size-full wp-image-2198\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/f2.jpg\" height=\"110\" alt=\"\" width=\"184\" /\u003EDass der Kanzler selbst twittert, ist vorerst nicht geplant. Was wir aus dem Rummel rund um Facebook au\u00dferdem gelernt haben? Dass Social Media leider nicht sozialistisch ist.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWas in der realen Welt das Aufsehen um die T\u00f6lpelhaftigkeit von \u201cParteisekretariat und -poster plakatieren online\u201d war, wird in den Augen der Parteifrau also zum Rummel in so einem Netzwerk halt. Aus dem sie \u201cau\u00dferdem\u201d gelernt h\u00e4tten (was hat wer denn noch gelernt???) , was nicht zu lernen ist, sondern nur zum Begreifen: dass auch in der Social-Media-Welt da drau\u00dfen hohe Steuergeldzuwendungen nicht den gew\u00fcnschten Erfolg haben m\u00fcssen. Bei der \u003Ca href=\"http://www.krone.at/\"\u003E\u003Cspan\u003EKronen-Zeitung\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E war es seinerzeit zwar noch ein inseratengest\u00fctzter Anfangserfolg gewesen, als diese den maximal mittelm\u00e4\u00dfigen Wohnungsstadtrat zum Kanzler pushte, erfolgreicher, als es einst mit der inzwischen \u003Ca href=\"http://images02.oe24.at/phaeton_199110a.jpg/1.555.027\"\u003E\u003Cspan\u003Euntergegangenen Sonne K\u00e4rntens\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E versucht worden war. Dass aber gleichzeitig der \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.dasbiber.at/content/claus-pandi%3A-%2526quot%3Bden-bundeskanzler-kenne-ich-schon-seit-zwanzig-jahren%2526quot%3B\"\u003EEhemann\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E der dann Kanzlersprecherin gewordenen Angelika Feigl in der Kronenzeitung kr\u00e4ftig auf die SP\u00d6 einhieb, war Part of the Game. Es ging ja nicht um den Einsatz f\u00fcr eine bestimmte Politik, sondern nur f\u00fcr ein bestimmtes Face. Durch tempor\u00e4re Unbotm\u00e4\u00dfigkeit (auch der Krone-Konkurrenz in Gestalt von \u003Ca href=\"http://www.oe24.at/oesterreich/politik/SPOe-Sparpaket-trifft-Beamte/50284393\"\u003E\u00d6sterreich\u003C/a\u003E-Leader \u003Ca href=\"http://www.wirtschaftsblatt.at/images/uploads_180/7/a/1/456609/fellner_w_wbmayr20110127160149.jpg\"\u003E\u003Cspan\u003EFellner\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E, dem Schulhaberer des Kanzlers, wurde kr\u00e4ftig Steuergeld reingeschoben) erlitt Faymann dann aber kronenseitig kr\u00e4ftige Zur\u00fcckstutzungen und im Kanzleramt wurde die Sprecherin ins hintere Glied geschoben, auf einen Sozialversorgungsposten sozusagen. Weil das so unh\u00fcbsch klingt, nannte man es im Parteihaus wohl einen Sozial-Medien-Versorgungs-Posten. M\u00f6glicherweise durch einen H\u00f6rfehler glaubte die ehemalige Sprecherin wohl, dass hier eine Aufgabe f\u00fcr sie warte und begann zu twittern. Eigentlich er\u00f6ffnete sie f\u00fcr ein halbes Jahr nur einen Twitteraccount und schwieg zumeist vor sich hin.\u00a0 Aber dann kam der Weltspartag, (oder war es der Staatsfeiertag?) und am Ende erschien Wernher the Facemann in all seiner ungeh\u00fcbschten Peinlichkeit . Doch statt mit Parteigenossen hatte er es mit Sp\u00f6ttern zu tun. Der Rest ist digital.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWas wir au\u00dferdem gelernt haben? Dass es f\u00fcr die Faymanns und Feigls ein Gl\u00fcck ist, dass weder Social Media noch die Welt sozialistisch sind. Und die SP\u00d6 keine sozialistische Partei. Ist.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/HmgehijOf30\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p>Wird der Kanzler bald selbst twittern, <span><a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/711513/Feigl_Sind-das-zu-buerokratisch-angegangen">Frau Feigl</a></span>?</p></blockquote> <p>fragte der letzte <span><a href="http://www.falter.at/cover.php?region=1&amp;nr=51/2011">Falter</a></span> des Jahres.<br /> Die Antwort hat gute Chancen, bei den Sprüchen des Jahres mitzumischen:</p> <blockquote><p><img class="alignright size-full wp-image-2198" title="f2" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/f2.jpg" height="110" alt="" width="184" />Dass der Kanzler selbst twittert, ist vorerst nicht geplant. Was wir aus dem Rummel rund um Facebook außerdem gelernt haben? Dass Social Media leider nicht sozialistisch ist.</p></blockquote> <p>Was in der realen Welt das Aufsehen um die Tölpelhaftigkeit von “Parteisekretariat und -poster plakatieren online” war, wird in den Augen der Parteifrau also zum Rummel in so einem Netzwerk halt. Aus dem sie “außerdem” gelernt hätten (was hat wer denn noch gelernt???) , was nicht zu lernen ist, sondern nur zum Begreifen: dass auch in der Social-Media-Welt da draußen hohe Steuergeldzuwendungen nicht den gewünschten Erfolg haben müssen. Bei der <a href="http://www.krone.at/"><span>Kronen-Zeitung</span></a> war es seinerzeit zwar noch ein inseratengestützter Anfangserfolg gewesen, als diese den maximal mittelmäßigen Wohnungsstadtrat zum Kanzler pushte, erfolgreicher, als es einst mit der inzwischen <a href="http://images02.oe24.at/phaeton_199110a.jpg/1.555.027"><span>untergegangenen Sonne Kärntens</span></a> versucht worden war. Dass aber gleichzeitig der <span><a href="http://www.dasbiber.at/content/claus-pandi%3A-%2526quot%3Bden-bundeskanzler-kenne-ich-schon-seit-zwanzig-jahren%2526quot%3B">Ehemann</a></span> der dann Kanzlersprecherin gewordenen Angelika Feigl in der Kronenzeitung kräftig auf die SPÖ einhieb, war Part of the Game. Es ging ja nicht um den Einsatz für eine bestimmte Politik, sondern nur für ein bestimmtes Face. Durch temporäre Unbotmäßigkeit (auch der Krone-Konkurrenz in Gestalt von <a href="http://www.oe24.at/oesterreich/politik/SPOe-Sparpaket-trifft-Beamte/50284393">Österreich</a>-Leader <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/images/uploads_180/7/a/1/456609/fellner_w_wbmayr20110127160149.jpg"><span>Fellner</span></a>, dem Schulhaberer des Kanzlers, wurde kräftig Steuergeld reingeschoben) erlitt Faymann dann aber kronenseitig kräftige Zurückstutzungen und im Kanzleramt wurde die Sprecherin ins hintere Glied geschoben, auf einen Sozialversorgungsposten sozusagen. Weil das so unhübsch klingt, nannte man es im Parteihaus wohl einen Sozial-Medien-Versorgungs-Posten. Möglicherweise durch einen Hörfehler glaubte die ehemalige Sprecherin wohl, dass hier eine Aufgabe für sie warte und begann zu twittern. Eigentlich eröffnete sie für ein halbes Jahr nur einen Twitteraccount und schwieg zumeist vor sich hin.  Aber dann kam der Weltspartag, (oder war es der Staatsfeiertag?) und am Ende erschien Wernher the Facemann in all seiner ungehübschten Peinlichkeit . Doch statt mit Parteigenossen hatte er es mit Spöttern zu tun. Der Rest ist digital.</p> <p>Was wir außerdem gelernt haben? Dass es für die Faymanns und Feigls ein Glück ist, dass weder Social Media noch die Welt sozialistisch sind. Und die SPÖ keine sozialistische Partei. Ist.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/HmgehijOf30" height="1" width="1" />Fri, 23 Dec 2011 00:19:11 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/202522603/Social-Media-ist-nicht-sozialistisch-Die-Kronenzeitungurn:www-soup-io:1:202522603regularpolitischangelika feiglsocial mediaspÖwerner faymann Bibliothekar musste ins Gefängnis {"tags":["Bibliothekisch","1848","BibliothekarInnen","Glauchau"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/QqsLcWOO14w/\"\u003EBibliothekar musste ins Gef\u00e4ngnis\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/QqsLcWOO14w/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003ENach dem Verbot der vor und w\u00e4hrend der Revolution von 1848 entstandenen \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Deutsche_Arbeiterverbr%C3%BCderung\"\u003EArbeiterverbr\u00fcderungsvereine\u003C/a\u003E in Sachsen gr\u00fcndeten die Webergesellen Carl Gottlob St\u00f6ckl und Friedrich Hasselhuhn um 1850/51 in \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Glauchau\"\u003EGlauchau\u003C/a\u003E eine \u201cErholungsgesellschaft\u201d, um unter dieser legalen Vereinsbezeichnung die verbotene T\u00e4tigkeit der Arbeiterverbr\u00fcderung illegal weiterzuf\u00fchren. Vermutlich verbarg sich hinter dieser \u201cErholungsgesellschaft\u201d eine Gemeinde des in den letzten Z\u00fcgen liegenden Kommunistischen Bundes.\u003Cbr /\u003E\nAm 18. Juni 1851 fand bei Gottlieb St\u00f6ckl eine Hausdurchsuchung statt, die offenbar belastendes Material gefunden hat. Denn in einem Prozess in Glauchau wurden St\u00f6ckl und die weiteren Mitglieder des ehemaligen Bezirkskomitees der Arbeiterverbr\u00fcderung \u2013 die Webergesellen Bernhard Herden aus Langenbielau, Christian Zimmermann und Ludwig Fritzsche \u2013 \u003Cstrong\u003Esowie der Bibliothekar der Erholungsgesellschaft Adrian Heller zu drei- bis vierzehnt\u00e4gigen Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilt\u003C/strong\u003E; Herden und Zimmermann wurden aus Sachsen ausgewiesen. Die Erholungsgesellschaft bestand bis mindestens Ende 1851.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EQuelle: \u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC01575570 \"\u003EHerwig F\u00f6rder: Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien Bd. 2 S. 756f.\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/QqsLcWOO14w\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p>Nach dem Verbot der vor und während der Revolution von 1848 entstandenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Deutsche_Arbeiterverbr%C3%BCderung">Arbeiterverbrüderungsvereine</a> in Sachsen gründeten die Webergesellen Carl Gottlob Stöckl und Friedrich Hasselhuhn um 1850/51 in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glauchau">Glauchau</a> eine “Erholungsgesellschaft”, um unter dieser legalen Vereinsbezeichnung die verbotene Tätigkeit der Arbeiterverbrüderung illegal weiterzuführen. Vermutlich verbarg sich hinter dieser “Erholungsgesellschaft” eine Gemeinde des in den letzten Zügen liegenden Kommunistischen Bundes.<br /> Am 18. Juni 1851 fand bei Gottlieb Stöckl eine Hausdurchsuchung statt, die offenbar belastendes Material gefunden hat. Denn in einem Prozess in Glauchau wurden Stöckl und die weiteren Mitglieder des ehemaligen Bezirkskomitees der Arbeiterverbrüderung – die Webergesellen Bernhard Herden aus Langenbielau, Christian Zimmermann und Ludwig Fritzsche – <strong>sowie der Bibliothekar der Erholungsgesellschaft Adrian Heller zu drei- bis vierzehntägigen Gefängnisstrafen verurteilt</strong>; Herden und Zimmermann wurden aus Sachsen ausgewiesen. Die Erholungsgesellschaft bestand bis mindestens Ende 1851.</p></blockquote> <p>Quelle: <a href="http://permalink.obvsg.at/AC01575570 ">Herwig Förder: Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien Bd. 2 S. 756f.</a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/QqsLcWOO14w" height="1" width="1" />Wed, 21 Dec 2011 23:18:34 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/202104866/Bibliothekar-musste-ins-Gef-ngnisurn:www-soup-io:1:202104866regularbibliothekisch1848bibliothekarinnenglauchau Ideen auf dem Markt (2) {"tags":["Bibliothekisch","B\u00fcchereien Wien","B\u00fcchereien","B\u00fcchereikonzept","Idea Stores","London","Ottakring","Wien"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/gu5Jw3PNo8s/\"\u003EIdeen auf dem Markt (2)\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/gu5Jw3PNo8s/","body":"\u003Cp\u003EWie im vorigen Artikel, \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/2120/ideen-auf-dem-markt/\"\u003E\u003Cspan\u003EIdeen auf dem Markt,\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E berichtet wurde, sind die \u201cIdea-Stores\u201d nunmehr als geistiges Strandgut auch an die Stadt an der Donau angeschwemmt worden und sollen einer teilamputierten B\u00fccherei als Konzept \u00fcbergest\u00fclpt werden. Mit dieser dankbaren Aufgabe ist die Leiterin dieser B\u00fccherei beauftragt worden, was mangels eines generellen Konzepts f\u00fcr die Wiener B\u00fcchereien zwar einen Ritt \u00fcber den Bodensee darstellen w\u00fcrde, aber heutzutage eher durch einen Flug nach London und retour zu bewerkstelligen ist. Dort sollte sie die Idea Stores vor Ort studieren, konzeptionell f\u00fcr die B\u00fccherei Schuhmeierplatz adaptieren und kommenden Dienstag in der Jahresendversammlung der Wiener BibliothekarInnen pr\u00e4sentieren.\u003Cbr /\u003E\nDie bauliche Substanz der Londoner und der Ottakringer Einrichtungen wurde im vorigen Artikel gezeigt. Aber auch der Vergleich der r\u00e4umlichen Bedingungen im Inneren ist ein Bild wert:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweiinnen.jpg\" height=\"166\" alt=\"\" width=\"500\" /\u003E\u003Cbr /\u003E\nUnd schlie\u00dflich scheint auch die Benutzbarkeitsdauer eine gewisse Rolle f\u00fcr den Erfolg zu spielen. Bei der Darstellung der \u00d6ffnungszeiten konnten jene der Ottakringer B\u00fccherei platzsparenderweise in die Anzeigetafel der Londoner eingepasst werden:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweioffenopening.jpg\" height=\"266\" alt=\"\" width=\"369\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMan sieht, die Voraussetzungen f\u00fcr die Verpflanzung von Idea-Stores-Ideen ins sch\u00f6ne Ottakring sind nahezu ideal.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWas kann also von den Idea-Stores-Ideen in Wien gelernt werden?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003EBeispiel regionale Vernetzung mit anderen Einrichtungen.\u003C/strong\u003E Eine solche gibt es seit Anfang der 80er-Jahre in der Siedlungsb\u00fccherei Am Sch\u00f6pfwerk. Die vor Ort wirkenden sozialen, kulturellen Einrichtungen hatten sich zu einem Regionalteam zusammengeschlossen, welches rasch und unb\u00fcrokratisch bei der Bew\u00e4ltigung der erheblichen sozialen Probleme in der neu erbauten Siedlung am Stadtrand reagieren konnte. Die B\u00fccherei fungierte sozusagen als neutraler Boden und diente unter anderem als Informationsrelais, als Veranstaltungsort f\u00fcr B\u00fcrgerversammlungen. Nach zehn erfolgreichen Jahren wurde diese Zusammenarbeit mit dem Antritt eines neuen B\u00fcchereileiters gekappt. Nach dem Sch\u00f6pfwerker Modell hatte sich auch in einem anderen Bezirk, in Margareten, eine solche Regionalplattform gebildet, in der die B\u00fccherei ebenfalls sehr aktiv und erfolgreich t\u00e4tig war. Nach einigen Jahren erfolgte durch einen Wechsel in der B\u00fcchereileitung \u003Cstrong\u003Eund\u003C/strong\u003E durch Personalreduktion ein R\u00fcckzug aus dieser bis dahin sehr erfolgreichen Gemeinwesenarbeit.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003EBeispiel Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen.\u003C/strong\u003E In der Margaretner B\u00fccherei gab es den Versuch, mit der nahe gelegenen Volkshochschule zusammenzuarbeiten. Wurde von dieser aber nicht goutiert, da diese in der B\u00fccherei eine Konkurrenz zum VHS-eigenen Buchladen und Skriptenverkauf sah.\u003Cbr /\u003E\nWeiters gibt es einige B\u00fcchereien, die mit einer Volkshochschule im selben Geb\u00e4ude logieren. Von einer Zusammenarbeit ist nichts bekannt. In der neuen Simmeringer B\u00fccherei ist allerdings eine solche geplant. Angesichts der personalen Unterbesetzung dort sind die Erwartungshaltungen in dieser Hinsicht aber gering.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003EBeispiel attraktives Geb\u00e4ude mit gro\u00dfem Medienangebot\u003C/strong\u003E. Findet man in Wien in der 2003 neu gebauten Hauptb\u00fccherei. Errichtet an der Grenze zwischen \u201cfeineren\u201d Innenbezirken und den erheblich weniger feinen Au\u00dfenbezirken, hat sie einen gro\u00dfen Anteil an der Revitalisierung des G\u00fcrtelbereichs, ist Anziehungspunkt f\u00fcr die unterschiedlichsten Bev\u00f6lkerungsschichten mit einem hohen Anteil an jugendlichen MigrantInnen, nicht zuletzt wegen der frei zug\u00e4nglichen \u201cComputergalerie\u201d. Es gibt zahlreiche Bildungs- und Fortbildungsangebote und andere Initiativen, welche entsprechend den Bed\u00fcrfnissen und den Anforderungen immer wieder adaptiert werden. Das ehrgeizige und qualitativ hochwertige Veranstaltungsprogramm hat die G\u00fcrtelb\u00fccherei innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Kulturangebote werden lassen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAuch f\u00fcr andere Aktivit\u00e4ten der Idea-Stores lassen sich entsprechende, in Wien bereits verwirklichte, Beispiele finden. Dass manches wieder eingestellt wurde, liegt einerseits am weitgehenden Desinteresse des den B\u00fcchereien \u00fcberst\u00fclpten Beamtenapparats, was jede nicht ausdr\u00fccklich von oben anbefohlene Initiative als Luxus erscheinen l\u00e4\u00dft, und andererseits an den zwei wesentlichen Dingen: Geld und Personal. Also eigentlich nur an einem: \u003Cstrong\u003EDas l\u00e4cherlich geringe Budget f\u00fcr die Wiener B\u00fcchereien\u003C/strong\u003E. Da laufen sich Engagement und Ideen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter tot. Versch\u00e4rft wird diese Situation durch eine Leitung, die sich nur noch als Befehlsempf\u00e4nger und -weitergeber verstehen darf und von der das ruhig Halten der Belegschaft und politisch gut verkaufbare \u003Cem\u003EB\u00fcchereiperformance\u003C/em\u003E verlangt werden. Und nicht zuletzt die Bereitschaft, sich \u00f6ffentlich zum T\u00f6lpel zu machen, indem Vorgaben der politischen Ebene (was in Wien die Parteisekretariate der SP\u00d6 bedeutet) wie die \u00d6ffnungszeitenreduzierung der Ottakringer B\u00fccherei \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/1674/wie-sich-die-wiener-spoe-eine-buecherei-krallt/\"\u003E\u003Cspan\u003Ezugunsten von Parteieinrichtungen\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E als bibliothekarische Entscheidungen verteidigt und mit Mascherl wie \u201cIdea Stores\u201d beh\u00fcbscht werden.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWomit wir wieder beim Thema sind, das wir nie verlassen haben.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/gu5Jw3PNo8s\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Wie im vorigen Artikel, <a href="http://haftgrund.net/2120/ideen-auf-dem-markt/"><span>Ideen auf dem Markt,</span></a> berichtet wurde, sind die “Idea-Stores” nunmehr als geistiges Strandgut auch an die Stadt an der Donau angeschwemmt worden und sollen einer teilamputierten Bücherei als Konzept übergestülpt werden. Mit dieser dankbaren Aufgabe ist die Leiterin dieser Bücherei beauftragt worden, was mangels eines generellen Konzepts für die Wiener Büchereien zwar einen Ritt über den Bodensee darstellen würde, aber heutzutage eher durch einen Flug nach London und retour zu bewerkstelligen ist. Dort sollte sie die Idea Stores vor Ort studieren, konzeptionell für die Bücherei Schuhmeierplatz adaptieren und kommenden Dienstag in der Jahresendversammlung der Wiener BibliothekarInnen präsentieren.<br /> Die bauliche Substanz der Londoner und der Ottakringer Einrichtungen wurde im vorigen Artikel gezeigt. Aber auch der Vergleich der räumlichen Bedingungen im Inneren ist ein Bild wert:</p> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweiinnen.jpg" height="166" alt="" width="500" /><br /> Und schließlich scheint auch die Benutzbarkeitsdauer eine gewisse Rolle für den Erfolg zu spielen. Bei der Darstellung der Öffnungszeiten konnten jene der Ottakringer Bücherei platzsparenderweise in die Anzeigetafel der Londoner eingepasst werden:</p> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweioffenopening.jpg" height="266" alt="" width="369" /></p> <p>Man sieht, die Voraussetzungen für die Verpflanzung von Idea-Stores-Ideen ins schöne Ottakring sind nahezu ideal.</p> <p>Was kann also von den Idea-Stores-Ideen in Wien gelernt werden?</p> <p><strong>Beispiel regionale Vernetzung mit anderen Einrichtungen.</strong> Eine solche gibt es seit Anfang der 80er-Jahre in der Siedlungsbücherei Am Schöpfwerk. Die vor Ort wirkenden sozialen, kulturellen Einrichtungen hatten sich zu einem Regionalteam zusammengeschlossen, welches rasch und unbürokratisch bei der Bewältigung der erheblichen sozialen Probleme in der neu erbauten Siedlung am Stadtrand reagieren konnte. Die Bücherei fungierte sozusagen als neutraler Boden und diente unter anderem als Informationsrelais, als Veranstaltungsort für Bürgerversammlungen. Nach zehn erfolgreichen Jahren wurde diese Zusammenarbeit mit dem Antritt eines neuen Büchereileiters gekappt. Nach dem Schöpfwerker Modell hatte sich auch in einem anderen Bezirk, in Margareten, eine solche Regionalplattform gebildet, in der die Bücherei ebenfalls sehr aktiv und erfolgreich tätig war. Nach einigen Jahren erfolgte durch einen Wechsel in der Büchereileitung <strong>und</strong> durch Personalreduktion ein Rückzug aus dieser bis dahin sehr erfolgreichen Gemeinwesenarbeit.</p> <p><strong>Beispiel Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen.</strong> In der Margaretner Bücherei gab es den Versuch, mit der nahe gelegenen Volkshochschule zusammenzuarbeiten. Wurde von dieser aber nicht goutiert, da diese in der Bücherei eine Konkurrenz zum VHS-eigenen Buchladen und Skriptenverkauf sah.<br /> Weiters gibt es einige Büchereien, die mit einer Volkshochschule im selben Gebäude logieren. Von einer Zusammenarbeit ist nichts bekannt. In der neuen Simmeringer Bücherei ist allerdings eine solche geplant. Angesichts der personalen Unterbesetzung dort sind die Erwartungshaltungen in dieser Hinsicht aber gering.</p> <p><strong>Beispiel attraktives Gebäude mit großem Medienangebot</strong>. Findet man in Wien in der 2003 neu gebauten Hauptbücherei. Errichtet an der Grenze zwischen “feineren” Innenbezirken und den erheblich weniger feinen Außenbezirken, hat sie einen großen Anteil an der Revitalisierung des Gürtelbereichs, ist Anziehungspunkt für die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten mit einem hohen Anteil an jugendlichen MigrantInnen, nicht zuletzt wegen der frei zugänglichen “Computergalerie”. Es gibt zahlreiche Bildungs- und Fortbildungsangebote und andere Initiativen, welche entsprechend den Bedürfnissen und den Anforderungen immer wieder adaptiert werden. Das ehrgeizige und qualitativ hochwertige Veranstaltungsprogramm hat die Gürtelbücherei innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Kulturangebote werden lassen.</p> <p>Auch für andere Aktivitäten der Idea-Stores lassen sich entsprechende, in Wien bereits verwirklichte, Beispiele finden. Dass manches wieder eingestellt wurde, liegt einerseits am weitgehenden Desinteresse des den Büchereien überstülpten Beamtenapparats, was jede nicht ausdrücklich von oben anbefohlene Initiative als Luxus erscheinen läßt, und andererseits an den zwei wesentlichen Dingen: Geld und Personal. Also eigentlich nur an einem: <strong>Das lächerlich geringe Budget für die Wiener Büchereien</strong>. Da laufen sich Engagement und Ideen früher oder später tot. Verschärft wird diese Situation durch eine Leitung, die sich nur noch als Befehlsempfänger und -weitergeber verstehen darf und von der das ruhig Halten der Belegschaft und politisch gut verkaufbare <em>Büchereiperformance</em> verlangt werden. Und nicht zuletzt die Bereitschaft, sich öffentlich zum Tölpel zu machen, indem Vorgaben der politischen Ebene (was in Wien die Parteisekretariate der SPÖ bedeutet) wie die Öffnungszeitenreduzierung der Ottakringer Bücherei <a href="http://haftgrund.net/1674/wie-sich-die-wiener-spoe-eine-buecherei-krallt/"><span>zugunsten von Parteieinrichtungen</span></a> als bibliothekarische Entscheidungen verteidigt und mit Mascherl wie “Idea Stores” behübscht werden.</p> <p>Womit wir wieder beim Thema sind, das wir nie verlassen haben.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/gu5Jw3PNo8s" height="1" width="1" />Mon, 19 Dec 2011 00:17:03 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/200714832/Ideen-auf-dem-Markt-2urn:www-soup-io:1:200714832regularbibliothekischbüchereien wienbüchereienbüchereikonzeptidea storeslondonottakringwien Ideen auf dem Markt {"tags":["Bibliothekisch","B\u00fcchereien Wien","B\u00fcchereien","B\u00fcchereikonzept","Idea Stores","London","Ottakring","Wien"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/qfOn2I1Bj18/\"\u003EIdeen auf dem Markt\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/qfOn2I1Bj18/","body":"\u003Cp\u003EWie bereits mehrfach \u003Ca href=\"http://haftgrund.net/1257/argumentativer-notstand-der-leitung-der-wiener-buchereien/\"\u003Eberichtet\u003C/a\u003E, wurden der sehr gut frequentierten \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.buechereien.wien.at/de/standorteoeffnungszeiten/zweigstellen/schuhmeierplatz\"\u003EB\u00fccherei\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E im \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.gbstern.at/projekte/freiraum/neugestaltung-schuhmeierplatz/\"\u003EHerzen Ottakrings\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E im letzten Sommer Hals \u00fcber Kopf\u00a0 die \u00d6ffnungszeiten halbiert. Anfangs hie\u00df es, dass diese Ma\u00dfnahme wegen Entspannung der Personalsituation\u00a0 gesetzt worden sei und es ohnehin leicht erreichbare B\u00fcchereien in der N\u00e4he gebe; dann wurde behauptet, dass die Verminderung des Angebots der Lesef\u00f6rderung diene und schlie\u00dflich erwuchs aus der Teil-Schlie\u00dfung ein \u201cPilotprojekt\u201d: \u201cIdea Store\u201d hei\u00dft das neue Wort, welches seit anfang der Nuller-Jahre etliche Zeit als Running Hype in der nach griffigen Projekten gierenden Bibliothekengemeinde herum gereicht wurde.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EHier einige Beschreibungen und Eindr\u00fccke zu den Idea-Stores:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://infobib.de/blog/2008/03/20/idea-stores/\"\u003EInfobib \u00bb Idea-Stores\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie \u201eIdea Stores\u201c gelten als bislang ehrgeizigster Versuch in Gro\u00dfbritannien, mit kulturellem Engagement den Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalit\u00e4t und Gewalt aufzunehmen. Und die \u201eIdea Stores\u201c gelten als m\u00f6gliches Exportmodell \u2013auch in deutschen Metropolen wie Berlin k\u00f6nnte sich das Ideenkaufhaus bew\u00e4hren.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.enssib.fr/bibliotheque-numerique/notice-38567\"\u003EIdea Stores (Les) \u2013 Notice bibliographique | enssib\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie Idea Stores sind aus dem Wunsch heraus entstanden, Bibliothek und Weiterbildungszentrum in einem Londoner Stadtteil, dessen kontrastreiche Bev\u00f6lkerung diese Orte wenig besuchte, zusammenzulegen. Dank einer Strategie zur R\u00fcckeroberung der Besucher, die in einer Suche der besten Standorte, architektonisch ansprechender Auswahl und einem breiten \u00d6ffnungsausma\u00df, in kulanten Vorschriften \u2013 Ger\u00e4usche und Verzehr von Getr\u00e4nken und Nahrung sind gestattet -, in dem Wunsch, alle Gruppen zu empfangen und in der Vermehrung der Dienstleistungen und angebotenen Aktivit\u00e4ten zum Ausdruck kommt, sind sie auf einen sofortigen und beeindruckenden Erfolg gesto\u00dfen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://citydidactics.tumblr.com/post/523136065/idea-store-library-learning-information\"\u003Ecitydidactics\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie \u201cIdea-stores\u201d sind ein gro\u00dfartiges Konzept aus London! Sie sind eine Mischung aus Bibliothek und Gemeindezentrum. Sie bieten Bildung nicht nur in Form von B\u00fcchern, sondern auch Fortbildungen, Aktivit\u00e4ten, Kurse f\u00fcr die Anwohner und f\u00fcr jedes Alter an. Errichtet und entwickelt wurde das Konzept f\u00fcr soziale Brennpunkte und es soll besonders B\u00fcrger mit migrantischen Hintergrund ansprechen und ihnen eine Teilhabe am \u00f6ffentlichen Leben erm\u00f6glichen. Die vier idea-stores, die es bisher gibt, sind von vier verschiedenen Architekten entworfen worden.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://sebastianwilke.wordpress.com/2009/11/21/ein-langes-wochendende-in-oxford-stonehenge-und-london-uber-harry-potter-suchtig-machende-fleischpasteten-und-jede-menge-bibliotheken/\"\u003E\u2026 und jede Menge Bibliotheken | LIS TRAVELER\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie sogenannten Idea Stores existieren erst seit wenigen Jahren: Der erste Store wurde 2002 er\u00f6ffnet, mittlerweile gibt es vier Einrichtungen dieser Art. Grundidee des vor rund 10 Jahren vorgelegten Konzepts war es, traditionelle Bibliotheksdienstleistungen aufzugreifen sowie zu modernisieren (\u201elibrary renewal\u201c) und diese mit lebenslangem Lernen (\u201elifelong learning\u201c) und einer ausgepr\u00e4gten Arbeit in den lokalen Communities (\u201ecommunity renewal\u201c) zu verbinden.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.buzinkay.net/blog-de/2007/01/idea-stores-aus-der-nahe/\"\u003EIdea Stores aus der N\u00e4he : MBI Blog\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EMein erster Eindruck verbl\u00fcffte mich ein wenig \u2013 Canary Wharf ist ein B\u00fcroviertel, ausschlie\u00dflich aus Glasfassaden hochgezogener B\u00fcrot\u00fcrme bestehend. Was tut also eine \u00f6ffentliche Bibliothek hier? Inmitten dieses fast schon surrealen Ambientes (im unterirdischen Bereich dieses Viertels wimmelte es nur so von grauen und schwarzen Anz\u00fcgen, es waren Tausende.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Bibliothek gefiel auf den ersten Blick: sehr modern, sehr transparent. Rund 1/3 der Gesamtfl\u00e4che war Internet-Arbeitspl\u00e4tzen gewidmet, ich z\u00e4hlte rund 40 Ger\u00e4te. Interessant war auch, wer dort Platz genommen hatte: die Grau- und Schwarzanz\u00fcge. Bei meinem Rundgang durch die Bibliothek fand ich dann doch noch eine zweit Gruppe vor \u2013 M\u00fctter mit ihren S\u00e4uglingen. Offenbar ein regelm\u00e4\u00dfiges Treffen, denn jeder schien jeden zu kennen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EAus dem Obigen und aus zahlreichen \u00fcbers Googeln abfragbaren Quellen lassen sich f\u00fcr das Gelingen dieses B\u00fcchereikonzept folgende Voraussetzungen ausmachen:\u003C/p\u003E\n\u003Cul\u003E\n\u003Cli\u003EGro\u00dfes, ger\u00e4umige Geb\u00e4ude mit beeindruckender Architektur;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EUmfangreiches und attraktives Medienangebot f\u00fcr die zu erwartenden BenutzerInnen;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EGro\u00dfz\u00fcgige \u00d6ffnungszeiten, m\u00f6glichst rund um die Uhr;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EKeine k\u00fcnstlichen Hemmschwellen und sehr lockere Benutzungsordnung;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EEin ausreichend vorhandenes und \u201copen minded\u201d Personal, mit hoher sozialer Kompetenz und Belastbarkeit;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EVernetzung mit regionalen und \u00fcberregionalen Einrichtungen;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EJederzeit adaptierbare Bildungsangebote vor Ort;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EHochwertiges und auf die vielf\u00e4ltigen Erwartungen angepasstes Veranstaltungsprogramm;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EDie Bereitschaft, auf neue oder neu erkannte Bed\u00fcrfnisse flexibel zu reagieren;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EEntsprechend hohes Budget.\u003C/li\u003E\n\u003C/ul\u003E\n\u003Cp\u003EWenn diese Bedingungen erf\u00fcllt sind, dann wird wohl jede B\u00fccherei in jedem Stadtteil jeder Stadt der Welt ein Erfolg. Egal welches ideologische Konzept dahinter steht. Beim \u201cIdeas-Stores-Konzept\u201d sind in diesem Zusammenhang eindeutig\u00a0 kommodifizierende Transformationsschritte auszumachen, wie:\u003C/p\u003E\n\u003Cul\u003E\n\u003Cli\u003Edie Mischfinanzierung durch \u00d6ffentliche Gelder und private Sponsoren (Handelsketten);\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EPrek\u00e4re Anstellungsverh\u00e4ltnisse (nur Jahresvertr\u00e4ge);\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003EVerzicht auf bibliothekarische Kompetenz zugunsten \u201csozialer\u201d ;\u003C/li\u003E\n\u003Cli\u003E\u201cMarkenname\u201d \u003Cspan\u003EIdea-Stores\u003C/span\u003E statt \u003Cspan\u003EPublic Library\u003C/span\u003E aus Marketinggr\u00fcnden;\u003C/li\u003E\n\u003C/ul\u003E\n\u003Cp\u003EWenn man die Ideologie beiseite l\u00e4\u00dft, dann bleibt aus all dem eine ambitionierte B\u00fccherei \u00fcbrig, wie es sie in der ganzen Welt in den L\u00e4ndern mit hochentwickelten B\u00fcchereisystemen gibt. Das ist immerhin einiges wert. Allerdings scheinen die ideologischen Elemente nicht nur Beiwerk zu sein, sondern d\u00fcrften f\u00fcr eine ge\u00e4nderte Haltung zum \u00f6ffentlichen B\u00fcchereiwesen stehen, wie f\u00fcr die Tony-Blair-Jahre nicht untypisch. So ist eine Mischfinanzierung in einem Land, dessen B\u00fcchereien bislang vollst\u00e4ndig durch \u00d6ffentliche Gelder finanziert wurden, ein Einbruch marktorientierter Interessenslagen. \u00dcber die \u00d6konomisierung von Bildungseinrichtungen gibt es inzwischen eine recht zahlreiche (kritische) Literatur.\u00a0 Dar\u00fcber hinaus besteht die Gefahr, dass sich die Privaten bei schlechterer Wirtschaftslage wieder zur\u00fcckziehen. Ironischerweise ist in Gro\u00dfbritannien die Finanzierung weniger durch die Privaten gef\u00e4hrdet, sondern durch die Ausrichtung der Olympiade durch Gro\u00dfbritannien, was die \u00d6ffentlichen Kassen leer r\u00e4umt. Ganz zu schweigen von der inzwischen hereingebrochenen Finanzkrise. Dass prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse schlecht zu T\u00e4tigkeiten im \u00d6ffentlichen Auftrag passen,\u00a0 ist das eine. Dass sie immer mehr auch im \u00d6ffentlichen Dienst eine Rolle spielen, das andere, wie zuletzt \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/2025/wenn-das-prekariat-in-den-buechereien-tanzt/\"\u003Ehier\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E zu lesen war. Aber auch \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://www.kiv.at/servlet/ContentServer?pagename=Y01/Page/Index\u0026amp;n=Y01_999_Search.a\u0026amp;cid=1312798588418\"\u003Ehier\u003C/a\u003E\u003C/span\u003E. Der Verzicht auf bibliothekarische Kompetenz hat inzwischen zu Beschwerden der BenutzerInnen gef\u00fchrt, die Auskunft \u00fcber die von ihnen gesuchte Literatur wollen und keine Animation. Hier soll in einigen \u201cIdea-Stores\u201d bereits reagiert worden sein und BibliothekarInnen wieder eine Anstellungschance bekommen. Das Orientieren auf den \u201cMarkennamen\u201d irritierte viele BenutzerInnen, die nach wie vor in eine Bibliothek gehen wollen und nicht in einen verwechselbaren \u201cStore\u201d. Ideas hin oder her.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAbschlie\u00dfend zwei Abs\u00e4tze aus einem \u003Ca href=\"http://www.hatprojects.com/downloads/RevisitingIdeaStores_HanaLoftus_web.pdf\"\u003E\u003Cspan\u003EAufsatz\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E, in dem der Frage nachgegangen wurde, wie sich die \u201cIdea-Stores\u201d heute pr\u00e4sentieren. Als Fazit ist daraus zu entnehmen, dass es weiterhin gute B\u00fcchereien sind, aber einiges von den hohen Erwartungen zur\u00fcckgenommen werden musste. Und dass die propagierte Leitidee der Herstellung von Chancengleichheit durch dieses B\u00fcchereikonzept heute, angesichts der ver\u00e4nderten politisch-sozialen und \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse, eigent\u00fcmlich antiquiert wirkt:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201c\u2026 the Idea Stores represent a moment where the market and the state seemed able to work together to regenerate, in a flush of growth, the impoverished inner cities. The architecture of the Idea Stores fused the civic and the commercial, but their imitators are almost all in the commercial rather than the public sector.\u201d\u003Cbr /\u003E\n\u201cArchitecture doesn\u2019t, alone, solve social problems \u2013 and the idea that a fa\u00e7ade can be \u2018egalitarian\u2019 shows a confusion between form and content. But the visual language of public buildings is an important statement of the value that the state places in a community.\u201d\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EDoch nun zur\u00fcck an den Anfang. Eine Kollegin wurde also nach London geschickt, um aus der F\u00fclle der Idea-Stores-Ideen zu sch\u00f6pfen und f\u00fcr Ottakringer Verh\u00e4ltnisse zu adaptieren.\u003Cbr /\u003E\nUm die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse nicht aus den Augen zu verlieren, hier eine Bildmontage von London und Ottakring:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweibuechereien.jpg\" height=\"475\" alt=\"\" width=\"500\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDieses Bild wollen wir bei der Fortsetzung, \u003Cspan\u003E\u003Ca href=\"http://haftgrund.net/2125/ideen-auf-dem-markt-2/\"\u003EIdeen auf dem Markt (2)\u003C/a\u003E,\u003C/span\u003E im Auge behalten.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/qfOn2I1Bj18\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Wie bereits mehrfach <a href="http://haftgrund.net/1257/argumentativer-notstand-der-leitung-der-wiener-buchereien/">berichtet</a>, wurden der sehr gut frequentierten <span><a href="http://www.buechereien.wien.at/de/standorteoeffnungszeiten/zweigstellen/schuhmeierplatz">Bücherei</a></span> im <span><a href="http://www.gbstern.at/projekte/freiraum/neugestaltung-schuhmeierplatz/">Herzen Ottakrings</a></span> im letzten Sommer Hals über Kopf  die Öffnungszeiten halbiert. Anfangs hieß es, dass diese Maßnahme wegen Entspannung der Personalsituation  gesetzt worden sei und es ohnehin leicht erreichbare Büchereien in der Nähe gebe; dann wurde behauptet, dass die Verminderung des Angebots der Leseförderung diene und schließlich erwuchs aus der Teil-Schließung ein “Pilotprojekt”: “Idea Store” heißt das neue Wort, welches seit anfang der Nuller-Jahre etliche Zeit als Running Hype in der nach griffigen Projekten gierenden Bibliothekengemeinde herum gereicht wurde.</p> <p>Hier einige Beschreibungen und Eindrücke zu den Idea-Stores:</p> <p><a href="http://infobib.de/blog/2008/03/20/idea-stores/">Infobib » Idea-Stores</a></p> <blockquote><p>Die „Idea Stores“ gelten als bislang ehrgeizigster Versuch in Großbritannien, mit kulturellem Engagement den Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität und Gewalt aufzunehmen. Und die „Idea Stores“ gelten als mögliches Exportmodell –auch in deutschen Metropolen wie Berlin könnte sich das Ideenkaufhaus bewähren.</p></blockquote> <p><a href="http://www.enssib.fr/bibliotheque-numerique/notice-38567">Idea Stores (Les) – Notice bibliographique | enssib</a></p> <blockquote><p>Die Idea Stores sind aus dem Wunsch heraus entstanden, Bibliothek und Weiterbildungszentrum in einem Londoner Stadtteil, dessen kontrastreiche Bevölkerung diese Orte wenig besuchte, zusammenzulegen. Dank einer Strategie zur Rückeroberung der Besucher, die in einer Suche der besten Standorte, architektonisch ansprechender Auswahl und einem breiten Öffnungsausmaß, in kulanten Vorschriften – Geräusche und Verzehr von Getränken und Nahrung sind gestattet -, in dem Wunsch, alle Gruppen zu empfangen und in der Vermehrung der Dienstleistungen und angebotenen Aktivitäten zum Ausdruck kommt, sind sie auf einen sofortigen und beeindruckenden Erfolg gestoßen.</p></blockquote> <p><a href="http://citydidactics.tumblr.com/post/523136065/idea-store-library-learning-information">citydidactics</a></p> <blockquote><p>Die “Idea-stores” sind ein großartiges Konzept aus London! Sie sind eine Mischung aus Bibliothek und Gemeindezentrum. Sie bieten Bildung nicht nur in Form von Büchern, sondern auch Fortbildungen, Aktivitäten, Kurse für die Anwohner und für jedes Alter an. Errichtet und entwickelt wurde das Konzept für soziale Brennpunkte und es soll besonders Bürger mit migrantischen Hintergrund ansprechen und ihnen eine Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen. Die vier idea-stores, die es bisher gibt, sind von vier verschiedenen Architekten entworfen worden.</p></blockquote> <p><a href="http://sebastianwilke.wordpress.com/2009/11/21/ein-langes-wochendende-in-oxford-stonehenge-und-london-uber-harry-potter-suchtig-machende-fleischpasteten-und-jede-menge-bibliotheken/">… und jede Menge Bibliotheken | LIS TRAVELER</a></p> <blockquote><p>Die sogenannten Idea Stores existieren erst seit wenigen Jahren: Der erste Store wurde 2002 eröffnet, mittlerweile gibt es vier Einrichtungen dieser Art. Grundidee des vor rund 10 Jahren vorgelegten Konzepts war es, traditionelle Bibliotheksdienstleistungen aufzugreifen sowie zu modernisieren („library renewal“) und diese mit lebenslangem Lernen („lifelong learning“) und einer ausgeprägten Arbeit in den lokalen Communities („community renewal“) zu verbinden.</p></blockquote> <p><a href="http://www.buzinkay.net/blog-de/2007/01/idea-stores-aus-der-nahe/">Idea Stores aus der Nähe : MBI Blog</a></p> <blockquote><p>Mein erster Eindruck verblüffte mich ein wenig – Canary Wharf ist ein Büroviertel, ausschließlich aus Glasfassaden hochgezogener Bürotürme bestehend. Was tut also eine öffentliche Bibliothek hier? Inmitten dieses fast schon surrealen Ambientes (im unterirdischen Bereich dieses Viertels wimmelte es nur so von grauen und schwarzen Anzügen, es waren Tausende.</p> <p>Die Bibliothek gefiel auf den ersten Blick: sehr modern, sehr transparent. Rund 1/3 der Gesamtfläche war Internet-Arbeitsplätzen gewidmet, ich zählte rund 40 Geräte. Interessant war auch, wer dort Platz genommen hatte: die Grau- und Schwarzanzüge. Bei meinem Rundgang durch die Bibliothek fand ich dann doch noch eine zweit Gruppe vor – Mütter mit ihren Säuglingen. Offenbar ein regelmäßiges Treffen, denn jeder schien jeden zu kennen.</p></blockquote> <p>Aus dem Obigen und aus zahlreichen übers Googeln abfragbaren Quellen lassen sich für das Gelingen dieses Büchereikonzept folgende Voraussetzungen ausmachen:</p> <ul> <li>Großes, geräumige Gebäude mit beeindruckender Architektur;</li> <li>Umfangreiches und attraktives Medienangebot für die zu erwartenden BenutzerInnen;</li> <li>Großzügige Öffnungszeiten, möglichst rund um die Uhr;</li> <li>Keine künstlichen Hemmschwellen und sehr lockere Benutzungsordnung;</li> <li>Ein ausreichend vorhandenes und “open minded” Personal, mit hoher sozialer Kompetenz und Belastbarkeit;</li> <li>Vernetzung mit regionalen und überregionalen Einrichtungen;</li> <li>Jederzeit adaptierbare Bildungsangebote vor Ort;</li> <li>Hochwertiges und auf die vielfältigen Erwartungen angepasstes Veranstaltungsprogramm;</li> <li>Die Bereitschaft, auf neue oder neu erkannte Bedürfnisse flexibel zu reagieren;</li> <li>Entsprechend hohes Budget.</li> </ul> <p>Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann wird wohl jede Bücherei in jedem Stadtteil jeder Stadt der Welt ein Erfolg. Egal welches ideologische Konzept dahinter steht. Beim “Ideas-Stores-Konzept” sind in diesem Zusammenhang eindeutig  kommodifizierende Transformationsschritte auszumachen, wie:</p> <ul> <li>die Mischfinanzierung durch Öffentliche Gelder und private Sponsoren (Handelsketten);</li> <li>Prekäre Anstellungsverhältnisse (nur Jahresverträge);</li> <li>Verzicht auf bibliothekarische Kompetenz zugunsten “sozialer” ;</li> <li>“Markenname” <span>Idea-Stores</span> statt <span>Public Library</span> aus Marketinggründen;</li> </ul> <p>Wenn man die Ideologie beiseite läßt, dann bleibt aus all dem eine ambitionierte Bücherei übrig, wie es sie in der ganzen Welt in den Ländern mit hochentwickelten Büchereisystemen gibt. Das ist immerhin einiges wert. Allerdings scheinen die ideologischen Elemente nicht nur Beiwerk zu sein, sondern dürften für eine geänderte Haltung zum öffentlichen Büchereiwesen stehen, wie für die Tony-Blair-Jahre nicht untypisch. So ist eine Mischfinanzierung in einem Land, dessen Büchereien bislang vollständig durch Öffentliche Gelder finanziert wurden, ein Einbruch marktorientierter Interessenslagen. Über die Ökonomisierung von Bildungseinrichtungen gibt es inzwischen eine recht zahlreiche (kritische) Literatur.  Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich die Privaten bei schlechterer Wirtschaftslage wieder zurückziehen. Ironischerweise ist in Großbritannien die Finanzierung weniger durch die Privaten gefährdet, sondern durch die Ausrichtung der Olympiade durch Großbritannien, was die Öffentlichen Kassen leer räumt. Ganz zu schweigen von der inzwischen hereingebrochenen Finanzkrise. Dass prekäre Arbeitsverhältnisse schlecht zu Tätigkeiten im Öffentlichen Auftrag passen,  ist das eine. Dass sie immer mehr auch im Öffentlichen Dienst eine Rolle spielen, das andere, wie zuletzt <span><a href="http://haftgrund.net/2025/wenn-das-prekariat-in-den-buechereien-tanzt/">hier</a></span> zu lesen war. Aber auch <span><a href="http://www.kiv.at/servlet/ContentServer?pagename=Y01/Page/Index&amp;n=Y01_999_Search.a&amp;cid=1312798588418">hier</a></span>. Der Verzicht auf bibliothekarische Kompetenz hat inzwischen zu Beschwerden der BenutzerInnen geführt, die Auskunft über die von ihnen gesuchte Literatur wollen und keine Animation. Hier soll in einigen “Idea-Stores” bereits reagiert worden sein und BibliothekarInnen wieder eine Anstellungschance bekommen. Das Orientieren auf den “Markennamen” irritierte viele BenutzerInnen, die nach wie vor in eine Bibliothek gehen wollen und nicht in einen verwechselbaren “Store”. Ideas hin oder her.</p> <p>Abschließend zwei Absätze aus einem <a href="http://www.hatprojects.com/downloads/RevisitingIdeaStores_HanaLoftus_web.pdf"><span>Aufsatz</span></a>, in dem der Frage nachgegangen wurde, wie sich die “Idea-Stores” heute präsentieren. Als Fazit ist daraus zu entnehmen, dass es weiterhin gute Büchereien sind, aber einiges von den hohen Erwartungen zurückgenommen werden musste. Und dass die propagierte Leitidee der Herstellung von Chancengleichheit durch dieses Büchereikonzept heute, angesichts der veränderten politisch-sozialen und ökonomischen Verhältnisse, eigentümlich antiquiert wirkt:</p> <blockquote><p>“… the Idea Stores represent a moment where the market and the state seemed able to work together to regenerate, in a flush of growth, the impoverished inner cities. The architecture of the Idea Stores fused the civic and the commercial, but their imitators are almost all in the commercial rather than the public sector.”<br /> “Architecture doesn’t, alone, solve social problems – and the idea that a façade can be ‘egalitarian’ shows a confusion between form and content. But the visual language of public buildings is an important statement of the value that the state places in a community.”</p></blockquote> <p>Doch nun zurück an den Anfang. Eine Kollegin wurde also nach London geschickt, um aus der Fülle der Idea-Stores-Ideen zu schöpfen und für Ottakringer Verhältnisse zu adaptieren.<br /> Um die Größenverhältnisse nicht aus den Augen zu verlieren, hier eine Bildmontage von London und Ottakring:</p> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/zweibuechereien.jpg" height="475" alt="" width="500" /></p> <p>Dieses Bild wollen wir bei der Fortsetzung, <span><a href="http://haftgrund.net/2125/ideen-auf-dem-markt-2/">Ideen auf dem Markt (2)</a>,</span> im Auge behalten.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/qfOn2I1Bj18" height="1" width="1" />Mon, 19 Dec 2011 00:16:28 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/200714837/Ideen-auf-dem-Markturn:www-soup-io:1:200714837regularbibliothekischbüchereien wienbüchereienbüchereikonzeptidea storeslondonottakringwien Wenn das Prekariat in den Büchereien tanzt {"tags":["Bibliothekisch","B\u00fcchereien Wien","B\u00fcchereien","Hilfskr\u00e4fte","Prekariat","Wien"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/Qo3qw8MxD8Y/\"\u003EWenn das Prekariat in den B\u00fcchereien tanzt\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/Qo3qw8MxD8Y/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003Enach acht guten und spannenden Jahren bei den B\u00fcchereien Wien verabschiede ich mich mit Ende Februar \u2026 Ich m\u00f6chte mich bei euch/Ihnen allen sehr sehr herzlich f\u00fcr die gro\u00dfartige Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken, und habe mir fest vorgenommen, den Veranstaltungen der B\u00fcchereien zumindest als Besucherin treuzubleiben\u2026\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003Eschrieb Anfang des Jahres eine Kollegin, die vom Bibliothekarischen Leiter der B\u00fcchereien mehr oder weniger sanft hinausgebissen worden war.\u00a0 Gl\u00fccklicherweise arbeitete gerade eine sehr f\u00e4hige Praktikantin in der Hauptb\u00fccherei, die auch auf Grund ihrer bisherigen Berufserfahrung f\u00fcr den Bereich Veranstaltungen und \u00d6ffentlichkeits eine optimale Nachfolgerin war.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd tats\u00e4chlich erfolgte die Mitteilung, dass diese neue Kollegin, die auch in der MitarbeiterInnenzeitung entsprechend vorgestellt wurde, die Agenden der gek\u00fcndigt habenden Mitarbeiterin \u00fcbernommen habe. Wunderbar.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"daumendrehn\" class=\"alignright size-full wp-image-2027\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/daumendrehn.gif\" height=\"120\" alt=\"\" width=\"160\" /\u003ENun erfahren die B\u00fcchereibedienseteten, dass diese Mitarbeiterin nach zehnmonatiger T\u00e4tigkeit f\u00fcr zwei Monate pausieren m\u00fcsse, da sie nur als \u201cHilfskraft\u201d eingestellt sei und f\u00fcr diese es bekanntlich eine solche Zwangspause gibt.\u003Cbr /\u003E\nWomit nun offiziell ist, dass f\u00fcr die Wiener B\u00fcchereien die Aufgabenstellung \u201c\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen\u201d partiell \u00a0 Hilfskraftstatus hat. Was die finanzielle und arbeitsrechtliche Einstufung betrifft. Die geforderte Leistung ist nat\u00fcrlich eine hochwertige und ist auch erbracht worden. In n\u00e4chster Zeit aber eben nicht, wie das Referat Veranstaltungen/\u00d6ffentlichkeitsarbeit mitteilt:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003Eich bitte euch daher, alle mails ab ende dezember bis anfang m\u00e4rz nur mehr an mich zu schicken, da nur mehr ich da sein werde.\u003Cbr /\u003E\nbitte euch bei der gelegenheit auch gleich um geduld, da ich mit sicherheit alles nicht in der von euch gewohnten zeit schaffen werde k\u00f6nnen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EWas eine Frage aufwirft, welche ein sozialdemokratischer Personalstadtrat in einer anderen, aber letzlich vergleichbaren Situation \u003Ca href=\"http://http://plan3t.info/2011/12/01/die-bibliothekare-schauen-zuruck/\"\u003E\u003Cstrong\u003Edereinst tats\u00e4chlich gefragt hatte:\u003C/strong\u003E\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201cWenn die Arbeit in den B\u00fcchereien auch von [niedriger Eingestuften] geschafft wird, dann werden wir halt \u003Cstrong\u003Ealle \u003C/strong\u003E\u2026 runterstufen!\u201d\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EAlso: Wer in den B\u00fcchereien tanzt als n\u00e4chster den Prekariatstanz?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"prekariatsschuhe\" class=\"alignleft size-full wp-image-2026\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/prekariatsschuhe.jpg\" height=\"360\" alt=\"\" width=\"480\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/Qo3qw8MxD8Y\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p>nach acht guten und spannenden Jahren bei den Büchereien Wien verabschiede ich mich mit Ende Februar … Ich möchte mich bei euch/Ihnen allen sehr sehr herzlich für die großartige Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken, und habe mir fest vorgenommen, den Veranstaltungen der Büchereien zumindest als Besucherin treuzubleiben…</p></blockquote> <p>schrieb Anfang des Jahres eine Kollegin, die vom Bibliothekarischen Leiter der Büchereien mehr oder weniger sanft hinausgebissen worden war.  Glücklicherweise arbeitete gerade eine sehr fähige Praktikantin in der Hauptbücherei, die auch auf Grund ihrer bisherigen Berufserfahrung für den Bereich Veranstaltungen und Öffentlichkeits eine optimale Nachfolgerin war.</p> <p>Und tatsächlich erfolgte die Mitteilung, dass diese neue Kollegin, die auch in der MitarbeiterInnenzeitung entsprechend vorgestellt wurde, die Agenden der gekündigt habenden Mitarbeiterin übernommen habe. Wunderbar.</p> <p><img class="alignright size-full wp-image-2027" title="daumendrehn" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/daumendrehn.gif" height="120" alt="" width="160" />Nun erfahren die Büchereibedienseteten, dass diese Mitarbeiterin nach zehnmonatiger Tätigkeit für zwei Monate pausieren müsse, da sie nur als “Hilfskraft” eingestellt sei und für diese es bekanntlich eine solche Zwangspause gibt.<br /> Womit nun offiziell ist, dass für die Wiener Büchereien die Aufgabenstellung “Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen” partiell   Hilfskraftstatus hat. Was die finanzielle und arbeitsrechtliche Einstufung betrifft. Die geforderte Leistung ist natürlich eine hochwertige und ist auch erbracht worden. In nächster Zeit aber eben nicht, wie das Referat Veranstaltungen/Öffentlichkeitsarbeit mitteilt:</p> <blockquote><p>ich bitte euch daher, alle mails ab ende dezember bis anfang märz nur mehr an mich zu schicken, da nur mehr ich da sein werde.<br /> bitte euch bei der gelegenheit auch gleich um geduld, da ich mit sicherheit alles nicht in der von euch gewohnten zeit schaffen werde können.</p></blockquote> <p>Was eine Frage aufwirft, welche ein sozialdemokratischer Personalstadtrat in einer anderen, aber letzlich vergleichbaren Situation <a href="http://http://plan3t.info/2011/12/01/die-bibliothekare-schauen-zuruck/"><strong>dereinst tatsächlich gefragt hatte:</strong></a></p> <blockquote><p>“Wenn die Arbeit in den Büchereien auch von [niedriger Eingestuften] geschafft wird, dann werden wir halt <strong>alle </strong>… runterstufen!”</p></blockquote> <p>Also: Wer in den Büchereien tanzt als nächster den Prekariatstanz?</p> <p><img class="alignleft size-full wp-image-2026" title="prekariatsschuhe" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/12/prekariatsschuhe.jpg" height="360" alt="" width="480" /></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/Qo3qw8MxD8Y" height="1" width="1" />Fri, 16 Dec 2011 00:52:44 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/199366092/Wenn-das-Prekariat-in-den-B-chereienurn:www-soup-io:1:199366092regularbibliothekischbüchereien wienbüchereienhilfskräfteprekariatwien Der kommunistische Agitator, ein neu gewonnener Kommunist und der Kanonenredakteur {"tags":["Bibliothekisch","Friedrich Engels","Karl Marx","Moses Hess"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ZOVkY604700/\"\u003EDer kommunistische Agitator, ein neu gewonnener Kommunist und der Kanonenredakteur\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ZOVkY604700/","body":"\u003Cp\u003EHeute geriet ich durch die Schlie\u00dfzeit der Bibliothek quasi in einen Cliffhanger. Ich war bei meiner Lekt\u00fcre ungef\u00e4hr bei diesen Inhalten angekommen:\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u2026 wir sprachen \u00fcber die Zeitfragen, und er schied von mir als allereifrigster Kommunist.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003Eschrieb der Eine in einem Brief. Der frisch zum Kommunisten gewordene Andere besuchte wenige Tage danach einen gerade zum Chefredakteur Gek\u00fcrten, von dem an diesem Tag ein Artikel erschienen war, in dem es u.a. hie\u00df:\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EWir haben die feste \u00dcberzeugung, da\u00df nicht der praktische Versuch, sondern die theoretische Ausf\u00fchrung der kommunistischen Ideen die eigentliche Gefahr bildet, denn auf praktische Versuche, und seien es Versuche in Masse, kann man durch Kanonen antworten, sobald sie gef\u00e4hrlich werden,\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cem\u003EAls der Jungkommunist, nichts ahnend von diesem Artikel, dem Redakteur von seinen revolution\u00e4ren Pl\u00e4nen erz\u00e4hlte, holte er sich eine unglaublich kalte Schulter.\u003C/em\u003E\u003C/p\u003E\n\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EDie Frage lautet nun nat\u00fcrlich: Bleibt der junge Kommunist weiter ein solcher? Wird der Redakteur auch in Zukunft mit Kanonen auf Massen schie\u00dfen wollen, wenn sie praktische kommunistische Versuche anstellen? Wird der eingangs erw\u00e4hnte kommunistische Agitator weiterhin erfolgreich sein? Und wie geht die Geschichte weiter?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EF\u00fcr Neugierige gibt es Schlagw\u00f6rter, die dann einfach zuzuteilen sind\u00a0 ;-)\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ZOVkY604700\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Heute geriet ich durch die Schließzeit der Bibliothek quasi in einen Cliffhanger. Ich war bei meiner Lektüre ungefähr bei diesen Inhalten angekommen:</p> <div> <blockquote><p>… wir sprachen über die Zeitfragen, und er schied von mir als allereifrigster Kommunist.</p></blockquote> <p><em>schrieb der Eine in einem Brief. Der frisch zum Kommunisten gewordene Andere besuchte wenige Tage danach einen gerade zum Chefredakteur Gekürten, von dem an diesem Tag ein Artikel erschienen war, in dem es u.a. hieß:</em></p> <blockquote><p>Wir haben die feste Überzeugung, daß nicht der praktische Versuch, sondern die theoretische Ausführung der kommunistischen Ideen die eigentliche Gefahr bildet, denn auf praktische Versuche, und seien es Versuche in Masse, kann man durch Kanonen antworten, sobald sie gefährlich werden,</p></blockquote> <p><em>Als der Jungkommunist, nichts ahnend von diesem Artikel, dem Redakteur von seinen revolutionären Plänen erzählte, holte er sich eine unglaublich kalte Schulter.</em></p> </div> <p>Die Frage lautet nun natürlich: Bleibt der junge Kommunist weiter ein solcher? Wird der Redakteur auch in Zukunft mit Kanonen auf Massen schießen wollen, wenn sie praktische kommunistische Versuche anstellen? Wird der eingangs erwähnte kommunistische Agitator weiterhin erfolgreich sein? Und wie geht die Geschichte weiter?</p> <p>Für Neugierige gibt es Schlagwörter, die dann einfach zuzuteilen sind  ;-)</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ZOVkY604700" height="1" width="1" />Mon, 05 Dec 2011 21:18:22 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/197546560/Der-kommunistische-Agitator-ein-neu-gewonnener-Kommunisturn:www-soup-io:1:197546560regularbibliothekischfriedrich engelskarl marxmoses hess Schach der Sonntagsdepression: Nationalbibliothek in Wien wird auch sonntags geöffnet haben {"tags":["Bibliothekisch","Bibliotheken","Nationalbibliothek","\u00d6ffnungszeiten"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/WHna7OtFq5Q/\"\u003ESchach der Sonntagsdepression: Nationalbibliothek in Wien wird auch sonntags ge\u00f6ffnet haben\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/WHna7OtFq5Q/","body":"\u003Cp\u003EErfreuliches ist \u00fcber die Pl\u00e4ne der Nationalbibliothek zu\u003Ca href=\"http://diepresse.com/home/panorama/wien/713920/Nationalbibliothek_Die-Herrin-ueber-85-Millionen-Buecher?_vl_backlink=/home/panorama/wien/index.do\"\u003E lesen\u003C/a\u003E:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EIm Mai 2012 soll ein neuer Forschungslesesaal er\u00f6ffnet werden. Zeitgleich werden auch die \u00d6ffnungszeiten auf Sonntag ausgeweitet.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cbr /\u003E\nW\u00e4re ein sch\u00f6ne Anlass, wenn da andere gro\u00dfe Bibliotheken nachziehen w\u00fcrden.\u003Cbr /\u003E\nAuch die anderen Aktivit\u00e4ten der Nationabibliothek sind beachtenswert:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003Eim Herbst 2014 will die \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Rachinger\"\u003ERachinger\u003C/a\u003E im Hofkammerarchiv in der Johannesgasse ein Literaturmuseum er\u00f6ffnen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDa die \u00d6NB-Chefin ihr Haus vor allem als Service- und Dienstleistungsstelle versteht, sind ihr die Revitalisierung des \u003Cstrong\u003EPalais Mollard \u003C/strong\u003Ein der Herrengasse, die Renovierung von \u003Cstrong\u003EBildarchiv und Grafiksammlung \u003C/strong\u003Esowie die \u003Cstrong\u003Egro\u00dfen Leses\u00e4le am Heldenplatz \u003C/strong\u003Eein besonderes Anliegen.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EAls Serviceeinrichtung versteht sie auch die \u003Cstrong\u003EDigitalisierung \u003C/strong\u003Eund Langzeitarchivierung der Inhalte.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EUnd hier etwas f\u00fcr die Digitalisierungsphoben:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003ETrotz \u2013 oder vielleicht gerade wegen \u2013 der Digitalisierung hat das Haus nicht mit sinkenden Besucherzahlen zu k\u00e4mpfen.\u003C/strong\u003E\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/WHna7OtFq5Q\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Erfreuliches ist über die Pläne der Nationalbibliothek zu<a href="http://diepresse.com/home/panorama/wien/713920/Nationalbibliothek_Die-Herrin-ueber-85-Millionen-Buecher?_vl_backlink=/home/panorama/wien/index.do"> lesen</a>:</p> <blockquote><p>Im Mai 2012 soll ein neuer Forschungslesesaal eröffnet werden. Zeitgleich werden auch die Öffnungszeiten auf Sonntag ausgeweitet.</p></blockquote> <p><br /> Wäre ein schöne Anlass, wenn da andere große Bibliotheken nachziehen würden.<br /> Auch die anderen Aktivitäten der Nationabibliothek sind beachtenswert:</p> <blockquote><p>im Herbst 2014 will die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Rachinger">Rachinger</a> im Hofkammerarchiv in der Johannesgasse ein Literaturmuseum eröffnen.</p></blockquote> <blockquote><p>Da die ÖNB-Chefin ihr Haus vor allem als Service- und Dienstleistungsstelle versteht, sind ihr die Revitalisierung des <strong>Palais Mollard </strong>in der Herrengasse, die Renovierung von <strong>Bildarchiv und Grafiksammlung </strong>sowie die <strong>großen Lesesäle am Heldenplatz </strong>ein besonderes Anliegen.</p></blockquote> <blockquote><p>Als Serviceeinrichtung versteht sie auch die <strong>Digitalisierung </strong>und Langzeitarchivierung der Inhalte.</p></blockquote> <p>Und hier etwas für die Digitalisierungsphoben:</p> <blockquote><p><strong>Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Digitalisierung hat das Haus nicht mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen.</strong></p></blockquote> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/WHna7OtFq5Q" height="1" width="1" />Sat, 03 Dec 2011 10:42:05 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/196524958/Schach-der-Sonntagsdepression-Nationalbibliothek-in-Wien-wirdurn:www-soup-io:1:196524958regularbibliothekischbibliothekennationalbibliothekÖffnungszeiten daß das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe {"tags":["lesen","Alexis de Touceville","Eigentum","Frankreich","Paris","Revolution"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/cmZdVkuvG0k/\"\u003Eda\u00df das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/cmZdVkuvG0k/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003ESehen Sie, was bei den arbeitenden Klassen vorgeht, die heute noch, wie ich zugebe, ruhig sind. Es ist richtig, dass sie nicht im selben Grade, wie fr\u00fcher, durch eigentlich poltiische Leidenschaften erhitzt sind; aber\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003Esehen Sie nicht, dass ihre Leidenschaften aus politischen soziale geworden sind?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003ESehen Sie nicht, wie sich bei ihnen Ansichten und Ideen verbreiten, die nicht auf die Beseitigung eines Gesetzes, eines Ministeriums oder selbst dieser Regierung hinauslaufen, sondern vielmehr auf die Ersch\u00fctterung der Grundlage unserer Gesellschaftsordnung? \u2026\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/packt.jpg\" height=\"195\" alt=\"\" width=\"246\" /\u003EH\u00f6ren Sie nicht, dass man in Arbeiterkreisen ohne Unterlass wiederholt, dass alles, was \u00fcber ihnen ist, unf\u00e4hig und unw\u00fcrdig sei, sie zu regieren; dass das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EUnd glauben Sie nicht, dass, wenn solche Meinungen Wurzeln fassen, wenn sie sich ganz allgemein verbreiten, wenn sie tief in die Massen dringen, dass sie fr\u00fch oder sp\u00e4t, ich weiss nicht wann und wie, aber dass sie sicher fr\u00fch oder sp\u00e4t die schrecklichsten Revolutionen herbeif\u00fchren m\u00fcssen?\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EMerken Sie \u2013 wie sage ich? \u2013 den Revolutionssturm nicht, der in der Luft liegt?\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EAlexis de Tocqueville in der Sitzung der Pariser Deputiertenkammer vom 29. J\u00e4nner 1848, drei Wochen vor der Pariser Februarrevolution.\u003Cbr /\u003E\n(\u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC01210086\"\u003ESouvenirs de Alexis de Tocqueville\u003C/a\u003E, publi\u00e9s par le comte de Tocqueville Paris 1893. S 16. \u2013 Zit. nach \u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC04878197\"\u003EDiehl, Karl: Pierre Joseph Proudhon. Seine Lehre und sein Leben\u003C/a\u003E. Neudruck der Ausgabe Jena 1888-1896. Aaalen Scientia Verlag 1968.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/cmZdVkuvG0k\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p>Sehen Sie, was bei den arbeitenden Klassen vorgeht, die heute noch, wie ich zugebe, ruhig sind. Es ist richtig, dass sie nicht im selben Grade, wie früher, durch eigentlich poltiische Leidenschaften erhitzt sind; aber</p> <p>sehen Sie nicht, dass ihre Leidenschaften aus politischen soziale geworden sind?</p> <p>Sehen Sie nicht, wie sich bei ihnen Ansichten und Ideen verbreiten, die nicht auf die Beseitigung eines Gesetzes, eines Ministeriums oder selbst dieser Regierung hinauslaufen, sondern vielmehr auf die Erschütterung der Grundlage unserer Gesellschaftsordnung? …</p> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/packt.jpg" height="195" alt="" width="246" />Hören Sie nicht, dass man in Arbeiterkreisen ohne Unterlass wiederholt, dass alles, was über ihnen ist, unfähig und unwürdig sei, sie zu regieren; dass das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe?</p> <p>Und glauben Sie nicht, dass, wenn solche Meinungen Wurzeln fassen, wenn sie sich ganz allgemein verbreiten, wenn sie tief in die Massen dringen, dass sie früh oder spät, ich weiss nicht wann und wie, aber dass sie sicher früh oder spät die schrecklichsten Revolutionen herbeiführen müssen?</p> <p>Merken Sie – wie sage ich? – den Revolutionssturm nicht, der in der Luft liegt?</p></blockquote> <p>Alexis de Tocqueville in der Sitzung der Pariser Deputiertenkammer vom 29. Jänner 1848, drei Wochen vor der Pariser Februarrevolution.<br /> (<a href="http://permalink.obvsg.at/AC01210086">Souvenirs de Alexis de Tocqueville</a>, publiés par le comte de Tocqueville Paris 1893. S 16. – Zit. nach <a href="http://permalink.obvsg.at/AC04878197">Diehl, Karl: Pierre Joseph Proudhon. Seine Lehre und sein Leben</a>. Neudruck der Ausgabe Jena 1888-1896. Aaalen Scientia Verlag 1968.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/cmZdVkuvG0k" height="1" width="1" />Fri, 25 Nov 2011 12:01:15 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/195420801/da-das-Eigentum-nicht-auf-gerechter-Grundlageurn:www-soup-io:1:195420801regularlesenalexis de toucevilleeigentumfrankreichparisrevolution Georg Kreisler. {"tags":["finden","Georg Kreisler"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/veedu1urfjU/\"\u003EGeorg Kreisler.\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/veedu1urfjU/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cbr /\u003E\n\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/veedu1urfjU\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><br /> </p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/veedu1urfjU" height="1" width="1" />Wed, 23 Nov 2011 01:34:22 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/195420802/Georg-Kreislerurn:www-soup-io:1:195420802regularfindengeorg kreisler Kritische Bibliothekarinnen und Bibliothekare (kribibi): Es geht weiter! {"tags":["Bibliothekisch","BibliothekarInnen","B\u00fcchereien","kribibi"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/JLFHfqVd7c8/\"\u003EKritische Bibliothekarinnen und Bibliothekare (kribibi): Es geht weiter!\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/JLFHfqVd7c8/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cspan\u003EIn einer Klausur des Arbeitskreises kritischer \u003Ca href=\"http://www.kribibi.org\"\u003EBibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI / www.kribibi.org)\u003C/a\u003E am 05.11.2011 wurde \u00fcber die weitere T\u00e4tigkeit dieses seit mehr als einem Vierteljahrhundert t\u00e4tigen Zusammenschlusses \u00f6sterreichischer BibliothekarInnen beraten und ein neues gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Team gew\u00e4hlt:\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cstrong\u003E\u003Cspan\u003EMaria Binder, Nikolaus Hamann, Ulrike Retschitzegger.\u003C/span\u003E\u003C/strong\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cspan\u003E\u003Cimg title=\"freiheit2.jpg\" class=\"alignleft size-full wp-image-1849\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/freiheit2.jpg\" height=\"225\" alt=\"\" width=\"300\" /\u003EIm Herbst 2012 wird es ein weiteres Seminar (von mittlerweile mehr als f\u00fcnfzig Seminaren) geben. Dessen Vorbereitung liegt in den H\u00e4nden von U. Retschitzegger und N. Hamann.\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cspan\u003EOffen geblieben ist die Frage einer Verj\u00fcngung des Arbeitskreises und einer l\u00e4ngerfristigen Perspektive:\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cspan\u003EKRIBIBI ermutigt daher Kolleginnen und Kollegen aus \u00d6ffentlichen B\u00fcchereien und Wissenschaftlichen Bibliotheken, die sich mit den Zielen des Arbeitskreises identifizieren k\u00f6nnen, zur Beteiligung und Mitarbeit.\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cspan\u003EEbenso sind Themenvorschl\u00e4ge f\u00fcr das n\u00e4chste Seminar sehr willkommen!\u003C/span\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EKontakt:\u003Cbr /\u003E\n\u003Ca href=\"mailto:nikolaus.hamann@gmx.at\"\u003Enikolaus.hamann@gmx.at\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\n\u003Ca href=\"mailto:ulrike.retschitzegger@gmx.at\"\u003Eulrike.retschitzegger@gmx.at\u003C/a\u003E\u003Cbr /\u003E\n\u003Ca href=\"mailto:maria.binder@gmx.at\"\u003Emaria.binder@gmx.at\u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/JLFHfqVd7c8\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><span>In einer Klausur des Arbeitskreises kritischer <a href="http://www.kribibi.org">Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI / www.kribibi.org)</a> am 05.11.2011 wurde über die weitere Tätigkeit dieses seit mehr als einem Vierteljahrhundert tätigen Zusammenschlusses österreichischer BibliothekarInnen beraten und ein neues geschäftsführendes Team gewählt:</span></p> <p><strong><span>Maria Binder, Nikolaus Hamann, Ulrike Retschitzegger.</span></strong></p> <p><span><img class="alignleft size-full wp-image-1849" title="freiheit2.jpg" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/freiheit2.jpg" height="225" alt="" width="300" />Im Herbst 2012 wird es ein weiteres Seminar (von mittlerweile mehr als fünfzig Seminaren) geben. Dessen Vorbereitung liegt in den Händen von U. Retschitzegger und N. Hamann.</span></p> <p><span>Offen geblieben ist die Frage einer Verjüngung des Arbeitskreises und einer längerfristigen Perspektive:</span></p> <p><span>KRIBIBI ermutigt daher Kolleginnen und Kollegen aus Öffentlichen Büchereien und Wissenschaftlichen Bibliotheken, die sich mit den Zielen des Arbeitskreises identifizieren können, zur Beteiligung und Mitarbeit.</span></p> <p><span>Ebenso sind Themenvorschläge für das nächste Seminar sehr willkommen!</span></p> <p>Kontakt:<br /> <a href="mailto:nikolaus.hamann@gmx.at">nikolaus.hamann@gmx.at</a><br /> <a href="mailto:ulrike.retschitzegger@gmx.at">ulrike.retschitzegger@gmx.at</a><br /> <a href="mailto:maria.binder@gmx.at">maria.binder@gmx.at</a></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/JLFHfqVd7c8" height="1" width="1" />Sun, 20 Nov 2011 18:45:39 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/195420804/Kritische-Bibliothekarinnen-und-Bibliothekare-kribibi-Es-gehturn:www-soup-io:1:195420804regularbibliothekischbibliothekarinnenbüchereienkribibi Die Rote Wut hatte er immer: Franz-Josef Degenhardt. {"tags":["Politkram"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/vly0oulRH44/\"\u003EDie Rote Wut hatte er immer: Franz-Josef Degenhardt.\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/vly0oulRH44/","body":"\u003Cp\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDiese rote Wut, die hatte er immer,\u003Cbr /\u003E\nihren Ausbruch hat er blo\u00df meistens vermieden.\u003Cbr /\u003E\nEr ging dann r\u00fcber ins gute Zimmer\u003Cbr /\u003E\nund spielte Revolutionset\u00fcden.\u003Cbr /\u003E\nDann, in den fr\u00fchen f\u00fcnfziger Jahren,\u003Cbr /\u003E\nals die schon wieder beim Aufr\u00fcsten waren,\u003Cbr /\u003E\nan einem Samstag beim Abendgel\u00e4ut,\u003Cbr /\u003E\nda war es dann aber schlie\u00dflich so weit:\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDa hat er das schwarze Piano zerschlagen,\u003Cbr /\u003E\nist losgetrampt, durch Europa gezogen.\u003Cbr /\u003E\nHat gestohlen, gev\u00f6gelt, die Laute geschlagen,\u003Cbr /\u003E\ngesungen, gesoffen, gepr\u00fcgelt, betrogen.\u003Cbr /\u003E\nSaint-Germain-des-Pres, da ist er l\u00e4nger geblieben.\u003Cbr /\u003E\nSartre hatte gerade den Ekel geschrieben.\u003Cbr /\u003E\nEr lebte mit der Nutte Marie-Therese\u003Cbr /\u003E\nund h\u00f6rte sich nachts besoffen an Jazz.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EZur\u00fcck im Deutschland der Naziv\u00e4ter\u003Cbr /\u003E\ntat er das Billigste: Jura studieren.\u003Cbr /\u003E\nAls Illustrierten- und Schulbuchvertreter\u003Cbr /\u003E\nfand er die offenen Hausfrauent\u00fcren.\u003Cbr /\u003E\nBudenzauber im Butzenscheibenst\u00e4dtchen.\u003Cbr /\u003E\nMit einem der-Vater-ist-Amtsrichter-M\u00e4dchen\u003Cbr /\u003E\nzog er am Samstag sogar zur Beicht,\u003Cbr /\u003E\ndann durfte er manchmal \u2013 aber nur leicht.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDann h\u00f6rte er Oskar die Blechtrommel schlagen\u003Cbr /\u003E\nund lie\u00df sich den patzigen Schnauzschnorres stehen.\u003Cbr /\u003E\nFuhr oft mit gebrauchtem 2-CV-Wagen\u003Cbr /\u003E\nzum Schiffbauerdamm, Brechtst\u00fccke sehen.\u003Cbr /\u003E\nEr glaubte an eine Parteikarriere,\u003Cbr /\u003E\nzog sofort nach der Spiegel-Affaire\u003Cbr /\u003E\nals Referendar in die Landeshauptstadt,\u003Cbr /\u003E\nkandidierte dort als Sozialdemokrat.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EWer hat uns verraten, wer hat uns verraten?\u003Cbr /\u003E\nEs stellten sich denen, die wirklich verf\u00fcgen,\u003Cbr /\u003E\nmal wieder zur Verf\u00fcgung Sozialdemokraten.\u003Cbr /\u003E\nDie gro\u00dfe Verf\u00fcgung begann zu siegen.\u003Cbr /\u003E\nUnd weil er noch nicht sehr weit war gekommen,\u003Cbr /\u003E\nhat er das auch sehr ernst genommen,\u003Cbr /\u003E\nund er meinte, er h\u00e4tte sie l\u00e4ngst bestochen.\u003Cbr /\u003E\nDoch die rote Wut kam wieder angekrochen.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDie Pauke vom Neuss hat den Auftakt geschlagen\u003Cbr /\u003E\nzu den sp\u00e4ten sechziger Jahren.\u003Cbr /\u003E\nUnd er sah dann hinter den Barrikaden,\u003Cbr /\u003E\nwie weit die davor schon wieder mal waren:\u003Cbr /\u003E\ndie Sch\u00fcsse auf Dutschke, Bildzeitungshetzen,\u003Cbr /\u003E\nFaschistenfaust hinter Notstandsgesetzen.\u003Cbr /\u003E\nDie Wut wurde klarer und kalt, wurde Ha\u00df.\u003Cbr /\u003E\nHasta la victoria siempre gilt das.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EDem, der uns hier tat aus dem Leben erz\u00e4hlen,\u003Cbr /\u003E\ndem m\u00fc\u00dft man jetzt aber erkl\u00e4ren,\u003Cbr /\u003E\naus der linken Ecke knurren und bellen\u003Cbr /\u003E\ntat noch nie den Klassenfeind st\u00f6ren.\u003Cbr /\u003E\nHassen allein, das wird nicht gen\u00fcgen.\u003Cbr /\u003E\nDer mu\u00df schon mal rauskommen,\u003Cbr /\u003E\nwas tun f\u00fcr das Siegen.\u003Cbr /\u003E\nUnd da gibt es auch viel,\u003Cbr /\u003E\nund da f\u00e4llt schon was ein.\u003Cbr /\u003E\nDas mu\u00df ja nicht gleich ein Warenhaus sein.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EAber merke: Ein Warenhaus anz\u00fcnden\u003Cbr /\u003E\nist immer noch besser, als sich selbst anz\u00fcnden.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/vly0oulRH44\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p></p> <blockquote><p>Diese rote Wut, die hatte er immer,<br /> ihren Ausbruch hat er bloß meistens vermieden.<br /> Er ging dann rüber ins gute Zimmer<br /> und spielte Revolutionsetüden.<br /> Dann, in den frühen fünfziger Jahren,<br /> als die schon wieder beim Aufrüsten waren,<br /> an einem Samstag beim Abendgeläut,<br /> da war es dann aber schließlich so weit:</p> <p>Da hat er das schwarze Piano zerschlagen,<br /> ist losgetrampt, durch Europa gezogen.<br /> Hat gestohlen, gevögelt, die Laute geschlagen,<br /> gesungen, gesoffen, geprügelt, betrogen.<br /> Saint-Germain-des-Pres, da ist er länger geblieben.<br /> Sartre hatte gerade den Ekel geschrieben.<br /> Er lebte mit der Nutte Marie-Therese<br /> und hörte sich nachts besoffen an Jazz.</p> <p>Zurück im Deutschland der Naziväter<br /> tat er das Billigste: Jura studieren.<br /> Als Illustrierten- und Schulbuchvertreter<br /> fand er die offenen Hausfrauentüren.<br /> Budenzauber im Butzenscheibenstädtchen.<br /> Mit einem der-Vater-ist-Amtsrichter-Mädchen<br /> zog er am Samstag sogar zur Beicht,<br /> dann durfte er manchmal – aber nur leicht.</p> <p>Dann hörte er Oskar die Blechtrommel schlagen<br /> und ließ sich den patzigen Schnauzschnorres stehen.<br /> Fuhr oft mit gebrauchtem 2-CV-Wagen<br /> zum Schiffbauerdamm, Brechtstücke sehen.<br /> Er glaubte an eine Parteikarriere,<br /> zog sofort nach der Spiegel-Affaire<br /> als Referendar in die Landeshauptstadt,<br /> kandidierte dort als Sozialdemokrat.</p> <p>Wer hat uns verraten, wer hat uns verraten?<br /> Es stellten sich denen, die wirklich verfügen,<br /> mal wieder zur Verfügung Sozialdemokraten.<br /> Die große Verfügung begann zu siegen.<br /> Und weil er noch nicht sehr weit war gekommen,<br /> hat er das auch sehr ernst genommen,<br /> und er meinte, er hätte sie längst bestochen.<br /> Doch die rote Wut kam wieder angekrochen.</p> <p>Die Pauke vom Neuss hat den Auftakt geschlagen<br /> zu den späten sechziger Jahren.<br /> Und er sah dann hinter den Barrikaden,<br /> wie weit die davor schon wieder mal waren:<br /> die Schüsse auf Dutschke, Bildzeitungshetzen,<br /> Faschistenfaust hinter Notstandsgesetzen.<br /> Die Wut wurde klarer und kalt, wurde Haß.<br /> Hasta la victoria siempre gilt das.</p> <p>Dem, der uns hier tat aus dem Leben erzählen,<br /> dem müßt man jetzt aber erklären,<br /> aus der linken Ecke knurren und bellen<br /> tat noch nie den Klassenfeind stören.<br /> Hassen allein, das wird nicht genügen.<br /> Der muß schon mal rauskommen,<br /> was tun für das Siegen.<br /> Und da gibt es auch viel,<br /> und da fällt schon was ein.<br /> Das muß ja nicht gleich ein Warenhaus sein.</p> <p>Aber merke: Ein Warenhaus anzünden<br /> ist immer noch besser, als sich selbst anzünden.</p></blockquote> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/vly0oulRH44" height="1" width="1" />Mon, 14 Nov 2011 19:57:00 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192953617/Die-Rote-Wut-hatte-er-immer-Franzurn:www-soup-io:1:192953617regularpolitkram “und wenn wir uns täuschten, war unser Irrtum wenigstens ein erhabener” – zum 250. Geburtstag von Filippo Buonarroti {"tags":["finden","Filippo Buonarroti","Frankreich","Gracchus Babeuf","Revolution"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/BrDMUE0K0VE/\"\u003E\u201cund wenn wir uns t\u00e4uschten, war unser Irrtum wenigstens ein erhabener\u201d \u2013 zum 250. Geburtstag von Filippo Buonarroti\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/BrDMUE0K0VE/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cimg class=\"alignleft\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/buon-1.jpg\" height=\"307\" alt=\"\" width=\"240\" /\u003EHeute w\u00e4re \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Filippo_Buonarroti\"\u003EFilippo Buonarroti\u003C/a\u003E 250 Jahre alt geworden. Dass er tats\u00e4chlich 76 Jahre wurde, grenzt angesichts seines nicht unbewegten Lebens an ein Wunder. Beteiligt an der \u201c\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rung_der_Gleichen\"\u003EVerschw\u00f6rung der Gleichen\u003C/a\u003E\u201d an der Seite \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_No%C3%ABl_Babeuf\"\u003EBabeufs\u003C/a\u003E und mit diesem vor Gericht gestellt, wurde er zur Deportation verurteilt, Babeuf hingerichtet.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EViele \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Restauration_%28Frankreich%29\"\u003ERestaurations\u003C/a\u003Ejahre sp\u00e4ter, knapp vor der Franz\u00f6sischen \u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Julirevolution_von_1830\"\u003EJulirevolution\u003C/a\u003E ver\u00f6ffentlichte er \u201c\u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC02353956 \"\u003EBabeuf und die Verschw\u00f6rung f\u00fcr die Gleichheit\u201d\u003C/a\u003E. Damit brachte er die Prinzipien von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit des linken Fl\u00fcgels der Franz\u00f6sischen Revolution wieder in Erinnerung und verursachte betr\u00e4chtliche Aha-Erlebnisse\u00a0 unter den radikalen Oppositionellen der \u201c\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Julimonarchie\"\u003EJulimonarchie\u003C/a\u003E\u201c. Was neben anderen Umst\u00e4nden bekanntlich in die 1848er Revolution m\u00fcndete.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003EBuonarroti hat so gesehen als Content-Vermittler zwischen den Generationen zweier Revolutionen fungiert. Daf\u00fcr verdient er einiges Lob und die Wiedergabe der letzten Zeilen seiner Vorrede des erw\u00e4hnten Buches:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EIch wei\u00df wohl, da\u00df die politischen und \u00f6konomischen Grunds\u00e4tze, welche ich entwickeln musste, von vielen verworfen werden; das ist kein Grund, sie nicht zu ver\u00f6ffentlichen; andere angebliche Irrt\u00fcmer sind unbestreitbare Wahrheiten geworden. Gibt es nicht Menschen, die sich blenden lassen durch das Flittergold der zivilisierten Gesellschaft und durch die Systeme derer, die sich anma\u00dfen, die \u00f6ffentliche Meinung zu leiten?\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/buon1.jpg\" height=\"225\" alt=\"\" width=\"322\" /\u003E Sie werden vielleicht die Wichtigkeit dieser Grunds\u00e4tze sch\u00e4tzen und ein wenig Bedauern empfinden in der Erinnerung an die mutigen B\u00fcrger, welche von der Gerechtigkeit dieser Grunds\u00e4tze durchdrungen und stolz darauf, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um sie zu erhalten, sie schlie\u00dflich mit ihrem Blut besiegelten.\u003Cbr /\u003E\nFest mit ihnen verbunden durch die \u00dcbereinstimmung unserer Gef\u00fchle, teilte ich ihre \u00dcberzeugung und ihre Anstrengungen, und wenn wir uns t\u00e4uschten, war unser Irrtum wenigstens ein erhabener; sie hielten daran fest bis zum Tode, und ich, nachdem ich seither und lange Zeit dar\u00fcber nachgedacht habe, ich bin \u00fcberzeugt geblieben, da\u00df diese Gleichheit, welche sie liebten, die einzige geeignete Einrichtung ist, um alle wirklichen M\u00e4ngel auszugleichen, die n\u00fctzlichen Neigungen zum Guten zu leiten, die gef\u00e4hrlichen Leidenschaften zu fesseln und der Gesellschaft eine freie, gl\u00fcckliche, friedliche und dauernde Form zu geben.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/BrDMUE0K0VE\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><img class="alignleft" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/buon-1.jpg" height="307" alt="" width="240" />Heute wäre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filippo_Buonarroti">Filippo Buonarroti</a> 250 Jahre alt geworden. Dass er tatsächlich 76 Jahre wurde, grenzt angesichts seines nicht unbewegten Lebens an ein Wunder. Beteiligt an der “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rung_der_Gleichen">Verschwörung der Gleichen</a>” an der Seite <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_No%C3%ABl_Babeuf">Babeufs</a> und mit diesem vor Gericht gestellt, wurde er zur Deportation verurteilt, Babeuf hingerichtet.</p> <p>Viele <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Restauration_%28Frankreich%29">Restaurations</a>jahre später, knapp vor der Französischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julirevolution_von_1830">Julirevolution</a> veröffentlichte er “<a href="http://permalink.obvsg.at/AC02353956 ">Babeuf und die Verschwörung für die Gleichheit”</a>. Damit brachte er die Prinzipien von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit des linken Flügels der Französischen Revolution wieder in Erinnerung und verursachte beträchtliche Aha-Erlebnisse  unter den radikalen Oppositionellen der “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julimonarchie">Julimonarchie</a>“. Was neben anderen Umständen bekanntlich in die 1848er Revolution mündete.</p> <p>Buonarroti hat so gesehen als Content-Vermittler zwischen den Generationen zweier Revolutionen fungiert. Dafür verdient er einiges Lob und die Wiedergabe der letzten Zeilen seiner Vorrede des erwähnten Buches:</p> <blockquote><p>Ich weiß wohl, daß die politischen und ökonomischen Grundsätze, welche ich entwickeln musste, von vielen verworfen werden; das ist kein Grund, sie nicht zu veröffentlichen; andere angebliche Irrtümer sind unbestreitbare Wahrheiten geworden. Gibt es nicht Menschen, die sich blenden lassen durch das Flittergold der zivilisierten Gesellschaft und durch die Systeme derer, die sich anmaßen, die öffentliche Meinung zu leiten?<img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/buon1.jpg" height="225" alt="" width="322" /> Sie werden vielleicht die Wichtigkeit dieser Grundsätze schätzen und ein wenig Bedauern empfinden in der Erinnerung an die mutigen Bürger, welche von der Gerechtigkeit dieser Grundsätze durchdrungen und stolz darauf, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um sie zu erhalten, sie schließlich mit ihrem Blut besiegelten.<br /> Fest mit ihnen verbunden durch die Übereinstimmung unserer Gefühle, teilte ich ihre Überzeugung und ihre Anstrengungen, und wenn wir uns täuschten, war unser Irrtum wenigstens ein erhabener; sie hielten daran fest bis zum Tode, und ich, nachdem ich seither und lange Zeit darüber nachgedacht habe, ich bin überzeugt geblieben, daß diese Gleichheit, welche sie liebten, die einzige geeignete Einrichtung ist, um alle wirklichen Mängel auszugleichen, die nützlichen Neigungen zum Guten zu leiten, die gefährlichen Leidenschaften zu fesseln und der Gesellschaft eine freie, glückliche, friedliche und dauernde Form zu geben.</p></blockquote> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/BrDMUE0K0VE" height="1" width="1" />Thu, 10 Nov 2011 23:20:58 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076758/und-wenn-wir-uns-t-uschten-warurn:www-soup-io:1:192076758regularfindenfilippo buonarrotifrankreichgracchus babeufrevolution Die Bibliothek einer Badestadt als Springquell materialistischer Geschichtsauffassung {"tags":["Biblio","lesen","Bibliothek","Karl Marx","Kreuznach"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/jW0Yo0ITu7U/\"\u003EDie Bibliothek einer Badestadt als Springquell materialistischer Geschichtsauffassung\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/jW0Yo0ITu7U/","body":"\u003Cp\u003EDie Flitterwochen von Herrn Carl Marx in \u003Ca href=\"http://www.bad-kreuznach.com/main.htm\"\u003EBad Kreuznach\u003C/a\u003E 1843 waren bekanntlich gepr\u00e4gt von heftiger Lekt\u00fcre und umf\u00e4nglichen Exzerpten, die fast einen ganzen \u003Ca href=\"http://aleph20-prod-sh2.obvsg.at/F/ALC2JPYJTAS9DUPMNABRN96MKVTGGFEM5LXPKQDSS58JGXSMFS-13987?func=item-global\u0026amp;doc_library=AKW01\u0026amp;doc_number=000005461\u0026amp;year=\u0026amp;volume=\u0026amp;sub_library=XAW1\"\u003EMEGA-Band\u003C/a\u003E f\u00fcllten. \u00a0\u003Ca href=\"http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=ims\u0026amp;brett=IM1488\u0026amp;fn=ZUSAMM.188\u0026amp;menu=imsinh\"\u003EHarry Schmidtgall\u003C/a\u003E ist der Frage nachgegangen: \u201cWelche Bibliothek benutzte Karl Marx f\u00fcr seine \u2018Kreuznacher Exzerpte?\u2019\u201d und hat im Altbestand der Bibliothek des Kreuznacher Gymnasiums 15 Werke gefunden, die von Marx exzerpiert worden waren. Dazu bemerkt \u003Ca href=\"http://aleph20-prod-sh2.obvsg.at/F/ALC2JPYJTAS9DUPMNABRN96MKVTGGFEM5LXPKQDSS58JGXSMFS-17188?func=item-global\u0026amp;doc_library=AKW01\u0026amp;doc_number=000166658\u0026amp;year=\u0026amp;volume=\u0026amp;sub_library=XAW1\"\u003EHelmut Elsner\u003C/a\u003E:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E Die Kernfrage bleibt aber, ob Marx diese Bibliothek benutzt hat und wie sie ihm zug\u00e4nglich war. Schmidtgall hat mit Hilfe zeitgen\u00f6ssischer B\u00e4derf\u00fchrer belegt, da\u00df eine darin enthaltene \u201cB\u00fcchersammlung\u201d den Badeg\u00e4sten (bzw. \u201cCurfremden\u201d) zug\u00e4nglich war. Es handelt sich um die 1821 vom Kreuznacher Landrat Hout an\u00adgeregte und geforderte \u201cVolksbibliothek*, deren Best\u00e4nde \u00fcberwiegend von dem Kreuznacher \u201cLeseverein\u201d angeschafft worden sind. Bereits ab 1842 gingen B\u00fccher des Lesevereins in den Besitz des Gymnasiums \u00fcber, der Gesamtbestand enthielt 15 von Marx exzerpierte Titel.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E Elsner fragt sich weiters, ob es an solchen Best\u00e4nden interessierte Kreuznacher gegeben haben k\u00f6nnte und vermochte zwei Einwohner auszumachen, welche radikaler Ideen verd\u00e4chtig waren. \u00dcber Kontakte Marxens zu solchen und anderen m\u00f6glichen Gespr\u00e4chspartnern aus dem Ort ist nichts bekannt; allerdings hielt sich \u003Ca href=\"http://books.google.com/books/about/Bettine_von_Arnim_und_Karl_Marx_in_Bad_K.html?id=eLCvGwAACAAJ\"\u003EBettina von Arnim\u003C/a\u003E einige Zeit w\u00e4hrend Marxens Aufenthalt ebenfalls dort auf. \u003Cimg title=\"bkreuzjpg\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1809\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/bkreuzjpg.jpg\" height=\"265\" alt=\"\" width=\"400\" /\u003EEinige Anzeichen weisen auf eine Begegnung hin. Jedenfalls sei dies, wie der Autor des Aufsatzes richtig feststellt, f\u00fcr die Bedeutung der \u201cKreuznacher Exzerpte\u201d irrelevant, und schloss mit einem netten Bibliothekslob:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDie Badestadt konnte Marx dank der \u00f6ffentlich zu\u00adg\u00e4nglichen Bibliothek mit ihren historisch-politischen Buchbest\u00e4nden und der auch ausl\u00e4ndische Zeitungen f\u00fchrenden Lesezimmer im Casino mindestens einen Teil des Lesestoffes bieten, mit dem er seine materialistische Geschichts\u00adauffassung auszubilden begann.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/jW0Yo0ITu7U\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Die Flitterwochen von Herrn Carl Marx in <a href="http://www.bad-kreuznach.com/main.htm">Bad Kreuznach</a> 1843 waren bekanntlich geprägt von heftiger Lektüre und umfänglichen Exzerpten, die fast einen ganzen <a href="http://aleph20-prod-sh2.obvsg.at/F/ALC2JPYJTAS9DUPMNABRN96MKVTGGFEM5LXPKQDSS58JGXSMFS-13987?func=item-global&amp;doc_library=AKW01&amp;doc_number=000005461&amp;year=&amp;volume=&amp;sub_library=XAW1">MEGA-Band</a> füllten.  <a href="http://www.dearchiv.de/php/dok.php?archiv=ims&amp;brett=IM1488&amp;fn=ZUSAMM.188&amp;menu=imsinh">Harry Schmidtgall</a> ist der Frage nachgegangen: “Welche Bibliothek benutzte Karl Marx für seine ‘Kreuznacher Exzerpte?’” und hat im Altbestand der Bibliothek des Kreuznacher Gymnasiums 15 Werke gefunden, die von Marx exzerpiert worden waren. Dazu bemerkt <a href="http://aleph20-prod-sh2.obvsg.at/F/ALC2JPYJTAS9DUPMNABRN96MKVTGGFEM5LXPKQDSS58JGXSMFS-17188?func=item-global&amp;doc_library=AKW01&amp;doc_number=000166658&amp;year=&amp;volume=&amp;sub_library=XAW1">Helmut Elsner</a>:</p> <blockquote><p> Die Kernfrage bleibt aber, ob Marx diese Bibliothek benutzt hat und wie sie ihm zugänglich war. Schmidtgall hat mit Hilfe zeitgenössischer Bäderführer belegt, daß eine darin enthaltene “Büchersammlung” den Badegästen (bzw. “Curfremden”) zugänglich war. Es handelt sich um die 1821 vom Kreuznacher Landrat Hout an­geregte und geforderte “Volksbibliothek*, deren Bestände überwiegend von dem Kreuznacher “Leseverein” angeschafft worden sind. Bereits ab 1842 gingen Bücher des Lesevereins in den Besitz des Gymnasiums über, der Gesamtbestand enthielt 15 von Marx exzerpierte Titel.</p></blockquote> <p> Elsner fragt sich weiters, ob es an solchen Beständen interessierte Kreuznacher gegeben haben könnte und vermochte zwei Einwohner auszumachen, welche radikaler Ideen verdächtig waren. Über Kontakte Marxens zu solchen und anderen möglichen Gesprächspartnern aus dem Ort ist nichts bekannt; allerdings hielt sich <a href="http://books.google.com/books/about/Bettine_von_Arnim_und_Karl_Marx_in_Bad_K.html?id=eLCvGwAACAAJ">Bettina von Arnim</a> einige Zeit während Marxens Aufenthalt ebenfalls dort auf. <img class="aligncenter size-full wp-image-1809" title="bkreuzjpg" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/11/bkreuzjpg.jpg" height="265" alt="" width="400" />Einige Anzeichen weisen auf eine Begegnung hin. Jedenfalls sei dies, wie der Autor des Aufsatzes richtig feststellt, für die Bedeutung der “Kreuznacher Exzerpte” irrelevant, und schloss mit einem netten Bibliothekslob:</p> <blockquote><p>Die Badestadt konnte Marx dank der öffentlich zu­gänglichen Bibliothek mit ihren historisch-politischen Buchbeständen und der auch ausländische Zeitungen führenden Lesezimmer im Casino mindestens einen Teil des Lesestoffes bieten, mit dem er seine materialistische Geschichts­auffassung auszubilden begann.</p></blockquote> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/jW0Yo0ITu7U" height="1" width="1" />Tue, 08 Nov 2011 17:36:32 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076761/Die-Bibliothek-einer-Badestadt-als-Springquell-materialistischerurn:www-soup-io:1:192076761regularbibliolesenbibliothekkarl marxkreuznach Privatisierungsdruck: ÖBB auf neuen Wegen {"tags":["Politkram"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/aSLUsSRLJGE/\"\u003EPrivatisierungsdruck: \u00d6BB auf neuen Wegen\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/aSLUsSRLJGE/","body":"\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/ende.jpg\" alt=\"\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201eDie \u00d6BB werden durch uns besser. \u003Cspan\u003ESie machen pl\u00f6tzlich Sachen, die sie fr\u00fcher niemals gemacht h\u00e4tten.\u003C/span\u003E\u201c Dabei bezieht sich Wehinger [...] auch darauf, dass \u00d6BB-Chef Christian Kern angek\u00fcndigt hat, \u003Cspan\u003Eeinige Strecken k\u00fcnftig einzustellen\u003C/span\u003E.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/704647/Westbahn_Zugfahren-ist-in-Oesterreich-viel-zu-guenstig?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do\"\u003E\u003Cspan\u003EDarauf\u003C/span\u003E\u003C/a\u003E haben alle BahnbenutzerInnen wohl schon ewig gewartet. Auch auf Aussagen wie diese:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201eZugfahren ist in \u00d6sterreich viel zu g\u00fcnstig\u201c, sagt der Westbahn-Chef.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003ESagt wer? Sagt der \u003Ca href=\"http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/wirtschaft/zur-person-stefan-wehinger-48873/index.do\"\u003Eehemalige Vorstand des \u00d6BB-Personenverkehrs, Stefan Wehinger\u003C/a\u003E, der nun zusammen mit dem \u003Ca href=\"http://derstandard.at/1297821775191/Haselsteiner-verteidigt-Bau-Auftraege-aus-autoritaeren-Laendern\"\u003EBautycoon Haselsteiner\u003C/a\u003E ab Dezember eigene Z\u00fcge auf der \u00d6BB-Westbahn-Strecke einsetzen wird. Er w\u00fcrde gerne mehr Strecken befahren, doch k\u00f6nne er kostenm\u00e4\u00dfig mit den \u00d6BB nicht konkurrieren, da diesen externe Kostensteigerungen via Staatsbudget ausgeglichen w\u00fcrden. Das emp\u00f6rt Herrn W.:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EErh\u00f6hen sich beispielsweise die Energiekosten, tr\u00e4gt die Differenz automatisch der Steuerzahler. \u201eDas ist eine schamlose Marktverzerrung\u201c\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://www.iml-online.com/kurse.htm\"\u003E\u003Cimg class=\"alignleft\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/schienenk.jpg\" height=\"180\" alt=\"Foto: Robert Wasinger\" width=\"240\" /\u003E\u003C/a\u003ENicht ganz so steuerzahlerorientiert war Stefan Wehinger allerdings im Jahr 2007, als\u00a0 er namens der \u00d6BB dem \u003Ca href=\"http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/630270/Zog-Hochegger-bei-dubiosem-TelekomAktiendeal-Faeden-\"\u003EHerrn Hochegger\u003C/a\u003E \u2013 ja eben dem \u2013 knapp 200.000 \u20ac hinten hineinschob, weil dieser den von MitarbeiterInnen der \u00d6BB erfundene Bezeichnung \u003Ca href=\"http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/393006_Hochegger-als-Vater-des-OeBB-railjet.html\"\u003E\u201crailjet\u201d flugs als Markennamen registrieren und von der \u00d6BB wieder abkaufen\u003C/a\u003E lie\u00df. Als eine \u003Ca href=\"http://www.peterpilz.at/data_all/Railjet.pdf?PHPSESSID=c5bd7fec716fd720af18381e565bf118\"\u003EInterne Revision der \u00d6BB\u003C/a\u003E diesen Vorgang offen legte, k\u00fcndigte Stefan W. ein Jahr sp\u00e4ter sozusagen freiwillig, nicht ohne sich die Zeit bis zum Ende seines Vertrages \u003Ca href=\"http://www.news.at/articles/0812/30/200570/oebb-vorstand-stefan-wehinger-amtsende-31-maerz-auf-wunsch\"\u003Eabgelten zu lassen\u003C/a\u003E. Inzwischen hat \u003Ca href=\"http://www.peterpilz.at/antwort/2379-0/peter-pilz-tagebuch.htm\"\u003EPeter Pilz eine Strafanzeige gegen den K\u00f6rberlgeldspender\u003C/a\u003E f\u00fcr Hochegger samt \u003Ca href=\"http://www.peterpilz.at/data_all/SVDwehinger.pdf?PHPSESSID=c5bd7fec716fd720af18381e565bf118\"\u003ESachverhaltsdarstellung\u003C/a\u003E erstattet, die Angelegenheit liegt bei der Staatsanwaltschaft.\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u201eDieses System ist ein v\u00f6lliger Schwachsinn\u201c, sagte Stefan Wehinger Donnerstagabend im Rahmen eines Vortrags beim Leitbetriebe Austria Klub in Wien.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003EGenau genommen hat er recht. Aber anders.\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/aSLUsSRLJGE\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/ende.jpg" alt="" /></p> <blockquote><p>„Die ÖBB werden durch uns besser. <span>Sie machen plötzlich Sachen, die sie früher niemals gemacht hätten.</span>“ Dabei bezieht sich Wehinger [...] auch darauf, dass ÖBB-Chef Christian Kern angekündigt hat, <span>einige Strecken künftig einzustellen</span>.</p></blockquote> <p><a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/704647/Westbahn_Zugfahren-ist-in-Oesterreich-viel-zu-guenstig?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do"><span>Darauf</span></a> haben alle BahnbenutzerInnen wohl schon ewig gewartet. Auch auf Aussagen wie diese:</p> <blockquote><p>„Zugfahren ist in Österreich viel zu günstig“, sagt der Westbahn-Chef.</p></blockquote> <p>Sagt wer? Sagt der <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/wirtschaft/zur-person-stefan-wehinger-48873/index.do">ehemalige Vorstand des ÖBB-Personenverkehrs, Stefan Wehinger</a>, der nun zusammen mit dem <a href="http://derstandard.at/1297821775191/Haselsteiner-verteidigt-Bau-Auftraege-aus-autoritaeren-Laendern">Bautycoon Haselsteiner</a> ab Dezember eigene Züge auf der ÖBB-Westbahn-Strecke einsetzen wird. Er würde gerne mehr Strecken befahren, doch könne er kostenmäßig mit den ÖBB nicht konkurrieren, da diesen externe Kostensteigerungen via Staatsbudget ausgeglichen würden. Das empört Herrn W.:</p> <blockquote><p>Erhöhen sich beispielsweise die Energiekosten, trägt die Differenz automatisch der Steuerzahler. „Das ist eine schamlose Marktverzerrung“</p></blockquote> <p><a href="http://www.iml-online.com/kurse.htm"><img class="alignleft" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/schienenk.jpg" height="180" alt="Foto: Robert Wasinger" width="240" /></a>Nicht ganz so steuerzahlerorientiert war Stefan Wehinger allerdings im Jahr 2007, als  er namens der ÖBB dem <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/630270/Zog-Hochegger-bei-dubiosem-TelekomAktiendeal-Faeden-">Herrn Hochegger</a> – ja eben dem – knapp 200.000 € hinten hineinschob, weil dieser den von MitarbeiterInnen der ÖBB erfundene Bezeichnung <a href="http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/393006_Hochegger-als-Vater-des-OeBB-railjet.html">“railjet” flugs als Markennamen registrieren und von der ÖBB wieder abkaufen</a> ließ. Als eine <a href="http://www.peterpilz.at/data_all/Railjet.pdf?PHPSESSID=c5bd7fec716fd720af18381e565bf118">Interne Revision der ÖBB</a> diesen Vorgang offen legte, kündigte Stefan W. ein Jahr später sozusagen freiwillig, nicht ohne sich die Zeit bis zum Ende seines Vertrages <a href="http://www.news.at/articles/0812/30/200570/oebb-vorstand-stefan-wehinger-amtsende-31-maerz-auf-wunsch">abgelten zu lassen</a>. Inzwischen hat <a href="http://www.peterpilz.at/antwort/2379-0/peter-pilz-tagebuch.htm">Peter Pilz eine Strafanzeige gegen den Körberlgeldspender</a> für Hochegger samt <a href="http://www.peterpilz.at/data_all/SVDwehinger.pdf?PHPSESSID=c5bd7fec716fd720af18381e565bf118">Sachverhaltsdarstellung</a> erstattet, die Angelegenheit liegt bei der Staatsanwaltschaft.</p> <blockquote><p>„Dieses System ist ein völliger Schwachsinn“, sagte Stefan Wehinger Donnerstagabend im Rahmen eines Vortrags beim Leitbetriebe Austria Klub in Wien.</p></blockquote> <p>Genau genommen hat er recht. Aber anders.</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/aSLUsSRLJGE" height="1" width="1" />Sat, 29 Oct 2011 17:46:24 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076765/Privatisierungsdruck-BB-auf-neuen-Wegenurn:www-soup-io:1:192076765regularpolitkram Ein kommunistischer Emissär unter den Lappen {"tags":["lesen","1847","Bund der Kommunisten","Kommunismus","Kommunistisches Manifest"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/6tRM14mGVyA/\"\u003EEin kommunistischer Emiss\u00e4r unter den Lappen\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/6tRM14mGVyA/","body":"\u003Cp\u003EGestern gelesen:\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003ESeit dem Congre\u00dfschreiben haben wir aus folgenden Orten Nachricht erhalten.\u003Cbr /\u003E\n1. Schweden. Von einem von hier abgeschickten Emiss\u00e4r welcher \u00fcber Helsingoer nach Schweden gegangen war und das Land zu Fu\u00df durchzogen hatte, erhielten wir einen Brief datirt Upsala den 23\u003Csup\u003Eten\u003C/sup\u003E Mai. Derselbe hatte hier in London, da er sonst nichts besa\u00df, sein R\u00e4nzchen mit kommunistischen Flugschriften gef\u00fcllt, u. dieselben gl\u00fccklich \u00fcber die Grenze nach Schweden gebracht. \u2014 Er schreibt uns, er habe in allen St\u00e4dten, wo sich deutsche Arbeiter befinden, dieselben in ihren Ateliers aufgesucht, unsere Schriften unter sie vertheilt u. mit seinen Lehren gro\u00dfen Anklang bei ihnen gefunden. Leider konnte er, da er keine Arbeit fand, nicht lange genug an einem Orte bleiben um Gemeinden zu gr\u00fcnden. \u2014 In Stockholm \u00fcberbrachte er der dortigen Gemeinde, (unserm kommunistischen Vorposten im Norden) die zwei ersten Schreiben der Centralbeh\u00f6rde u. fl\u00f6\u00dften seine Nachrichten den dortigen Br\u00fcdern neuen Muth ein. \u2014 Von Stockholm ging er nach Upsala, von da nach G\u00e4vle, wo er eine Zeitlang arbeitete u. ist jetzt auf dem Wege nach Ume\u00e5 u. (Turn) Torne\u00e5. Ein kommunistischer Emiss\u00e4r unter den Lappen! \u003Csup\u003E1)\u003C/sup\u003E\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cdiv\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/samen1839_s-c-giraud-kl.jpg\" alt=\"\" /\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003EIn diesem Zusammenhang ist mir auch ein Bild untergekommen, das gerade im Hinblick auf den gelegentlich betont m\u00e4nnlichen\u003Csup\u003E2)\u003C/sup\u003E Blickwinkel der kommunistischen Bundisten von Interesse sein k\u00f6nnte:\u003C/p\u003E\n\u003Cdiv\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/jagd-frauen-maennerkl.jpg\" height=\"260\" alt=\"\" width=\"500\" /\u003E\u003C/div\u003E\n\u003Cdiv\u003E\u201cBei den Lappen nehmen Frauen wie M\u00e4nner an Jagd und Fischfang teil.\u201d Winterliche Jagdszene aus Finnmark. Drei Samen auf Skiern nehmen an der Jagd teil. Eine der drei Personen ist eine Frau. Holzschnitt von Olaus Magnus\u003C/div\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Csup\u003E\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u003Cbr /\u003E\n1)\u003C/sup\u003EErster Vierteljahresbericht der Leitung des Bundes der Kommunisten. London, 14. September 1847, Schreiben von Karl Schapper, Joseph Moll, Henry Bauer. In: \u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC03160748%20\"\u003EAndr\u00e9as, Bert: Gr\u00fcndungsdokumente des Bundes der Kommunisten Juni bis September 1847\u003C/a\u003E, S. 67. (1969)\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Csup\u003E2)\u003C/sup\u003E \u201c\u003Cstrong\u003EWer unm\u00e4nnlich \u2026 handelt, wird \u2026 entfernt oder ausgesto\u00dfen.\u003C/strong\u003E\u201d (Statutenentwurf\u00a0 des ersten Kongresses des Bundes der Kommunisten, 9. Juni 1847. In Andr\u00e9as, Bert, a.a.O., S. 49). Im Endg\u00fcltigen Statut vom 8. Dezember 1848 war dieses \u003Cspan\u003Em\u00e4nnliche \u003C/span\u003EHandeln zwar nicht mehr vonn\u00f6ten, daf\u00fcr wurde aber\u00a0 \u201c\u003Cstrong\u003EJeder Verrat mit Tod bestraft\u003C/strong\u003E\u201c.\u00a0\u00a0 (\u003Ca href=\"http://permalink.obvsg.at/AC01575577%20\"\u003EBund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836-1849\u003C/a\u003E S. 879).\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/6tRM14mGVyA\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Gestern gelesen:</p> <blockquote><p>Seit dem Congreßschreiben haben wir aus folgenden Orten Nachricht erhalten.<br /> 1. Schweden. Von einem von hier abgeschickten Emissär welcher über Helsingoer nach Schweden gegangen war und das Land zu Fuß durchzogen hatte, erhielten wir einen Brief datirt Upsala den 23<sup>ten</sup> Mai. Derselbe hatte hier in London, da er sonst nichts besaß, sein Ränzchen mit kommunistischen Flugschriften gefüllt, u. dieselben glücklich über die Grenze nach Schweden gebracht. — Er schreibt uns, er habe in allen Städten, wo sich deutsche Arbeiter befinden, dieselben in ihren Ateliers aufgesucht, unsere Schriften unter sie vertheilt u. mit seinen Lehren großen Anklang bei ihnen gefunden. Leider konnte er, da er keine Arbeit fand, nicht lange genug an einem Orte bleiben um Gemeinden zu gründen. — In Stockholm überbrachte er der dortigen Gemeinde, (unserm kommunistischen Vorposten im Norden) die zwei ersten Schreiben der Centralbehörde u. flößten seine Nachrichten den dortigen Brüdern neuen Muth ein. — Von Stockholm ging er nach Upsala, von da nach Gävle, wo er eine Zeitlang arbeitete u. ist jetzt auf dem Wege nach Umeå u. (Turn) Torneå. Ein kommunistischer Emissär unter den Lappen! <sup>1)</sup></p></blockquote> <div><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/samen1839_s-c-giraud-kl.jpg" alt="" /></div> <p>In diesem Zusammenhang ist mir auch ein Bild untergekommen, das gerade im Hinblick auf den gelegentlich betont männlichen<sup>2)</sup> Blickwinkel der kommunistischen Bundisten von Interesse sein könnte:</p> <div><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/jagd-frauen-maennerkl.jpg" height="260" alt="" width="500" /></div> <div>“Bei den Lappen nehmen Frauen wie Männer an Jagd und Fischfang teil.” Winterliche Jagdszene aus Finnmark. Drei Samen auf Skiern nehmen an der Jagd teil. Eine der drei Personen ist eine Frau. Holzschnitt von Olaus Magnus</div> <p><sup>——————–<br /> 1)</sup>Erster Vierteljahresbericht der Leitung des Bundes der Kommunisten. London, 14. September 1847, Schreiben von Karl Schapper, Joseph Moll, Henry Bauer. In: <a href="http://permalink.obvsg.at/AC03160748%20">Andréas, Bert: Gründungsdokumente des Bundes der Kommunisten Juni bis September 1847</a>, S. 67. (1969)</p> <p><sup>2)</sup> “<strong>Wer unmännlich … handelt, wird … entfernt oder ausgestoßen.</strong>” (Statutenentwurf  des ersten Kongresses des Bundes der Kommunisten, 9. Juni 1847. In Andréas, Bert, a.a.O., S. 49). Im Endgültigen Statut vom 8. Dezember 1848 war dieses <span>männliche </span>Handeln zwar nicht mehr vonnöten, dafür wurde aber  “<strong>Jeder Verrat mit Tod bestraft</strong>“.   (<a href="http://permalink.obvsg.at/AC01575577%20">Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836-1849</a> S. 879).</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/6tRM14mGVyA" height="1" width="1" />Fri, 28 Oct 2011 19:13:24 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076769/Ein-kommunistischer-Emiss-r-unter-den-Lappenurn:www-soup-io:1:192076769regularlesen1847bund der kommunistenkommunismuskommunistisches manifest … Abschaffung des Eigenthums endigen wird. {"tags":["lesen","1842","Eigentum","Klassenkampf","Paris","Wilhelm Weitling"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ZosSxlf3e1Y/\"\u003E\u2026 Abschaffung des Eigenthums endigen wird.\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/ZosSxlf3e1Y/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003E\u003Cimg title=\"weitling\" class=\"alignleft size-full wp-image-1726\" src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/weitling.jpg\" height=\"209\" alt=\"\" width=\"167\" /\u003EDie Stra\u00dfenschlachten werden sich in einen Guerillakrieg verwandeln. Der Feind wird in allen Winkeln und Orten erscheinen, wo man ihn am wenigsten vermuthet; und diese Art dem Eigenthum den Krieg zu machen, wird f\u00fcr Zuschauer und K\u00e4mpfer einen solchen Reiz haben, da\u00df in kurzer Zeit die gr\u00e4\u00dflichste Anarchie daraus entsteht, welche nur mit der Abschaffung des Eigenthums endigen wird.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weitling\"\u003EWilhelm Weitlin\u003C/a\u003Eg\u00a0in \u201cDie Bastillen von Paris\u201d 1842\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ZosSxlf3e1Y\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p><img class="alignleft size-full wp-image-1726" title="weitling" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/weitling.jpg" height="209" alt="" width="167" />Die Straßenschlachten werden sich in einen Guerillakrieg verwandeln. Der Feind wird in allen Winkeln und Orten erscheinen, wo man ihn am wenigsten vermuthet; und diese Art dem Eigenthum den Krieg zu machen, wird für Zuschauer und Kämpfer einen solchen Reiz haben, daß in kurzer Zeit die gräßlichste Anarchie daraus entsteht, welche nur mit der Abschaffung des Eigenthums endigen wird.</p></blockquote> <p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weitling">Wilhelm Weitlin</a>g in “Die Bastillen von Paris” 1842</p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/ZosSxlf3e1Y" height="1" width="1" />Thu, 27 Oct 2011 12:34:09 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076775/Abschaffung-des-Eigenthums-endigen-wirdurn:www-soup-io:1:192076775regularlesen1842eigentumklassenkampfpariswilhelm weitling Innerfamiliäre Arbeitsteilung {"tags":["lesen","1846","Frankreich","Frauen","Klassenkampf","Subsistenzunruhen"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/BFI17vx4qTA/\"\u003EInnerfamili\u00e4re Arbeitsteilung\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/BFI17vx4qTA/","body":"\u003Cp\u003EUnruhen im Pariser Faubourg Saint-Antoine (September/Oktober 1846) \u003Ca href=\"http://www.materialien.org/texte/history/Massenarmut.pdf\"\u003EPDF (S.17) \u003C/a\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EDas Pflaster wird aufgerissen, die \u00f6ffentliche Gasbeleuchtung in der Rue du Faubourg St. Antoine und in den angrenzenden Seitenstra\u00dfen wird systematisch zerst\u00f6rt, und zahlreiche Scheiben gehen zu Bruch, in der H\u00f6he der Rue Lenoir beginnt man mit dem Bau von Barrikaden. \u003Cbr /\u003E\u00bbW\u00e4hrend der ganzen Zeit\u00ab, so berichtet das Arbeiterorgan L\u2019Atelier, \u00bb\u003Cspan\u003Everlangten die Frauen nach Brot, die Arbeiter sangen die Marseillaise, und die Kinder warfen mit Steinen\u003C/span\u003E.\u00ab\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/wombar1848k.jpg\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/BFI17vx4qTA\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <p>Unruhen im Pariser Faubourg Saint-Antoine (September/Oktober 1846) <a href="http://www.materialien.org/texte/history/Massenarmut.pdf">PDF (S.17) </a></p> <blockquote><p>Das Pflaster wird aufgerissen, die öffentliche Gasbeleuchtung in der Rue du Faubourg St. Antoine und in den angrenzenden Seitenstraßen wird systematisch zerstört, und zahlreiche Scheiben gehen zu Bruch, in der Höhe der Rue Lenoir beginnt man mit dem Bau von Barrikaden. <br />»Während der ganzen Zeit«, so berichtet das Arbeiterorgan L’Atelier, »<span>verlangten die Frauen nach Brot, die Arbeiter sangen die Marseillaise, und die Kinder warfen mit Steinen</span>.«</p></blockquote> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/wombar1848k.jpg" /></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/BFI17vx4qTA" height="1" width="1" />Sun, 23 Oct 2011 19:28:07 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076779/Innerfamili-re-Arbeitsteilungurn:www-soup-io:1:192076779regularlesen1846frankreichfrauenklassenkampfsubsistenzunruhen Unlängst in Frankreich {"tags":["lesen","Politkram","1847","Frankreich","Proletarier","Proteste","Subsistenzunruhen"],"type":"regular","title":"\u003Ca href=\"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/cTHJOhZ660w/\"\u003EUnl\u00e4ngst in Frankreich\u003C/a\u003E","source":"http://feedproxy.google.com/~r/haftgrund/RTuP/~3/cTHJOhZ660w/","body":"\u003Cblockquote\u003E\u003Cp\u003EZusehends hat sich die Spekulation zur beherrschenden Macht \u00fcber die M\u00e4rkte einer Gro\u00dfstadt entwickelt. Die Spekulation, als Herrscherin \u00fcber die Importe schl\u00e4gt die Stadt Lille auf ihrem eigenen Markt; sie wird alle anderen St\u00e4dte, die sie sich aussucht, ebenso schlagen. Eine Stadtverwaltung wird in jedem Fall durch eine allgemeine Hausse \u00fcberfordert sein, die von m\u00e4chtigen Kapitalisten organisiert ist, welche nicht auf der Ebene eines Departements, einer Provinz oder auch nur ganz Frankreichs operieren, sondern im europ\u00e4ischen Ma\u00dfstab.\u003C/p\u003E\u003C/blockquote\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Ca href=\"http://fr.wikipedia.org/wiki/La_R%C3%A9forme_%28journal,_1843%29\"\u003ELa R\u00e9forme\u003C/a\u003E, 17. Mai 1847 (gek\u00fcrzt). Zitiert nach Ahlrich Meyer, Die Subsistenzunruhen in Frankreich 1846-47, in: ders., \u003Ca href=\"http://www.materialien.org/texte/history/Meyer.html\"\u003EDie Logik der Revolten\u003C/a\u003E. Studien zur Sozialgeschichte 1789-1848. \u003Ca href=\"http://www.materialien.org/texte/history/Massenarmut.pdf\"\u003EOnline (PDF)\u003C/a\u003E S. 45.\u003C/p\u003E\n\u003Cp\u003E\u003Cimg src=\"http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/philipp_hoyoll_sturm_baeckerladenk.jpg\" height=\"339\" alt=\"Philipp Hoyoll - Sturm auf einen B\u00e4ckerladen 1846\" width=\"480\" /\u003E\u003C/p\u003E\n\u003Cimg src=\"http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/cTHJOhZ660w\" height=\"1\" width=\"1\" /\u003E"} <blockquote><p>Zusehends hat sich die Spekulation zur beherrschenden Macht über die Märkte einer Großstadt entwickelt. Die Spekulation, als Herrscherin über die Importe schlägt die Stadt Lille auf ihrem eigenen Markt; sie wird alle anderen Städte, die sie sich aussucht, ebenso schlagen. Eine Stadtverwaltung wird in jedem Fall durch eine allgemeine Hausse überfordert sein, die von mächtigen Kapitalisten organisiert ist, welche nicht auf der Ebene eines Departements, einer Provinz oder auch nur ganz Frankreichs operieren, sondern im europäischen Maßstab.</p></blockquote> <p><a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/La_R%C3%A9forme_%28journal,_1843%29">La Réforme</a>, 17. Mai 1847 (gekürzt). Zitiert nach Ahlrich Meyer, Die Subsistenzunruhen in Frankreich 1846-47, in: ders., <a href="http://www.materialien.org/texte/history/Meyer.html">Die Logik der Revolten</a>. Studien zur Sozialgeschichte 1789-1848. <a href="http://www.materialien.org/texte/history/Massenarmut.pdf">Online (PDF)</a> S. 45.</p> <p><img src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2011/10/philipp_hoyoll_sturm_baeckerladenk.jpg" height="339" alt="Philipp Hoyoll - Sturm auf einen Bäckerladen 1846" width="480" /></p> <img src="http://feeds.feedburner.com/~r/haftgrund/RTuP/~4/cTHJOhZ660w" height="1" width="1" />Thu, 20 Oct 2011 23:14:04 GMThttp://haftgrund.soup.io/post/192076782/Unl-ngst-in-Frankreichurn:www-soup-io:1:192076782regularlesenpolitkram1847frankreichproletarierprotestesubsistenzunruhen